PETA fordert Umweltministerium auf, sogen


Wesseln / Stuttgart, 15. April 2019 – Grausame Entdeckung: Am 6. April erhielt die Tierärztin Agne Levandaviciene von der Wesselner Kleintierpraxis Lavendelhof einen Anruf einer Familie, die einen schwer verletzten Kater an der Kreisstraße in Weddingstedt entdeckt hatte. Untersuchungen ergaben, dass das Tier 15 Schrotkugeln im Leib und wohl schon eine Woche in dem Zustand gelitten hatte. Wer den Kater angeschossen und verletzt zurückgelassen hat, ist bislang unklar. Angesichts der rund 4000 bis 5000 durch schleswig-holsteinische Jäger getöteten Katzen pro Jahr fordert PETA nun das Umweltministerium in Kiel auf, den Abschuss von „Haustieren“ zu verbieten. Die Rechtfertigungsversuche des Vizepräsidenten des Landesjagdverbandes, Axel Claußen, der die massenhafte Tötung von Katzen mit dem Artenschutz begründet, weist die Tierschutzorganisation zurück. Studien zufolge bedrohen nicht Katzen, sondern die industrielle Landwirtschaft sowie die Jagd selbst seltene Arten wie Hasen oder Bodenbrüter.
 
„Um die massenhaften Tötungen zu rechtfertigen, hängen die Jäger der Katze das Image eines Vogelkillers an, der angeblich eine Gefahr für die Vogelpopulationen darstellt“, so Nadja Michler, Fachreferentin für Wildtiere bei PETA. „Seriöse Beweise oder belastbare Studien aus der Wissenschaft fehlen für diese Behauptung jedoch. Beim Abschuss von Hunden und Katzen geht es den Jägern nicht um Arten- oder Tierschutz. Die wahren Motive sind Beuteneid und die Lust am Töten.“
 
Hintergrundinformationen
Jedes Jahr erschießen Jäger in Deutschland schätzungsweise 350.000 Katzen. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil in den meisten Bundesländern keine Meldepflicht besteht. In Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen ist der sogenannte Haustierabschuss bereits gesetzlich verboten oder nur in genehmigungspflichtigen Einzelfällen unter strengen Auflagen erlaubt.
 
Die Argumentation der Jäger, dass Hunde und Katzen angeblich Wildtiere hetzen oder deren Population gefährden, ist nicht haltbar. De facto töten Jäger selbst massenhaft Tiere bedrohter Arten. Im Jagdjahr 17/18 wurden bundesweit 184.690 Feldhasen getötet, davon allein 24.109 in Schleswig-Holstein. Es gibt zwar enorme Populationsrückgänge bei bestimmten Vogelarten. Doch Experten sehen das Problem in der Zerstörung von Lebensräumen durch die anhaltende Intensivierung der Landwirtschaft und in dem vermehrten Einsatz von Pestiziden [1]. Die Bestandsrückgänge den sogenannten Hauskatzen anzulasten, ist absurd – insbesondere, weil sie sich überwiegend in Siedlungsbereichen aufhalten und die gefährdeten Vogelarten nicht zu ihrem Beutespektrum gehören. Die Population gefährdeter Vogelarten in Städten ist stabil, obwohl hier die höchste Katzendichte anzutreffen ist.
 
Tierfreundliche Regelungen für die Katzenpopulation
Über 500 Städte und Gemeinden haben bereits die Kastrationspflicht für freilaufende Katzen eingeführt und sich damit für eine dauerhafte und tierfreundliche Regelung entschieden. Ein Anstieg der Population von verwilderten Katzen und damit verbunden auch das Leid der heimatlosen Tiere kann ausschließlich durch die Kastrationspflicht dauerhaft verhindert werden.
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] Sudfeldt, C., F. Bairlein, R. Dröschmeister, C. König, T. Langgemach & J. Wahl (2012): Vögel in Deutschland – 2012. DDA, BfN, LAG VSW, Münster.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Katzenabschuss-durch-Jaeger
PETA.de/Jagd-Hintergrundwissen
PETA.de/Zwangsbejagung-stoppen

Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, CarolinVS@peta.de



Quelle : PETA.de

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