PETA fordert Politiker auf, Tiertötungen zu untersagen

tvjoern / Pixabay
Nürnberg / Stuttgart, 22. Februar 2018 – Angesichts der zunehmenden gesellschaftlichen Debatte um die Daseinsberechtigung von Zoos hat der Tiergarten Nürnberg ein Zukunftskonzept entworfen, über das der städtische Kulturausschuss am Freitag beraten will. Statt weiteren Investitionen in bauliche Maßnahmen für die Gefangenhaltung von Wildtieren zuzustimmen, appelliert PETA dringend an das Gremium, die jährliche Tötung von mehreren Dutzend sogenannter Überschusstiere im Tiergarten zu untersagen. Des Weiteren fordert die Tierrechtsorganisation die Schließung des Delfinariums, in dem die Meeressäuger in winzigen Becken unter der Gabe von Psychopharmaka vor sich hin vegetieren müssen.

„Zoos sind Tiergefängnisse und haben keine Zukunft. Jetzt sollen in Nürnberg noch mehr Steuergelder in ein Fass ohne Boden geworfen werden. Aus dem Fiasko der Delfinlagune wurde anscheinend nicht dazugelernt“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Zoo und Zirkus bei PETA. „Der Tiergarten Nürnberg hält sich nur noch unter dem Deckmantel des Artenschutzes, stark bezuschusst mit öffentlichen Geldern und auf Kosten der Tiere, die einfach getötet oder abgeschoben werden, wenn eine neue Attraktion her soll.“

Mit Artenschutz haben die ständigen Zuchtbemühungen der Zoos wenig zu tun; sie verfolgen damit vor allem wirtschaftliche Interessen, um immer neue Tierbabys als Besuchermagnete zu präsentieren. Nicht wenige von ihnen werden später als sogenannte „Überschusstiere“ getötet. Auch der Tiergarten Nürnberg hat in den letzten Jahren immer wieder Tiere getötet, zwischen 2013 und 2015 bis zu 60 Tiere pro Jahr. 2016 war darunter sogar ein Przewalskipferd, ein Exemplar einer stark gefährdeten Wildpferdeart, das als „Futtertier“ in Nürnberg geschlachtet wurde. 2012 wurde im Tiergarten Nürnberg außerdem ein seltener Prinz-Alfred-Hirsch aus Platzgründen erschossen.

PETAs Kritik richtet sich seit Jahren auch gegen das Nürnberger Delfinarium. Die Bedürfnisse der intelligenten und hoch sozialen Delfine können in den kahlen Becken im Zoo nicht befriedigt werden. Deshalb sollen alle transportfähigen Tiere nach Wunsch der Tierrechtsorganisation in eine betreute Auffangstation im Meer umgesiedelt werden. Ein solches Meeresreservat entsteht laut Ankündigung noch in diesem Jahr auf der griechischen Insel Lipsi. In einem betreuten Meeresreservat könnten auch die Nürnberger Delfine wieder ihr Leben annähernd in Freiheit genießen.
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere sind nicht da sind, um uns zu unterhalten.

PETA setzt sich grundsätzlich für ein Nachstellverbot von exotischen Tieren in Gefangenschaft ein, weil die artwidrigen Haltungsbedingungen häufig schwere Verhaltensstörungen und Tierleid hervorrufen. Auswilderungen sind insbesondere bei den bedrohten Tiergruppen wie Menschenaffen, Eisbären oder Großkatzen nicht möglich, weil die Tiere im Zoo die dafür notwendigen Verhaltensweisen nicht erlernen können. Eine repräsentative Meinungsumfrage im Dezember 2015 ergab, dass mit 49 Prozent die Mehrheit der Deutschen das Einsperren von exotischen Tieren für moralisch bedenklich hält. Lediglich 37 Prozent äußerten keine Bedenken [1].

[1] Meinungsumfrage des Instituts Yougov zu den Themen Zoo und Zirkus vom Dezember 2015. Online unter: https://yougov.de/news/2015/12/16/tiere-fur-viele-ein-grund-nicht-den-zirkus-zu-gehe/

Weitere Informationen:
PETA.de/Zooirrtuemer
PETA.de/DelfinarienDeutschland

Quelle : PETA.de

Bilder 195.Michaelismesse Wertheim , Samstag Abend 01.10.2016