Night-Life-Shuttle im Main-Tauber-Kreis fährt jetzt bis nach Würzburg

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Night-Life-Shuttle wird ab August neu konzipiert

Der Night-Life-Shuttle im Main-Tauber-Kreis wird ab August neu konzipiert. Unter dem Motto „Immer samstags – Night-Life-Shuttle, wir fahren Dich durch die Nacht!“ startet das neue Angebot mit Fahrten auf vier Linien, mit neuen Fahrwegen und neuen Fahrzeiten im Main-Tauber-Kreis und erstmals auch nach Würzburg.

Der Night-Life-Shuttle fährt jetzt bis Würzburg

Nach dem die Fahrgastzahlen jahrelang gestiegen waren, sanken die Nutzerzahlen des Night-Life-Shuttle seit 2009 kontinuierlich. Die seit Oktober 1994 eingerichteten Strecken zwischen Tauberbischofsheim, Lauda, Bad Mergentheim, Igersheim, Weikersheim und Niederstetten entsprechen nicht mehr dem heutigen Mobilitätsverhalten, so dass der Fortbestand des Projekts in den vergangenen beiden Jahren gefährdet war.

Im Jahr 2014 wurden pro Abend durchschnittlich nur noch 84 Tickets verkauft. Vor allem freitags war die Auslastung verhältnismäßig schwach. Sowohl das Freizeitverhalten als auch das Freizeitangebot haben sich im Laufe der Jahre deutlich verändert. Die Finanzierung durch Fahrgeldeinnahmen und Sponsoren war bei weitem nicht mehr kostendeckend. Das Defizit, das durch den Main-Tauber-Kreis ausgeglichen werden musste, wurde jährlich höher. Das Konzept musste also auf den Prüfstand.

Im September 2014 initiierte die VerkehrsGesellschaft Main-Tauber mbH (VGMT) deshalb eine umfassende Fragebogenaktion, um das aktuelle Freizeitverhalten sowie Wünsche und Bedürfnisse der potenziellen Fahrgäste zu erfahren. In einer wissenschaftlichen Projektstudie unterstützten Studenten der Hochschule Heilbronn aus dem 7. Semester „Verkehrsbetriebswirtschaft und Personenverkehr“ die VGMT. Neben der Auswertung der über 400 zurückgesandten Fragebogen wurden auch die Entwicklung der vergangenen Jahre beleuchtet und im Rahmen einer Projekterfahrung erfolgten persönliche Befragungen in den Shuttle-Bussen. Daraus ergaben sich eine Marktanalyse sowie Konzeptempfehlungen im Baukastensystem.

54 Prozent der Befragten waren bisher Nichtnutzer und 46 Prozent bereits Nutzer des heutigen Night-Life-Shuttles. Rund 83 Prozent der Fragebogenteilnehmer sind zwischen 16 und 30 Jahren alt. Lediglich sieben Prozent sind älter als 40 Jahre. 27 Prozent besuchen Veranstaltungen aller Art, 22 Prozent sind Discobesucher, jeweils zwölf Prozent besuchen private Feten oder treffen sich mit Freunden, elf Prozent gehen in eine Kneipe, neun Prozent wollen ins Kino. Gründe für die seitherige Nichtnutzung waren vor allem nicht passende Fahrzeiten, Wohnplätze abseits der Strecke, unattraktive Locations, zu hohe Ticket-Preise und fehlende Kenntnis des Angebots. Über 70 Prozent der heutigen Nicht-Nutzer sind mit dem Individualverkehr mobil (Auto, Fahrgemeinschaft, Motorrad), eine Folge der ländlichen Siedlungsstruktur. 16 Prozent nutzen das vorhandene Bahnangebot, und elf Prozent nehmen ein Taxi oder einen Mietbus. Der allgemeine Wunsch ist ein ganzjähriges Angebot vor allem am Samstag von Januar bis Dezember zwischen 19 und 4 Uhr.

Laut der annähernd 700 Nennungen (Mehrfachnennungen waren möglich) verbringen die Fragebogenteilnehmer ihre Abende in den Städten Würzburg (46 Prozent), Bad Mergentheim (42 Prozent) sowie in Lauda und Königshofen (20 Prozent). Aus den daraus resultierenden, empfohlenen Bausteinen entwickelte die VGMT im Laufe der letzten Monate eine Neukonzeption des NightLifeShuttle-Projekts. Die Linienachse Tauberbischofsheim-Lauda-Bad Mergentheim und zurück bleibt mit neuen Fahrzeiten und Verknüpfungen erhalten. Die Achse Oberstetten/Niederstetten-Weikersheim-Igersheim-Bad Mergentheim wird um die Achse Bad Mergentheim-Igersheim-Harthausen-Bernsfelden-Simmringen-Würzburg und zurück erweitert. Neu eingerichtet werden die neuen Linienachsen Külsheim-Uissigheim-Eiersheim-Dienstadt-Tauberbischofsheim-Großrinderfeld-Gerchsheim-Würzburg und zurück sowie Bestenheid-Wertheim-Eichel-Urphar-Bettingen-Dertingen-Würzburg und zurück. Die Fahrzeiten und Verknüpfungen zum Besuch von Kino, Disco und Veranstaltungen aller Art werden zeitgemäß angepasst. Die Zahl der Fahrtage wird durch die Konzentration auf den nachfragestarken Samstag von 102 auf rund 52 pro Jahr reduziert. Es wird erwartet, dass sich durch neue Kundenpotenziale die Fahrgastzahlen wieder steigern und dadurch die Finanzierung gesichert werden kann.

Grundlage der Neukonzeption ist die Tatsache, dass ein Großteil der Befragten Locations und Veranstaltungen in Würzburg, Bad Mergentheim und Lauda-Königshofen besuchen. Rund ein Drittel besuchen Locations und Veranstaltungen in den übrigen Städten und Gemeinden im Main-Tauber-Kreis. Durch die geänderten Streckenführungen werden zahlreiche potenzielle Neukunden erschlossen. Gleichzeitig werden attraktive Locations im Landkreis sowie im Oberzentrum Würzburg angebunden. Letztendlich soll durch die bessere Berücksichtigung des heutigen Mobilitätsverhaltens in der Freizeit auch die Attraktivität des Main-Tauber-Kreises als Wohnplatz für junge Menschen gesteigert werden. Die Night-Life-Tickets gelten auch in Zukunft für beliebig viele Fahrten am Lösungsabend. Für Fahrten innerhalb des Main-Tauber-Kreises kostet das Ticket weiterhin vier Euro. Für Tickets vom Main-Tauber-Kreis nach Würzburg und zurück werden sechs Euro fällig. Fahrgäste, die zunächst ein Ticket für Fahrten innerhalb des Main-Tauber-Kreises gelöst haben und sich im Laufe der Nacht doch noch entschließen, nach Würzburg zu fahren, können ein Aufpreis-Ticket für drei Euro lösen.

Bei der Vorstellung des Neukonzepts im Landratsamt Tauberbischofsheim waren neben den Verantwortlichen des Main-Tauber-Kreises auch Vertreter aller Städte und Gemeinden anwesend, welche künftig vom Night-Life-Shuttle bedient werden. Dazu gesellten sich natürlich auch die Unterstützer der Distelhäuser Brauerei, der Sparkasse Tauberfranken sowie der Fränkischen Nachrichten und der beteiligten Verkehrsunternehmen. Das Neukonzept wurde durchweg positiv bewertet, so dass die Finanzierung unter der Voraussetzung, dass die Fahrgast-Prognosen auch tatsächlich eintreten, bis einschließlich Ende 2017 beschlossen wurde.

INFO:
Die neuen Fahrpläne und weitere Informationen zum Night-Life-Shuttle stehen unter www.vgmt.de zur Verfügung.

 

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