Odenwald-Kreis | Landratsamt bestellt Artenschutzfachberater Fledermausschutz

Elena Brandner Elena Brandner, neue Stipendiatin des Kreises (Ausschnitt) Quelle: Neckar-Odenwald-Kliniken


Neckar-Odenwald-Kreis. Fledermäuse sind Akrobaten der Lüfte und leben, wenn auch oft unbemerkt, mitten unter uns, nicht selten als leise Untermieter in direkter Nachbarschaft. In Baden-Württemberg gelten 23 Fledermausarten als heimisch. Doch unabhängig um welche Art es sich handelt, sie haben eines gemeinsam: Sie sind in ihrem Bestand gefährdet, streng geschützt und stehen auf der Roten Liste. Dieser Situation stellt sich das Landratsamt und hat mit Martin Kuhnt aus Walldürn einen Artenschutzfachberater Fledermausschutz bestellt. Kuhnt hat seine Qualifikation über die Umweltakademie Baden-Württemberg erlangt und kann ab sofort zu Fledermaus-Themen angefragt werden.

Fledermäuse können sehr alt werden und zeigen eine enge Bindung an ihre Sommer- und Winterquartiere. Daher ist es ein wesentlicher Punkt des Fledermausschutzes, ihre Quartiere zu erhalten und sie dort nicht zu stören. Manche Fledermäuse sind typische (Baum-) Höhlen- und Spaltenbewohner des Waldes, andere besiedeln Fassaden, Spalten hinter Fensterläden, Hohlräume und Dachböden in Gebäuden. Die Wahl des Quartiers richtet sich dabei nicht nur nach dem speziellen Anspruch der jeweiligen Art, sondern auch nach dessen Nutzungszweck. So ziehen sie beispielsweise im Sommerhalbjahr in so genannten Wochenstuben ihren Nachwuchs auf. Für das Winterhalbjahr wird dann ein Quartier aufgesucht, in dem sie ungestört ihren Winterschlaf verbringen können.

Fledermausquartiere können jedoch durch Sanierungsarbeiten oder Abriss von Gebäuden gefährdet sein. Eine direkte Beleuchtung, beispielsweise von Kirchen, erfreut zwar das menschliche Auge, kann aber die Aufgabe eines Fledermausquartiers zur Folge haben, welches über Generationen hinweg genutzt wurde. Auch ist das beste Sommerquartier hinfällig, wenn die etablierten Jagdgebiete der insektenfressenden Fledermäuse verändert oder im schlimmsten Fall zerstört werden. So kann bereits die Entfernung einzelner, strukturgebender Elemente wie Heckensäume oder Baumreihen die Aufgabe von Jagdhabitaten mit sich ziehen.

Um der Gefährdung der Fledermäuse und ihrer Lebensräume entgegenzuwirken, können Fragen zu Fledermausquartieren in und an Gebäuden, aber auch Fragen zum richtigen Umgang mit kranken und verletzen Fledermäusen an Martin Kuhnt gerichtet werden. Ebenso wichtig ist die Meldung von Totfunden. Sie geben wichtige Informationen zu Fledermausvorkommen im Landkreis. Daher sollen auch bereits bekannte Fledermausquartiere dem Fachberater mitgeteilt werden.

Kontaktdaten: Martin Kuhnt, Tel.: 06282 248660, Mobil: 0152 01789018,
E-Mail:

Quelle :neckar-odenwald-kreis.de

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