PETA kritisiert Gemeinderat für Genehmigung von Wildtierdressuren


Offenburg / Stuttgart, 14. Dezember 2018 – Traurige Weihnachten für Tiere: Ab dem 19. Dezember öffnet der „Offenburger Weihnachtscircus“ seine Pforten. PETA übt scharfe Kritik an der tierschutzwidrigen Veranstaltung, bei der exotische Wildtiere wie Löwen, Tiger, Elefanten, Seelöwen und Zebras zu unnatürlichen „Kunststücken“ gezwungen werden. Die Tierrechtsorganisation appelliert erneut an die Kommunalpolitiker, ein Zirkus-Wildtierverbot auf den Weg zu bringen. Dafür stellt die Tierrechtsorganisation einen rechtssicher gestalteten Musterantrag zur Verfügung, in dem vor allem die Abwehr von Gefahren durch Großwildtiere im Vordergrund steht.
 
„Für die Tiere im Zirkus ist Weihnachten kein Fest – sie zahlen einen hohen Preis für das kurze, zweifelhafte Vergnügen der Zirkusbesucher“, so Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Offenburg sollte der Tierquälerei endlich einen Riegel vorschieben und verantwortungsvoll handeln, denn Zirkusse mit Wildtieren sind auch eine erhebliche Gefahr für Zuschauer und Anwohner.“
 
Hinter dem Offenburger Weihnachtscircus steht Zirkus Charles Knie. Raubtierdompteur Alexander Lacey wechselte 2017 von Ringling Bros. and Barnum & Bailey zurück zu Charles Knie, nachdem der große US-Wildtierzirkus aufgrund schwindender Zuschauerzahlen aufgab. PETA weist nachdrücklich auf die Gefahren der Raubtierdressur hin: Erst im vergangenen Jahr entkam einer der Tiger während eines Transports in den USA, streifte durch bewohnte Siedlungen und wurde schließlich von der Polizei erschossen. Im Frühjahr 2018 wurde Lacey während der Show in Stendal von einer Löwin angegriffen und musste mehrere Tage im Krankenhaus verbringen. Weiterhin kritisiert PETA die Dressuren des Elefanten- und Seelöwendompteurs Erwin Frankello. Elefanten und Seelöwen sind Wildtiere mit hohen Ansprüchen an ihren Lebensraum, die in einem reisenden Zirkus nicht erfüllt werden können.
 
Kommunale Wildtierverbote weiterhin zulässig
Mehr als 100 deutsche Städte und Kommunalvertretungen haben bereits ein kommunales Wildtierverbot beschlossen und damit ein Zeichen für den Tierschutz gesetzt. Hinsichtlich der insgesamt uneinheitlichen Rechtsprechung verschiedener deutscher Gerichte bestätigt ein Gutachten aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, dass kommunale Wildtierverbote weiterhin zulässig sind – insbesondere, wenn neben tierschutzfachlicher Erwägungen auch der kommunalrechtlich relevante Aspekt der Gefahrenabwehr als ein wesentlicher Grund für das Verbot genannt wird, da die Verantwortung dafür bei den Kommunen liegt. Jährlich mehrere Dutzend, teils gefährliche Ausbrüche von Tieren im Zirkus bestätigen die Notwendigkeit einer weitergehenden Regelung.
 
Mehrheit der Deutschen befürwortet Wildtierverbot
Bezüglich exotischer Wildtierarten sprechen sich auch die Bundestierärztekammer sowie die Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland für ein Verbot aus. Einer repräsentativen forsa-Umfrage zufolge sind 82 Prozent der Deutschen der Meinung, dass Wildtiere im Zirkus nicht artgerecht gehalten werden können. Auch der Bundesrat forderte 2016 erneut ein Verbot von Wildtieren im Zirkus und begründete in seinem Entschließungsantrag detailliert, warum sie erheblichem Leid ausgesetzt sind – unabhängig vom jeweiligen Betrieb. Vor diesem Hintergrund kritisiert PETA insbesondere die CDU/CSU-Fraktion, die als einzige Partei im Bundestag ihre Zustimmung zu einem Wildtierverbot verweigert, sowie die FDP-Fraktion für ihre Unentschlossenheit.
 
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht dazu da sind, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus, denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 
[1] Kveton, P. (2016): Zirkus zieht Klage zurück. Kommunen dürfen weiter Verbote für Wildtiere erlassen. In: Bayerischer Rundfunk.
[2] VG München, Az. M7K 13.2449.
 

Bei Dompteur Alexander Lacey müssen Raubkatzen unnatürliche Zirkusnummern aufführen. / © PETA Deutschland e.V.
 
Das druckfähige Motiv steht hier zum Download zur Verfügung.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus-Charles-Knie
PETA.de/Frank-Sonni-Frankello-Elefantendresseur-Platschow
PETA.de/Wildtierdressur
PETA.de/VerbotWildtiereImZirkus
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, LisaKi@peta.de



Quelle : PETA.de

Bilder / Video Französischer Markt Wertheim 20.-22.05.2016 – Live Musik und Kulinarisches