Medikamentenfälschungen: Offenes Einfallstor schließen durch Abschaffung der Importquote

clareich / Pixabay


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„Leider sind Chargenrückrufe bei Importarzneimitteln keine Einzelfälle. Lange und grenzüberschreitende Lieferketten erhöhen das Risiko für das Einschleusen von gestohlenen und gefälschten Medikamenten. Jeder Apotheker braucht den Spielraum, um sich bei Sicherheitsbedenken im Einzelfall gegen ein… mehr

Berlin (ots) – Angesichts des aktuellen Skandals um gestohlene Krebsmedikamente aus
Griechenland fordern Deutschlands Apotheker die sofortige Streichung
der verpflichtenden Importquote für rezeptpflichtige Arzneimittel aus
dem Ausland. Damit bekräftigen sie ihren Beschluss vom Deutschen
Apothekertag 2017 in Düsseldorf, wonach der Gesetzgeber die
Verpflichtung für Apotheken, preisgünstige importierte Arzneimittel
abgeben zu müssen, ersatzlos abschaffen soll. Laut § 129 Abs. 1 Punkt
2 SGB V sind alle Apotheken in Deutschland derzeit gezwungen,
mindestens fünf Prozent ihres Fertigarzneimittelumsatzes mit Importen
zu bestreiten, um Kosten für die Krankenkassen zu sparen. Für die
Quote zählen nur Importe, die entweder 15 Prozent oder 15 Euro
billiger als das heimische Originalpräparat sind.

„Die Importquote ist ein mittlerweile überholtes
Kostendämpfungsinstrument, das in Zeiten der
Arzneimittel-Rabattverträge kaum noch Einsparungen erzielt“, sagt
Fritz Becker, Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbandes (DAV).
„Die Erfüllung der Importquote verursacht nicht nur erheblichen
bürokratischen Aufwand in der Apotheke, sondern gefährdet vor allem
die Arzneimittelsicherheit für die Patienten.“ Becker weiter: „Leider
sind Chargenrückrufe bei Importarzneimitteln keine Einzelfälle. Lange
und grenzüberschreitende Lieferketten erhöhen das Risiko für das
Einschleusen von gestohlenen und gefälschten Medikamenten. Jeder
Apotheker braucht den Spielraum, um sich bei Sicherheitsbedenken im
Einzelfall gegen ein Importmedikament entscheiden zu können.“

Im Jahr 2017 wurden nach Berechnungen des Deutschen
Arzneiprüfungsinstituts (DAPI) genau 6,1 Millionen rezeptpflichtige
Arzneimittel im Wert von 1,7 Milliarden Euro gemäß gesetzlicher
Importquote an gesetzlich versicherte Patienten abgegeben. Mit 4,8
Prozent wurde die Importquote im Durchschnitt aller Apothekenumsätze
knapp erreicht. Allerdings betrugen die Einsparungen für die
Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) unter Berücksichtigung der
Herstellerabschläge nur 120 Mio. Euro. Zum Vergleich: Mit den
Rabattverträgen sparte die GKV im Jahr 2017 genau 4,0 Mrd. Euro ein.

Weitere Informationen unter www.abda.de

Pressekontakt:

Dr. Reiner Kern, Pressesprecher, 030 40004-132, presse@abda.de

Christian Splett, Pressereferent, 030 40004-137, c.splett@abda.de

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Original Quelle Presseportal.de

Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011