PETA protestiert gegen Ferienangebot des Stuttgarter Naturkundemuseums


Stuttgart, 25. Oktober 2018 – Ratten, Frösche und Fische können Kinder und Jugendliche in einer Ferienaktion des Naturkundemuseums Stuttgart aufschneiden und präparieren. PETA lehnt diese Workshops ab: Es ist nicht zu rechtfertigen, dass für einen solchen Kurs Tiere ihr Leben lassen müssen und sie als bloßes Anschauungsmaterial missbraucht werden. Der Bitte der Tierrechtsorganisation, stattdessen auf moderne, tierfreundliche Methoden zu setzen, will das Museum jedoch nicht nachkommen. Zum Start der Sektionskurse stehen die Tierfreunde deshalb am Dienstag, 30. Oktober, in Ratten- und Froschmasken und mit Protestschildern vor dem Schloss Rosenstein, um ein Ende der Sezierkurse zu fordern. Passanten und Kursteilnehmer will PETA mit Flyern und einer Sektions-App überzeugen.

„Sezieren ist kein Kinderspiel! Ein solches Kursangebot ist völlig ungeeignet, um junge Menschen an einen achtungsvollen Umgang mit Natur und Lebewesen heranzuführen“, so Anne Meinert, Kognitionsbiologin und Fachreferentin gegen Tierversuche bei PETA. Biologisches Wissen lässt sich lehren, ohne dass dafür ein Tier getötet werden muss.“

Eine Alternative ist beispielsweise die iPad-App „Virtual Frog Dissection“ [1]. Diese ermöglicht die Sektion auf dem iPad-Screen, virtuell und ohne Tierleid. Mit der App können die Anatomie und Morphologie des Frosches erlernt und Organe in 3-D untersucht werden. Vom selben Anbieter gibt es eine vergleichbare App mit einem Rattenmodell.

PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um an ihnen zu experimentieren. Nach Ansicht der Tierrechtsorganisation sind das Töten von Tieren für Sezierkurse und das Sezieren von Lebewesen ethisch nicht vertretbar, zumal es zahlreiche Alternativen gibt. Studien belegen, dass mit Alternativmethoden in Bezug auf die Vermittlung von biologischem Wissen gleichwertige und zum Teil sogar bessere Ergebnisse erzielt werden als beim Experimentieren an Tieren [2, 3, 4]. Entsprechende Softwareprogramme enthalten zudem Module, die erläutern, wie der Körper funktioniert, beinhalten direkte anatomische Vergleichsmodelle und Informationen über Ökologie und Verhalten – nichts davon kann durch das Sezieren eines Tieres gelehrt werden.

[1] https://itunes.apple.com/us/app/frog-dissection/id377626675?mt=8.
[2] Patronek, G. J., & Rauch, A., 2007: Systematic review of comparative studies examining alternatives to the harmful use of animals in biomedical education. Journal of the American Veterinary Medical Association, vol. 230, no. 1 , pp. 37-43.
[3] Dissection alternatives, 2013. Retrieved June 5, 2013, from http://pcrm.org/research/edtraining/dissectionalt.
[4] Knight, A., 2007: The effectiveness of humane teaching methods in veterinary education. Altex, vol. 24, no. 2, p. 91.

Wann & Wo:
Dienstag, 30.10.2018, 13:00 – 14:30 Uhr (Sezierkurs findet um 14 Uhr statt), vor dem Museum für Naturkunde Stuttgart (Schloss Rosenstein), Rosenstein 1, 70191 Stuttgart
Interviewpartnerin vor Ort: Anne Meinert, Tel.: +49 174 2497249


Ethisch fragwürdig: Ratten und andere Tiere werden im Stuttgarter Naturkundemuseum von Kindern aufgeschnitten. / © PETA

Das Motiv kann hier heruntergeladen werden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Tierversuche
PETA.de/Tierversuche_in_der_Lehre

Kontakt: 
Denis Schimmelpfennig, +49 711 860591-528, DenisS@peta.de 



Quelle : PETA.de

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