PETA drängt auf tierfreundliche Entscheidun


Offenbach am Main / Stuttgart, 29. Oktober 2019 – Nilgänse zum Abschuss freigegeben: Die Stadt Offenbach will Nilgänse im Waldschwimmbad töten lassen. Obwohl es sich um lediglich sieben Tiere handelt, fühlt sich der Badbetreiber durch die Hinterlassenschaften in den Becken und auf der Liegewiese gestört. PETA hat nun in einem Schreiben an Oberbürgermeister Felix Schwenke sowie an Bürgermeister und Ordnungsdezernent Peter Freier appelliert, von der Jagd abzusehen und tierfreundliche Maßnahmen zu ergreifen. Die Tierschutzorganisation wies die Verantwortlichen in ihrem Brief eindringlich auf die Sinnlosigkeit der Tötungen hin und betonte, dass nur die nicht-letalen Methoden nachhaltig sind.
 
„Hier sollen Tiere einzig und allein getötet werden, weil ihr Kot Badegäste stören könnte. Untersuchungsergebnisse bestätigen immer wieder, dass es keine gesundheitlichen Bedenken gibt“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Dass der Abschuss keine Lösung darstellt, zeigen auch die sinnlosen Tötungen mehrerer Gänse am Wöhrder See vor gut einem Jahr: Die Gänse betrachten das Gelände weiterhin als ihren Lebensraum.“

Beim Offenbacher Waldschwimmbad auf der Rosenhöhe handelt es sich um einen befriedeten Bezirk, womit die Jagd dort unter Genehmigungsvorbehalt der unteren Jagdbehörde steht (vgl. Paragraf 4 Absatz 3 des Landesjagdgesetzes Nordrhein-Westfalen). Wegen der politischen Tragweite der Entscheidung wurden darüber hinaus die zuständigen Dezernenten eingeschaltet. Die Jagdbehörde hat bei ihrer Entscheidung bezüglich einer Genehmigung den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit zu beachten, nach dem die Jagd geeignet, erforderlich und verhältnismäßig ist, den angezeigten Zweck zu erfüllen. Laut der baden-württembergischen Regierung ist eine Infektionsgefahr für den Menschen als gering einzustufen [1]. Dass Menschen durch den Kot von Gänsen erkranken, ist bisher nicht bekannt. Die Verkotung von Grundflächen ist kein legitimer Grund, der es erlaubt, Tiere zu töten. Zudem ist die Jagd nicht dazu geeignet, die Tiere dauerhaft von dem Gebiet fernzuhalten. Experten setzen daher auf ein effektives tierfreundliches Gänsemanagement: Die betroffenen Flächen werden für die Gänse unattraktiv gestaltet und gleichzeitig werden attraktive Ausweichflächen als Rückzugsorte für die Tiere geschaffen. [2] [3]. Auf diese Weise ist ein friedliches Zusammenleben mit den Gänsen möglich.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Drucksache 15/6789. Online unter https://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP15/Drucksachen/6000/15_6789_D.pdf.
[2] Homma S., Geiter O. (2004): Gänse und Menschen. Bereicherung oder Problem? http://www.kanadagans.de. (13. Juni 2016).
[3] Mueller-Töwe Jonas (2014): Gänsedreck sorgt für Ärger an Badeseen. In: Die Welt. http://www.welt.de/regionales/duesseldorf/article130001319/Gaensedreck-sorgt-fuer-Aerger-an-Badeseen.html. (13. Juni 2016).
 
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Quelle : PETA.de

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