Nachvollziehbare Daten, bitte / Kommentar von Raimund Neuß zur Divi-Umfrage bei …

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Kölnische Rundschau

Köln (ots)

So bitte nicht: Die Art, in der die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (kurz Divi) über die Lage an deutschen Kinder-Intensivstationen berichtet, wird dem Ernst der Lage nicht gerecht.

Nach der Divi-Umfrage soll es zum Stichtag 24. November lediglich 83 freie Betten auf „pädiatrischen Kinderintensivstationen in ganz Deutschland“ gegeben haben. Das ebenfalls von der Divi betriebene Intensivregister weist für den gleichen Stichtag mehr als das Achtfache auf. Laut Umfrage gab es „607 aufstellbare Betten“, laut Intensivregister das Dreieinhalbfache. Auch gestern waren laut Intensivregister 693 Kinder-Intensivbetten frei, davon 519 mit Beatmungsmöglichkeit. Wie kommt dieser Widerspruch zu der Befragung zustande?

Auf die Umfrage in „ganz Deutschland“, die offenbar nur einen Teil der Kliniken (Kriterium:Teilnahme am „Kleeblattkonzept“ zur Patientenverteilung) abdeckt, haben 110 Häuser geantwortet. Im Intensivregister stehen Daten von über 350 Kinder-Intensivstationen, von denen -nur – 130 gestern ihre Betriebslage als regulär beschrieben. Wie grenzt die Divi „pädiatrische“ (kinderärztliche) Kinder-Intensivstationen ab, hat man beispielsweise Kinderkardiologie nicht berücksichtigt? Also unterm Strich: Was genau besagen die Zahlen?

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, welches große politische Gewicht Äußerungen der Divi – zu Recht – haben. Und nochmal zum Intensivregister: Wenn die Hälfte der Kinder-Intensivstationen eine mehr oder minder starke Überlastung meldet, ist das doch schlimm genug. Aber gerade um politisch fällige Entscheidungen treffen zu können, sind nachvollziehbare Zahlenangaben erforderlich.

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