Meurer: „Frau Nahles hat recht. Stillstand und Nichtstun sind grob fahrlässig“ | Pressemitteilung bpa

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Berlin (ots) – bpa-Präsident erneuert angesichts der neuen Zahlen zum Fachkräftemangel seine Forderung nach einer flexibleren Fachkraftquote in der Altenpflege

Das Bundeskabinett hat sich heute mit der Sicherung der Fachkräfte in Deutschland befasst. Dazu legte das Bundesarbeitsministerium einen Fortschrittsbericht 2017 vor und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sagte, dass „Stillstand und Nichtstun in Anbetracht des Wandels der Arbeit der Zukunft grob fahrlässig“ seien. Der Bericht macht deutlich, dass vor allem in Gesundheits- und Pflegeberufen sowie technischen Berufen akademische und nichtakademische Fachkräfte knapp sind. Dazu erklärt bpa-Präsident Bernd Meurer:

„Frau Nahles hat recht. Stillstand und Nichtstun sind gerade in der Altenpflege grob fahrlässig. Leider hat sich bis heute wenig beim Thema Fachkräftesicherung getan. Da ist der Fortschrittsbericht eher eine Stillstandsbeschreibung. Schon jetzt stehen Dienste und Heime mit dem Rücken zur Wand. Und die Situation wird nicht besser werden, denn die Zahl der Pflegebedürftigen wird weiter ansteigen und der Fachkräftemangel, wie der Bericht ihn beschreibt, sich deutlich verschärfen.

Angesichts dieser dramatischen Lage ist es unverständlich, dass man weiter an einer starren Fachkraftquote ohne Bezug zu den Bewohnern oder wissenschaftlicher Fundierung festhält. Das führt in letzter Konsequenz dazu, dass Betten nicht mehr belegt und ganz Abteilungen stillgelegt werden müssen, obwohl die flächendeckende Versorgung gefährdet ist. Unter dieser rein ideologischen Diskussion leiden letztendlich die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen.

Es kommt nicht auf den Stellenschlüssel an, sondern darauf, dass in der Pflege die erforderliche Qualität zu 100 Prozent erreicht wird. Die Qualifikation der Beschäftigten muss sich nach den fachlichen Anforderungen richten, nicht nach starren Quoten. Eine Orientierung dazu gibt der ‚Nationale Qualifikationsrahmen für die Pflege und Betreuung älterer Menschen‘. Dort ist beschrieben, welche fachliche Anforderung an welche Leistungen zu stellen ist.

Bei der Diskussion um die Fachkraftquote geht es uns auch darum, die Personalmenge zu erweitern, um die steigende Zahl an Pflegebedürftigen gut pflegen zu können und die Pflegekräfte insgesamt zu entlasten.“

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.

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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011