Niedersachsen hebelt Tierschutz bei Jagd auf Wildschweine und Nutrias aus – Statement von PETA


 Hannover / Stuttgart, 29. Oktober 2018 – Vergangene Woche hat der niedersächsische Landtag mit den Stimmen von SPD und CDU wichtige Tierschutzbestimmungen im Jagdgesetz aufgehoben. Unter dem Vorwand, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eindämmen zu wollen, ist es Jägern nun erlaubt, Wildschweinmütter zu töten. Außerdem dürfen sie Schalldämpfer für Jagdwaffen sowie mobile Ansitze auf Fahrzeugen zur Jagd auf die Schweine benutzen. Bricht die ASP tatsächlich aus, darf die gesamte regionale Wildschweinpopulation beseitigt werden. Auch Nutrias werden durch das neue Jagdgesetz quasi vogelfrei: Der Muttertierschutz für die Nagetiere wird komplett aufgehoben. Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA, kritisiert den Beschluss der Landesregierung in Hannover:
 
„Das neue Jagdgesetz in Niedersachsen ist ein Tiefschlag für den Tierschutz. Die eh schon laschen Bestimmungen werden nun zu einem Freibrief für tierquälerische Praktiken. Selbst unter Jägern ist teilweise umstritten, dass der Elterntierschutz für Wildscheine und Nutrias aufgehoben wird. Unzählige Jungtiere drohen nun qualvoll zu verhungern. Dass die Hetzkampagne des Bauernverbands gegen Wildschweine bei Agrarministerin Barbara Otte-Kinast auf offene Ohren gestoßen ist, verwundert nicht: Otte-Kinast ist selbst Landwirtin. Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest hierzulande wäre der Markt für deutsches Schweinefleisch ruiniert. Jäger sollen nun Erfüllungsgehilfen für die Bauernschaft spielen und die Wildschweine auslöschen, um die Gewinne aus tierquälerischer Tierhaltung und umweltschädlichen Monokulturen zu sichern. Auch die gnadenlose Verfolgung der Nutrias ist in keiner Weise zu rechtfertigen. Wir fordern die niedersächsische Landesregierung auf, den Tierschutz nicht länger mit Füßen zu treten und die Novelle des Jagdgesetzes zurückzunehmen.“
 
Der derzeit teilweise schon praktizierte hohe Jagddruck ist kontraproduktiv, da er zum Wachstum der Population führt. Wildtierbestände regulieren sich selbst über Nahrungsverfügbarkeit, Klima und Krankheiten [1]. Wissenschaftler bewiesen, dass die Geschlechtsreife weiblicher Tiere in bejagten Wildschweinpopulationen früher eintritt und die Geburtenrate steigt.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
 
[1] Reichholf, J. H. (ohne Datum): Die Wahrheit über die Jagd – Evolutionsbiologe Prof. Josef Helmut Reichholf widerlegt Jägerlügen. TV-Beitrag SWR BW. Online abrufbar unter: https://www.youtube-nocookie.com/embed/-Ls-m1kDwVY. (15.05.2014).
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Jagd-Hintergrundwissen
PETA.de/PETA-an-niedersaechsisches-umweltministerium-verstaerkte-wildschweinjagd-kontraproduktiv
 
Kontakt: 
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de 



Quelle : PETA.de

Bilder / Video Französischer Markt Wertheim 20.-22.05.2016 – Live Musik und Kulinarisches