PETA ruft zum Boykott der Messe „fish international“ in Bremen auf

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Bremen / Stuttgart, 23. Februar 2018 – Absage an grausamen Fischfang: Am 25. Februar startet die „fish international“, eine Fachmesse für Handel und Gastronomie, in Bremen. Im Hinblick auf das milliardenfache Leid beim Fischfang und der Aquakultur ruft die Tierrechtsorganisation PETA zum Boykott der Veranstaltung auf.

„Heute wissen wir, dass ein Fisch ein ‚Jemand‘ ist und kein ‚Etwas‘ – somit ist es ein Armutszeugnis für eine Messe, die routinemäßige Gewalt an Fischen zu ignorieren“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA.“

Beim Fischfang werden Milliarden sensibler Wirbeltiere über Minuten oder gar Stunden hinweg einem qualvollen Todeskampf ausgesetzt, bevor sie schließlich ersticken oder ohne Betäubung aufgeschnitten werden. In riesigen Netzen werden jedes Jahr zwischen 970 und 2.700 Milliarden Fische für die menschliche Ernährung in den Ozeanen gefangen. Weitere 450 bis 700 Milliarden werden gefischt, um aus ihnen Fischmehl und -öl für die Fütterung der 37 bis 120 Milliarden Fische herzustellen, die weltweit in Aquakulturen gezüchtet werden [1]. Wenn Fische aus den Tiefen der Meere an die Oberfläche gezogen werden, führt die starke Druckabnahme oft dazu, dass ihre Schwimmblase reißt, ihre Augen aus den Höhlen quellen und Speiseröhre und Magen aus dem Mund herausgepresst werden. Auch auf Zuchtfarmen leiden Fische, da sie ihr gesamtes Leben auf engstem Raum in überfüllten Netzen oder Becken zusammengepfercht verbringen und von Lachsläusen angefressen werden. Auf manchen Zuchtfarmen ist die Zahl der Fischläuse so hoch, dass einzelne Körperteile der Fische bis auf die Knochen abgenagt werden.

Hinzu kommt, dass der Verzehr von Fisch gesundheitliche Risiken birgt. Fische absorbieren zahlreiche Giftstoffe sowie mikroskopisch kleine Plastikteile, sodass ihr Fleisch oftmals mit Mikroplastik oder Toxinen wie Quecksilber, Blei, Arsen, PCB und Pestiziden angereichert ist.

Fische sind neugierige und freundliche Wirbeltiere mit individuellen Persönlichkeiten. In Intelligenztests schneiden Fisch besser ab als Schimpansen, Orang-Utans und Kapuzineräffchen [2]. Sie haben ein komplexes Sozialleben, kommunizieren auf vielfältige Weise, sind loyal und schließen Freundschaften [3]. Vor allem aber: Sie spüren Angst, Stress und Schmerz. Neben internationalen wissenschaftlichen Studien, die bestätigen, dass Fische Schmerzen spüren, kommt auch das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, in seiner Stellungnahme für die Bundesregierung zu dem Schluss, dass „Fische zur Schmerzwahrnehmung fähig sind und entsprechend als sensible Lebewesen behandelt und geschützt“ werden sollten [4].

PETA verweist auf den zweiten „Welttag für das Ende von Fischerei“ am 24. März 2018. Er ist Teil der Weltkampagne „Ein neuer Blick auf Fische“, die 2016 in der Schweiz ins Leben gerufen wurde und sich international verbreitet. Mehr als 80 internationale Organisationen, darunter auch PETA, nehmen an dieser Kampagne teil, veranstalten in der letzten Märzwoche Aktionen für Fische auf den Straßen und fordern das Ende der Fischerei [5].

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten, wir an ihnen experimentieren oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.

[1] Fishcount.org.uk
[2] https://www.emory.edu/LIVING_LINKS/publications/articles/Salwiczek_etal_2012.pdf.
[3] http://us.macmillan.com/books/9780374714338.
[4] Stellungnahme des FLI zu den Veröffentlichungen von Rose et al. (2012) sowe Arlinghaus und Cyrus (2013) (Berichterstatter: Dr. Michael Marahrens, Dr. Inga Schwarzlose), 2013.
[5] end-of-fishing.org.

Weitere Informationen
PETA.de/Themen/Fische
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex

Kontakt:
Jana Fuhrmann, +49 711 860591-529, JanaF@peta.de

Quelle : PETA.de

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