PETA – Tödliche Elefantenattacke von Buchen: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ergebnislos ein

Elefantendame Benjamin/Baby bei Circus Luna (2011) / © PETA

Tödliche Elefantenattacke von Buchen: Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ergebnislos ein

 

PETA bedauert ausbleibende Klärung und fordert sofortiges Wildtierverbot für Zirkusbetriebe

Mosbach / Stuttgart, 10. Oktober 2016 – Tod bleibt ungesühnt: Nachdem die Elefantendame Benjamin (Baby) am 13. Juni 2015 einen 65-jährigen Mann im baden-württembergischen Buchen getötet hatte, hat die Staatsanwaltschaft Mosbach die Ermittlungen nun ergebnislos beendet. Die Tierrechtsorganisation PETA hatte unmittelbar nach dem Vorfall Strafanzeige gegen die Verantwortlichen des Circus Luna sowie einige Behörden erstattet, weil die Elefantendame aufgrund der mangelhaften Zirkusbedingungen unter schweren Verhaltensstörungen litt und ihre Unberechenbarkeit seit Jahren bekannt war. So verletzte das Tier bei drei Vorfällen in den Jahren 2000, 2010 und 2012 insgesamt vier Menschen teilweise schwer. Darüber hinaus sind zahlreiche Vorfälle bekannt, bei denen Benjamin aus dem Zirkus ausbrechen konnte und ohne Aufsicht herumlief. PETA hatte sich deshalb bereits vor Jahren warnend an das Innenministerium, das Umweltministerium, die Regierungspräsidien und immer wieder an zahlreiche Veterinärbehörden in Baden-Württemberg gewandt und gefordert, den Afrikanischen Elefanten endlich aus dem Zirkus zu nehmen. PETA bedauert, dass die Staatsanwaltschaft die Schuldfrage trotz der einschlägigen Historie der Elefantenhaltung nicht klären konnte.

„Die Elefanten in deutschen Zirkusbetrieben sind durch die ständigen Misshandlungen verhaltensgestört und daher tickende Zeitbomben. Wir fordern die Bundesregierung erneut auf, die Haltung von Tierarten wie Elefanten, Tiger und Löwen in Zirkusbetrieben aus Gründen des Tierschutzes und der öffentlichen Sicherheit sofort zu verbieten“, so Peter Höffken, Fachreferent für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA.

Die Elefantendame Benjamin war im Juni 2015 in Buchen außerhalb des Zirkusgeländes unterwegs und traf rund 100 Meter entfernt auf einem Sportgelände auf das spätere Todesopfer. Wie es dazu kam, konnte die Staatsanwaltschaft Mosbach nicht eindeutig ermitteln. Sie teilte nun mit, dass zwar ein Indiz, jedoch keine hinreichenden Beweise dafür gefunden wurden, dass eine Person aus dem Zirkusbetrieb zum Zeitpunkt des Vorfalls bei dem toten Mann und dem Elefanten gesehen wurde. Ein Augenzeuge konnte die Person nicht zweifelsfrei identifizieren, obgleich er Kleidungsstücke wiedererkannte. Hinweise, dass ein Betriebsfremder in den Zirkus eingedrungen sei und den Elefanten befreit habe, gäbe es ebenfalls nicht. Es bestehe lediglich der Verdacht gegen den Zirkusdirektor, dass er es unterlassen habe, ausreichende Sicherungsmaßnahmen gegen von ihm behauptete angebliche Befreiungsversuche zu treffen oder die üblichen Freigänge des Elefanten – mit oder ohne Begleitung durch Aufsichtspersonen – zu unterbinden.

Die tödliche Elefantenattacke fand eine schicksalsschwere Fortsetzung: Die Ehefrau des getöteten Mannes nahm sich einige Zeit nach dem Todesfall das Leben. Angesichts dieses und zahlreicher weiterer Vorfälle mit Wildtieren im Zirkus hält es PETA für unverantwortlich von der CDU/CSU, dass sie als einzige Fraktion im Bundestag die Haltung von gefährlichen Tieren in Zirkusbetrieben weiterhin nicht verbieten will.

Die Elefantendame wurde nach dem Vorfall in Buchen in den Safaripark Stukenbrock gebracht. Benjamin, auch „Baby“ genannt, hat sich problemlos in eine Gruppe mit drei Afrikanischen Elefanten integriert. Doch noch immer werden in Deutschland rund 40 Elefanten und andere gefährliche Tiere wie beispielsweise circa 200 Tiger und Löwen in Lastwagen von Stadt zu Stadt gefahren und in unzureichend gesicherten Gehegen zur Schau gestellt.

Weitere Informationen:

PETA.de/Chronik-Circus-Luna

PETA.de/Circus-Luna

PETA.de/Zirkusunfälle

PETA Deutschland e.V. ist mit über einer Million Unterstützern die größte Tierrechtsorganisation des Landes und setzt sich durch Aufdecken von Tierquälerei, Aufklärung der Öffentlichkeit und Veränderung der Lebensweise dafür ein, jedem Tier zu einem besseren Leben zu verhelfen.