PETA-Anzeige gegen Catch-and-Release-Angler aus Mecklenburg-Vorpommern erfolgreich


Schwerin / Stuttgart, 13. November 2019 – Fischquälerei geahndet und bestraft: Nachdem PETA ein Video über eine Jagd auf Karpfen in einem Mecklenburger See zugespielt wurde, erstattete die Tierrechtsorganisation im März bei der Staatsanwaltschaft Schwerin Strafanzeige gegen die Anglergruppe „Carpteamnorth“. Zwei Teammitglieder hatten über mehrere Tage nach großen Karpfen geangelt, sie teils in Keschern gehältert, mit ihnen vor der Kamera posiert und sie abgewogen, während die Fische deutlich um Sauerstoff rangen. Danach wurden sie – oft erst Minuten später – in den Kescher oder ins Wasser zurückgesetzt. Um eine Anklage zu vermeiden, muss einer der Angler nun 200 Euro an den Verein Tierheim- und Tierschutzfreunde Schwerin e.V. zahlen.
 
„Angeln bedeutet, Fische in eine Falle zu locken, sie minuten- bis stundenlang Angst und Atemnot auszusetzen, bevor sie zurückgesetzt werden und leider dennoch oft an den Folgen sterben“, so Meeresbiologin Dr. Tanja Breining, PETAs Fachreferentin für Fische und Meerestiere. „Heute wissen wir, dass ein Fisch ein Jemand ist und kein Etwas – es ist ein Armutszeugnis, Fische aus ‚Spaß‘ Todesangst und Stress auszusetzen.“
 
Nach herrschender Auffassung der Staatsanwaltschaften handelt es sich beim Catch & Release mindestens um einen Verstoß gegen Paragraf 17 Absatz 2b des Tierschutzgesetzes, laut dem einem Wirbeltier keine länger anhaltenden Schmerzen und Leiden zugefügt werden dürfen. Dies ist beim Catch & Release unvermeidlich der Fall. In einem ähnlichen Fall wurde der Ex-Fußballprofi Klaus Augenthaler 2016 nach einer Anzeige von PETA verurteilt und musste eine Geldauflage von 3.000 Euro an eine Tierschutzorganisation zahlen. Auch der Rapper Materia wurde nach einer PETA-Anzeige wegen des Catch & Release mit einer Geldbuße belegt; diese belief sich auf 5.000 Euro.
 
Leid der Fische beim Angeln
Ab dem Moment, in dem sich der Angelhaken durch den Mund der empfindsamen Lebewesen bohrt, bis zum Zurücksetzen ins Wasser leiden Fische an Schmerzen, unter Atemnot, Stress und Angst. Bei einer in Nordamerika durchgeführten Studie starben 40 Prozent der gefangenen Tiere infolge von Catch & Release. [1] Fische können nach dem Zurücksetzen an ihren Verletzungen oder wegen der Temperaturunterschiede zwischen Wasser und Land sterben – oder weil sie zu einer leichten Beute für andere Fische werden.
Die britische Biologin Lynne Sneddon wies in ihren Studien nach, dass Fische im Kopf- und Mundbereich zahlreiche Schmerzrezeptoren haben – also auch genau an der Stelle, an der ein Angelhaken das Gewebe durchbohrt. [2] Auch zeigen Fische durch ihr Verhalten, dass sie Schmerzen spüren: Sie bewegen sich ruckartig, reiben ihren Mund am Beckenrand, essen nicht mehr und ihre Atemfrequenz erhöht sich. Erhalten sie Schmerzmittel, stellen sie dieses Verhalten wieder ein. [3]

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] Shawn P. Sitar, Travis O. Brenden, Ji X. He & James E. Johnson: Recreational Postrelease Mortality of Lake Trout in Lakes Superior and Huron. Online abrufbar unter: https://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/02755947.2017.1327903. (01.10.2019).
[2] Sneddon, L. U., Braithwaite, V. A., & Gentle, M. J. (2003): Do fishes have nociceptors? Evidence for the evolution of a vertebrate sensory system. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 270(1520), 1115–1121. Online abrufbar unter: http://doi.org/10.1098/rspb.2003.2349. (01.10.2019).
[3] Sneddon, L. U. (2003): The evidence for pain in fish: the use of morphine as an analgesic. Applied Animal Behaviour Science, 83(2), 153-162. DOI: 10.1016/S0168-1591(03)00113-8.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Catch-and-Release
PETA.de/Fische
 
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Quelle : PETA.de
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