PETA bittet die W. Dinkelaker Schönbuch


Böblingen / Stuttgart, 10. September 2018 – Alkohol und Waffen – eine gefährliche Mischung: Bierkrug in der einen, Schrotgewehr in der anderen Hand – so wirbt die Böblinger W. Dinkelaker Schönbuch Bräu GmbH & Co. KG mit der Abbildung eines rauschebärtigen Jägers auf dem Etikett für ihre Biersorte „Horst hell“. Dabei häufen sich jährlich Jagdunfälle, bei denen nicht selten Alkohol im Spiel ist. Die Tierrechtsorganisation PETA hat die Geschäftsführung der Brauerei nun in einem Brief gebeten, die Waffe auf dem Flaschenetikett zu entfernen und sich somit auch von dem tierschutzwidrigen Jagdgeschehen zu distanzieren: Nicht nur die Darstellung von Jagd und Alkohol ist problematisch, sondern die Jagd an sich ist nicht mit dem Tierschutzgedanken vereinbar. Naturverbundenheit kann am besten durch einen friedlichen Förster ohne Waffe ausgedrückt werden.
 
„Jährlich ereignen sich Vorfälle, bei denen Fehlschüsse oder Querschläger Menschen verletzen oder gar töten, Gewehrkugeln in Häuser einschlagen oder Spaziergänger plötzlich unter Beschuss geraten“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Nicht selten ist dabei Alkohol im Spiel. Bei der Jagd besteht Gefahr für jedes Lebewesen – ob Mensch oder Tier. Daher erwarten wir, dass die Schönbuch Bräu das Etikett ändert“
 
Im Juli dieses Jahres griff ein betrunkener Jäger in Burg im Spreewald seine Schwiegereltern und seine Lebensgefährtin an. Bei dem Streit gab der Mann auch zahlreiche Schüsse aus zwei Gewehren ab und traf vorbeifahrende Autos. Im Juni ertappte die Polizei einen Jäger aus Herrischried, der mit 2,2 Promille selbst zu einem Wildunfall gefahren war, um ein verletztes Reh zu töten. Im Januar 2017 erschoss ein betrunkener Jäger im bayerischen Neustadt einen Hund und gab an, ihn mit einem Fuchs verwechselt zu haben.
 
PETA weist darauf hin, dass jedes Jahr selbst ohne nachgewiesenen Alkoholkonsum nicht nur hunderttausenden Tieren erhebliches Leid durch Fehlschüsse zugefügt wird, sondern auch mehrere Dutzend Menschen von Hobbyjägern getötet und verletzt werden. Aktuelle Beispiele: Am 14. Juli wurde eine Sechsjährige im thüringischen Saara beim Spielen im Garten durch den Schuss eines Jägers schwer verletzt. Zwei Tage danach starb ein Mann bei einem Jagdunfall im nordrhein-westfälischen Ochtrup, wieder zwei Tage später kam ein Jäger durch einen Schuss bei der Vertreibung von Wildtieren auf einem Feld in Unterwellenborn in Thüringen ums Leben.
 
Jäger töten in Deutschland jedes Jahr bis zu fünf Millionen Wildtiere sowie schätzungsweise mehrere hunderttausend Hunde und Katzen. Dabei ist Jagd nicht nötig. Renommierte Wildbiologen bestätigen, dass sich Wildtierbestände von alleine regulieren. Von zahlreichen gesetzlich erlaubten Tierquälereien bei der Jagdausübung wie der Fallenjagd, der Jagdhundeausbildung am lebenden Tier oder der Baujagd sind jährlich hunderttausende Tiere betroffen. Insbesondere bei Drückjagden sterben Untersuchungen zufolge ein hoher Prozentsatz der Tiere langsam und qualvoll, weil sie nicht tödlich getroffen werden.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Jagdunfälle
PETA.de/Jagd
 
Kontakt: 
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de 



Quelle : PETA.de

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