Main-Tauber-Kreis / Wertheim : Ruftaxi soll um Haustürbedienung erweitert werden

Das Ruftaxiangebot im Main-Tauber-Kreis soll erweitert werden: In kleineren Orten und Dörfern wird es künftig in den Abendstunden möglich sein, direkt an der eigenen Haustür ein- oder auszusteigen.

Ruftaxi soll um Haustürbedienung erweitert werden

Das Ruftaxiangebot im Main-Tauber-Kreis soll erweitert und um eine Haustürbedienung ergänzt werden. Dies erläuterten die Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber (VGMT), Jochen Müssig und Thorsten Haas, in einer öffentlichen Sitzung des Aufsichtsrats. Im Fokus ihres Berichts standen zudem die vielfältigen Tätigkeiten im zurückliegenden Halbjahr, das von der Corona-Pandemie geprägt war. Der Aufsichtsrat der VGMT GmbH ist personengleich mit dem Kreistagsausschuss für Verwaltung und Finanzen.

Die Erweiterung des Ruftaxiangebots um eine Haustürbedienung ist ab Januar 2021 geplant. „Wir stellen gegenwärtig noch die Detailrichtlinien auf und werden dann mit den Ruftaxiunternehmen die Umsetzung auf den Weg bringen“, berichtete Geschäftsführer Müssig, der zugleich ÖPNV-Dezernent im Landratsamt ist. In der Zwischenzeit laufen bereits Abfragen bei den Regeltaxiunternehmen und die Abstimmung mit den Ruftaxipartnern. Die Haustürbedienung soll in den kleineren Orten und Dörfern in den Abendstunden eingerichtet werden. In den kleineren Dörfern gibt es nach 19 Uhr kaum noch ein öffentliches Mobilitätsangebot, die Haustürbedienung soll diese Lücke schließen.

Geschäftsführer Jochen Müssig schilderte auch die umfangreichen Maßnahmen der vergangenen Monate zur Eingrenzung der Corona-Pandemie. „Corona hat sowohl die Bus- als auch die Bahnverkehre intensiv getroffen“, sagte er. So musste im Frühjahr der Regelfahrplan ausgesetzt werden. Das verringerte Angebot führte zu einem gewissen Verdruss bei Abonnementkunden.

Aufgrund dieser Situation hätten sich dankenswerterweise das Land Baden-Württemberg und der Verkehrsverbund Rhein-Neckar gemeinsam mit dem Main-Tauber-Kreis dafür eingesetzt, dass den treuen Abonnementkunden die Beiträge für die Monate Juli und August erlassen wurden. „Dass dies umgesetzt werden konnte, war ein klares Zeichen der Kundenbindung“, erklärte Landrat Reinhard Frank als Aufsichtsratsvorsitzender. Zudem ermöglichte das Verkehrsministerium Baden-Württemberg den Verbundkarteninhabern über die Sommermonate hinweg die kostenlose ÖPNV-Nutzung im gesamten Land.

Geschäftsführer Müssig dankte in diesem Zusammenhang vor allem auch den Busunternehmern, die flexibel auf die unterschiedlichen Herausforderungen reagierten. Die geforderten Trennwände zum Schutz der Busfahrer wurden rasch in die Busse eingebaut. Nachdem sich durch die veränderten Schulzeiten ein verstärkter Busbeförderungsbedarf nach der 4. Schulstunde ergeben hatte, wurde der Fahrplan unkompliziert auf diesen Bedarf ausgerichtet.

Beim Ruftaxiangebot kam es leider von März bis Mai Corona-bedingt zu einem Einbruch der Fahrgastzahlen. „Erfreulicherweise können wir inzwischen wieder Zuwächse verzeichnen, und dies trotz der reduzierten Fahrgastzahl auf zwei Personen im Ruftaxi-Pkw und vier Personen im Ruftaxi-Kleinbus“, berichtete Geschäftsführer Müssig.

Die Mobilitätszentrale im Bahnhof Bad Mergentheim befindet sich inzwischen im Betrieb. Für die beiden Pedelec-Fahrräder, die dort ausgeliehen werden können, wurde eine Unterstellmöglichkeit geschaffen. Das Unternehmen Ansmann stellt für die Mobilitätszentrale die Pedelecs und das Stadtwerk Tauberfranken ein E-Fahrzeug zur Verfügung. Die individuellen Angebote der Mobilitätszentrale können über die Tauber-Mobil-App gebucht werden, die kostenfrei von Google Play oder aus dem Apple App Store heruntergeladen werden kann. Geschäftsführer Müssig dankte auch dem Verein Taubermobil Carsharing, der sich kooperativ in dieses Gesamtkonzept einbringt. Vorausschauend hoffen die beiden Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber, dass im Jahr 2022 die Mobilitätszentrale im Bahnhof Lauda verwirklicht werden kann.

Abschließend wurde über personelle Veränderungen berichtet. Im Juli ist der langjährige Verkehrsplaner Hartmut Schwartz in den Ruhestand gegangen ist. Die Mannschaft der VGMT wurde durch seinen Nachfolger Max Both und die Auszubildende Thalia Baumann verstärkt.

In der Aussprache bestätigte Kreisrat und Aufsichtsrat Rainer Moritz die gute Arbeit der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber. Er forderte, bei der Werbung für die ÖPNV-Angebote nicht nachzulassen. Persönlich dankte er den Geschäftsführern und der VGMT-Mannschaft für deren Einsatz. Dem schlossen sich die Vertreter aller Kreistagsfraktionen an.

Weitere Informationen

Informationen zum Fahrplan und zu den Tarifangeboten des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar GmbH (VRN) gibt es rund um die Uhr im Internet unter www.vrn.de, in der kostenlosen myVRN-App und unter www.vgmt.de. Ebenfalls rund um die Uhr erreichbar ist die telefonische Fahrplanauskunft und Ruf-Taxi-Zentrale unter der Servicenummer 0621/1077077. Das VGMT-Team ist während der Geschäftszeiten in der Geschäftsstelle in Lauda oder telefonisch unter der Nummer 09343/62140 erreichbar.

Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

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