PETA Deutschland lässt zum 25-jährigen Jubiläum Demo-Klassiker aufleben


„Fleisch ist Mord!“ – Tierfreunde aus ganz Deutschland protestieren gegen millionenfaches Töten von Tieren für Ernährungszwecke

 

Stuttgart, 15. Mai 2019 – PETA Deutschland feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Seit einem Vierteljahrhundert setzt sich die Organisation für Tierrechte ein und hat das Thema auf unkonventionellem Weg gesellschaftsfähig gemacht. Als eine der ersten NGOs des Landes nutzte PETA hierfür eine neue Art von Protestaktionen – aufsehenerregend, bildstark und wirksam. Anlässlich des Jubiläums tourt PETA in diesem Jahr mit 15 originellen Demo-Klassikern durch ganz Deutschland.
 
Aufgetürmt zu einem riesigen Berg aus blutigem Fleisch liegen Dutzende halbnackte Aktivisten der freiwilligen PETA-ZWEI-Streetteams aus ganz Deutschland am Samstag, 18. Mai, ab 16:30 Uhr am Ausgang der Königstraße am Stuttgarter Hauptbahnhof. Mit der Aktion wollen sie darauf aufmerksam machen, dass in Deutschland jährlich etwa 800 Millionen Rinder, Schweine, Hühner und andere empfindungsfähige Landlebewesen für die Produktion von Fleisch und Wurst in den Schlachthäusern getötet werden. Die Tierfreunde appellieren an alle Menschen, Mitgefühl zu zeigen und dabei zu helfen, der Tötungsindustrie einen Riegel vorzuschieben.
 
„Während es Fleischalternativen noch vor ein paar Jahren nur in einzelnen Reformhäusern gab, sind sie heutzutage in fast jedem Discounter erhältlich. Inzwischen gibt es für beinahe alle Fleisch- und Wurstprodukte einen leckeren tierfreundlichen Ersatz, und auch in Restaurants haben Kunden immer häufiger die Möglichkeit, rein pflanzliche Gerichte zu genießen“, so Alina Langenhorst, Streetteam-Betreuerin bei PETA. „PETA hat in den vergangenen 25 Jahren mit Aufklärungsarbeit und Demonstrationen maßgeblich dazu beigetragen, dass mehr und mehr Menschen das tote Tier hinter einem Stück Fleisch sehen und sich bewusst gegen die mit enormem Tierleid verbundenen Produkte der Fleischindustrie entscheiden. Das entgeht selbst Firmenriesen wie McDonald’s nicht, der erst vor einigen Wochen einen veganen Burger auf den deutschen Markt gebracht hat.“
 
Das Leid in der Fleischindustrie
In Deutschland sind etwa 95 Prozent der Rinder, 97 Prozent der Hühner und 99 Prozent der Schweine meist ohne Tageslicht auf engstem Raum eingepfercht. 100 Prozent der Tiere werden – oft noch im Kindesalter – gewaltsam im Schlachthaus getötet, sofern sie die Mastzeit überhaupt überleben. Die Kastration von Ferkeln und die Enthornung bei Kälbern finden ohne Betäubung statt; Hühnern brechen wegen des angezüchteten zu schnellen Wachstums oftmals die Knochen.
Aufgrund von Fehlbetäubungen werden Rinder, Schweine und Hühner häufig bei Bewusstsein getötet. Laut Angaben der Bundesregierung sind je nach Betäubungsart 3,3 bis 12,5 Prozent der Schweine und vier bis über neun Prozent der Rinder nicht ausreichend betäubt, wenn Arbeiter sie an einem Bein aufhängen und ihnen kopfüber die Kehle durchtrennen. In absoluten Zahlen sind dies jährlich weit über 300.000 Rinder und bis zu 7,5 Millionen Schweine, die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich weitaus höher. Für Hühner und Puten wurde noch keine Fehlbetäubungsrate ermittelt, was unter anderem damit zusammenhängen könnte, dass diese Tiere im Schlachthof in Tonnen und nicht als einzelne Individuen angegeben werden – ein weiteres Zeichen ihrer unwürdigen Behandlung.
 
Innovative Aktionsformen: PETAs Markenzeichen
PETA führte die Fleischberg-Aktion zum ersten Mal 2009 in Köln durch und ließ sie 2016 in Frankfurt wieder aufleben. Inspiriert wurde das Demokonzept von der Aktionsform des Die-ins, mit dem spanische Organisationen in Pamplona schon oft gegen die Stierhatz protestierten.
 
Schilder hochzuhalten und Slogans zu skandieren war PETA von Anfang an zu wenig, um auf ihre Ziele aufmerksam zu machen. Seit jeher setzt die Tierschutzorganisation daher auf bildstarke Mittel, die in den Köpfen hängenbleiben und zum Überdenken des eigenen Verhaltens anregen. Tierfreunde, die bei Minusgraden im Bikini gegen Pelz demonstrieren oder sich als menschliches Stück Fleisch in Frischhaltefolie einwickeln lassen, um die vegane Lebensweise zu bewerben, wecken sowohl Interesse an ihren Beweggründen als auch Mitgefühl – gegenüber ihnen und den Tieren. Dank dieser gut durchdachten Bildgebung und bisweilen augenzwinkernder Demokonzepte erzielen PETAs Aktionsformen mit geringen Kosten große Erfolge, wie etwa mehr Bewusstsein über Tierleid und die Aufklärung über Alternativen.
 
In den vergangenen 25 Jahren haben professionell gedruckte Plakate selbstgemalte Banner aus Bettlaken abgelöst, auch aufwendige Bodypaintings und Morphsuits kommen inzwischen zum Einsatz. Dauerbrenner wie nackte oder mit Kunstblut übergossene Unterstützer wirken noch immer, weshalb Bewährtes beibehalten und optisch optimiert wird.
 
25 Jahre PETA Deutschland
PETA Deutschland wurde 1994 mit der Vision einer veganen Welt in Hamburg gegründet und hat sich in den vergangenen 25 Jahren zu Deutschlands größter Tierschutzorganisation, die sich für die Rechte aller Tiere einsetzt, entwickelt. Der Verein vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Mithilfe von über 1,5 Millionen Unterstützern klären rund 100 Angestellte die Öffentlichkeit über Missstände auf und setzen sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft. Zudem übt die Organisation mit medienrelevanten Mitteln Druck auf Verantwortliche aus Politik und Wirtschaft aus und ist mit Firmen im Gespräch, um sie beim Umstieg auf tierfreundliche Alternativen zu unterstützen. Als erste NGO in Deutschland nutzte PETA auch Prominentenkampagnen für die Umsetzung ihrer Ziele. Darüber hinaus veranstaltet PETAs Rechtsabteilung jährlich den Tierrechtskongress und erstattet eine Vielzahl von Anzeigen, um das Rechtsverständnis zugunsten der Tiere zu ändern. Der Hauptsitz der Tierschutzorganisation ist seit 2014 in Stuttgart, eine Niederlassung befindet sich in Berlin.
 
Die PETA-ZWEI-Streetteams sind ein Verbund freiwilliger Unterstützer, die sich für die Ziele der Jugendkampagne PETA ZWEI der Tierschutzorganisation PETA Deutschland e.V. einsetzen.
 
Details zur Aktion:
 
Datum: Samstag, 18. Mai 2019
Uhrzeit: 16:30–17:30 Uhr
Ort: Am Ausgang der Königstraße beim Hauptbahnhof, Königstraße 1B, 70173 Stuttgart
 
Sie haben Fragen zu der Protestaktion, wollen über PETAs Jubiläum oder das Engagement der Streetteams berichten? Gerne stellen wir den Kontakt zu unseren Experten oder den lokalen PETA-Unterstützern her.
 

„Menschlicher Fleischberg“: Ähnliche PETA-Aktion in Köln 2009. / © PETA Deutschland e.V.
 
Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
 
Sendefähige Radio-O-Töne von PETA Deutschlands 2. Vorsitzenden Harald Ullmann zum Jubiläum können Sie hier herunterladen.
 
Weitere Informationen:
25JahrePETA.de/Presse
PETA.de/Themen/Fleisch
Veganstart.de
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, [email protected]



Quelle : PETA.de

Bilder / Video Französischer Markt Wertheim 20.-22.05.2016 – Live Musik und Kulinarisches