PETA zeigt Organisatoren von Kinder- und Jugendfi


Catch and Release bedeutet Angst, Schmerz und Atemnot für Fische

 
Feldkirchen in Kärnten / Klagenfurt am Wörthersee / Stuttgart, 25. Juli 2019 – Sie zappeln am Haken und ringen schließlich außerhalb des Wassers um Sauerstoff: Einem Medienbericht zufolge veranstaltet der Fischereiverein Feldkirchen am Dietrichsteiner See regelmäßig Wettangelveranstaltungen mit Kindern und Jugendlichen, um Nachwuchs zu rekrutieren. Dabei angeln die jungen Teilnehmer nach möglichst schweren und langen Fischen, die nach dem Fang gewogen und gemessen werden. Anschließend werden sie ins Wasser zurückgesetzt, was als Catch and Release bezeichnet wird. Die Kinder, die die schwersten und längsten Fische gefangen haben, erhalten Preise und eine Urkunde. Am Sonntag, 28. Juli, soll die nächste Wettangelveranstaltung stattfinden.
 
Die Tierschutzorganisation PETA sieht hierin einen Verstoß gegen Paragraf 5 Absatz 1, 2 des österreichischen Tierschutzgesetzes, nach dem keinem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden, Schäden, Atemnot und Angst zugefügt werden dürfen. Daher erstattete PETA am Mittwoch Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft in Klagenfurt und fordert zudem die Einstellung künftiger Wettangelveranstaltungen mit Kindern.
 
„Fische sind kein Spielzeug“, so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin und Fachreferentin für Fische und Meerestiere bei PETA. „Catch and Release sowie Wettfischen bedeutet für die sensiblen Wirbeltiere Angst, Atemnot und oftmals Verletzungen. Zudem wird hier Kindern die pädagogisch falsche Botschaft vermittelt, Fische seien zur Unterhaltung der Menschen da.“
 
Eine Studie stellte fest, dass etwa 40 Prozent der bei Catch and Release gefangenen Fische nicht überlebte [1].
 
PETA verweist auf die Verfügungen deutscher Justizbehörden wie dem Amtsgericht Lemgo vom 31. März 2011 (Az.: 25 Cs-22-Js 86/10-194/10), in denen ausdrücklich festgestellt wird, dass es sich beim Catch and Release um eine strafbare Handlung handelt, sowie auf die Ausführung des Oberverwaltungsgerichts Münster vom 3. Juli 2015 (Az.: 20 B 209/15), der zufolge beim Ausüben der Catch-and-Release-Praxis kein vernünftiger Grund besteht, den Tieren Schmerz und Leid zuzufügen, und somit ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz vorliegt. Im Dezember 2017 wurde ein Catch-and-Release-Angler aus Thüringen zu einer Geldbuße von 200 Euro verurteilt. Bereits 2016 zahlte Ex-Fußballprofi Klaus Augenthaler in einem vergleichbaren Fall mehr als 3.000 Euro Geldbuße. Rapper Marteria bezahlte Anfang 2018 eine Geldstrafe von 5000 Euro.
 
Die britische Biologin Lynne Sneddon wies nach, dass Fische im Kopf- und Mundbereich – also genau da, wo der Angelhaken das Gewebe durchbohrt – zahlreiche Schmerzrezeptoren haben [2]. Fische zeigen Schmerzverhalten: Sie bewegen sich ruckartig, reiben ihren Mund am Beckenrand, stellen die Nahrungsaufnahme ein und ihre Atemfrequenz erhöht sich. Gibt man ihnen Schmerzmittel, stellen sie dieses Verhalten wieder ein [3]. PETA spricht sich generell gegen das Angeln und den Fischfang aus und unterstützte den Internationalen Welttag zur Abschaffung von Fischerei und Aquakultur am 30. März 2019 mit zahlreichen Aktionen [4].
 
PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
[1] Sitar, S. P., Brenden, T. O., He, J. X., & Johnson, J. E. (2017): Recreational postrelease mortality of lake trout in Lakes Superior and Huron. North American Journal of Fisheries Management Vol. 37, Iss. 4.
[2] Sneddon, L. U., Braithwaite, V. A., & Gentle, M. J. (2003): Do fishes have nociceptors? Evidence for the evolution of a vertebrate sensory system. Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, 270(1520), 1115–1121. http://doi.org/10.1098/rspb.2003.2349.
[3] Sneddon, L. U. (2003): The evidence for pain in fish: the use of morphine as an analgesic. Applied Animal Behaviour Science, 83(2), 153-162. DOI: 10.1016/S0168-1591(03)00113-8.
[4] End-of-fishing.org/de.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Fische
PETA.de/Fische-Schmerz-Neocortex
 
Kontakt:
Lisa Kienzle, +49 711 860591-536, [email protected]



Quelle : PETA.de

Bilder / Video Französischer Markt Wertheim 20.-22.05.2016 – Live Musik und Kulinarisches