Matinee Burkhard Schittny & Andrea Esswein

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Juni 5, 2016 4:00 pm Europe/Berlin

Burkhard Schittny – UNTITLED
Andrea Esswein – KOPIGRAPHIEN

Am Sonntag, den 5. Juni um 16 Uhr findet eine Matinee in Anwesenheit der Künstler statt. Danach gelten folgende Öffnungszeiten bis Ende Juni: Samstag 15 bis 17 Uhr und Sonntag 11 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr.

Was sehen wir? Fragen die Werke des 1966 geborenen Hamburger Künstlers BURKHARD SCHITTNY – aber auch: Wie sehen wir? Schon früh begann Schittny, aus bewegten Videobildern Fotoarbeiten zu extrahieren: „Meine fotografischen Serien operieren oft an verschiedenen Grenzen. Medial, aber auch inhaltlich.“ Je näher wir den Fotografien kommen wollen, desto mehr entgleiten sie uns. Doch ist in ihnen viel verborgen, für was wir keine Worte haben. Arbeiten von Burkhard Schittny sind etwa in der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin und in der Sammlung F.C. Gundlach vertreten. Sein Werk wurde in vielen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert.

Die Serie „Untitled“ von Burkhard Schittny operiert an der Grenze von Film, Malerei und Fotografie. Es sind Videobilder, Filmstills, die der Künstler in das Medium der Fotografie überführt. Doch auch jenseits des Medialen geht es in seinem Werk oft um „Grenzen“. Etwa um jene zwischen dem Selbst, dem Ich – und der Welt.

Früher fotografierte Schittny Menschen in ihrem Allein-Sein, ihrer Einsamkeit – in unbeobachteten, gedankenverlorenen Momenten. Und auch wenn bei „Untitled“ keine Menschen zu sehen sind, so sind sie doch präsent. Diese Arbeiten sind wie Fetzen einer verblassten, unscharfen Erinnerung. Es sind transferierte Bilder, düstere Reste früherer Erlebnisse oder Traumata, Echo der eigenen Familiengeschichte, Vorposten des Gedächtnisses.

Die Bilder operieren auf zwielichtigem Gebiet: auf dem unsagbaren Terrain zwischen Abbild und Phantasie. Sie sind unscharf, verzerrt, surreal – es ist das fragmentarische, das oszillierende Bild, welches der Künstler sucht. Sie sind Chimäre, eine Flanke gegen die Sicherheiten des fotografischen Bildes, ein Plädoyer für die Vieldeutigkeit. Und eine Einladung an den Betrachter, sich vielleicht selbst darin zu finden.

Des Weiteren freuen wir uns darüber, im ATELIER SCHWAB nun erstmals auch Arbeiten der Künstlerin ANDREA ESSWEIN präsentieren zu dürfen. „Kopigraphien“ nennt die 1969 in Germersheim geborene, in Wiesbaden lebende Künstlerin ihre ungewöhnlichen Arbeiten, die mit dem Kopiergerät entstehen.

Über ihre Collagen sagt sie: „Meine Sujets haben immer mit meiner unmittelbaren Umgebung, mit meinem Leben zu tun. Es ist meine Katze, die ich kopiert habe und es sind die Forellen auf dem Kopierer gewesen, die ich eine Stunde später in der Pfanne gebraten und gegessen habe.“

Thomas Schirmböck, der Leiter des Zephyr Raum für Fotografie in Mannheim, schreibt über Essweins Arbeiten: „Stilsicher verschmelzen die Einzelblätter zu einem einzigen, für sich stehenden Werk und überwinden in der ihnen eigenen Bildsprache sowohl den Realismus, als auch die technischen Aspekte des Kopiervorgangs.“ Andrea Essweins Bilder sind allesamt Unikate.

Andrea Essweins Arbeiten waren bereits in renommierten Ausstellungshäusern wie dem Nassauischen Kunstverein in Wiesbaden, Port25 – Raum für Gegenwartskunst in Mannheim, Kunsthalle Mannheim, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, Schloss Balmoral Bad Ems, C/O Galerie Berlin, Kunsthalle Wien und vielen Goethe-Instituten auf der ganzen Welt zu sehen.

Text: Marc Peschke

Atelier Schwab / Schlossgasse 9 / 97877 Wertheim / Telefon 0173-671 919 2 / Email atelier@johannes-schwab.com / www.johannes-schwab.com / www.facebook.com/atelierschwab






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