PETA kritisiert umwelt- und tierfeindliche Auszeichnung


Heilbronn / Stuttgart, 7. November 2019 – Käse bedeutet Tierleid: Diese Woche veranstaltet die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) in Heilbronn den größten Käse-Test des Landes. Am Ende erhalten einige der Produkte, darunter Käse, Joghurt und Quark, eine DLG-Prämierung in Gold, Silber oder Bronze in Form eines Siegels auf der Verpackung. PETA kritisiert sowohl die Veranstaltung als auch die Produktprämierung, denn Milcherzeugnisse stehen in Zusammenhang mit Tierquälerei und einer hohen Umweltbelastung. Diese Kriterien werden allerdings nicht in die Bewertung miteinbezogen, wodurch das Siegel den Verbrauchern ein falsches Bild vermittelt. PETA fordert ein Ende solcher Veranstaltungen und spricht sich für ein Verbot der Nutzung von Tieren für Lebensmittel aus.

„Kuhmüttern werden in der Milchindustrie meist kurz nach der Geburt ihre Kälber entrissen. Oftmals schreien beide noch tagelang verzweifelt nacheinander“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin für Tiere in der Ernährungsindustrie bei PETA. „Dies alles geschieht, weil die komplette Milch, die eigentlich für die Kälbchen da ist, möglichst gewinnbringend an uns Menschen verkauft werden soll. Bei Hunde- oder Menschenmüttern wäre dies unvorstellbar. Wir appellieren daher an die DLG, dieses Tierleid nicht weiter zu ignorieren, und an die Konsumenten, zukünftig veganen Käse zu kaufen.“

Tierleid und Umweltproblematik hinter Milch
Kühe werden in der Milchindustrie wie Maschinen behandelt. Sie werden durch Züchtung zu Hochleistungen angetrieben, mit hohen Mengen Kraftfutter artwidrig ernährt und immer häufiger mit Antibiotika gegen Krankheiten behandelt. Die Tiere sind nur aufgrund all dieser Maßnahmen in der Lage, unnatürlich große Mengen Milch zu produzieren. Allerdings geben Kühe – wie jedes andere Säugetier auch – nur dann Milch, wenn sie ein Kind zur Welt gebracht haben. Um den Milchfluss konstant hoch zu halten, werden sie deshalb etwa jährlich künstlich besamt. Nach neun Monaten, also einer ebenso langen Schwangerschaft wie bei Menschen, gebärt eine Kuh ihr Kalb. In modernen Milchbetrieben, auch im Biosektor, werden Kuhbabys ihren Müttern in der Regel unmittelbar oder nur wenige Stunden nach der Geburt entrissen. Der männliche Nachwuchs wird meist in die Kalbfleischindustrie verkauft und nach wenigen Monaten getötet. Weibliche Kälber hingegen müssen ein Leben wie ihre Mütter führen und sind nach durchschnittlich unter fünf Jahren nicht mehr rentabel für die Betriebe, weswegen sie dann ebenfalls im Schlachthaus landen. Ihre natürliche Lebenserwartung würde bis zu 20 Jahre betragen.
Die Haltung der Vielzahl aller Kühe in Laufställen oder sogar der Anbindehaltung ist alles andere als artgerecht. Darüber hinaus werden für ihr Futter oftmals Regenwälder gerodet. Zudem stoßen die Tiere Methangas aus, das für das Klima noch schädlicher ist als CO2.
Für die Herstellung von Käse wird eine große Menge an Milch verbraucht. Für einen Laib Emmentaler beispielsweise benötigt man etwa 1.000 Liter Rohmilch.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht da, damit wir sie essen oder in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

Weitere Informationen:
Veganstart.de
PETA.de/Milch-Hintergrund
PETA.de/Anbindehaltung
PETA.de/Umwelt

Pressekontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, [email protected]



Quelle : PETA.de

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