Pferderipper – Unbekannter verletzt Pferd brutal mit Messer – 1000 Euro Belohnung für Hinweise ausgesetzt

 

Horse Horses Equine Animal Nature
zoegammon / Pixabay Symbolbild Pferd

Tierschutzorganisation fordert bundesweites Register für „Pferderipper“-Fälle

Pfullingen / Stuttgart, 10. Dezember 2019 – Fahndung nach Tierquäler: Einer Polizeimeldung zufolge verletzte ein Unbekannter in der Nacht von Freitag auf Samstag ein Pferd auf einem Hof in Pfullingen mit einem Messer schwer. Die Tierhalterin fand ihren Vierbeiner am Samstagmittag blutend vor und alarmierte einen Tierarzt. Hinweise auf einen möglichen Täter nimmt das Polizeirevier Pfullingen unter der Telefonnummer 07121-99180 entgegen.

PETA setzt Belohnung aus
Um den Fall aufzuklären, setzt PETA nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise, die den Tierquäler überführen, aus. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizei zu wenden und können sich telefonisch unter 0711-8605910 oder per E-Mail bei der Tierschutzorganisation melden – auch anonym.

Beispielfoto: Die Tat eines „Pferderippers“ in Thüringen. / © PETA Deutschland e.V.

„Immer wieder fügen Unbekannte Pferde in Ställen oder auf Weiden schwere Verletzungen zu“, sagt Judith Pein im Namen von PETA. „Derartige Vorfälle gibt es bundesweit. Wir möchten mit der ausgesetzten Belohnung dazu beitragen, die Täter zu finden. Außerdem fordert PETA ein behördliches Register, in dem Anschläge auf Pferde und bereits überführte Tierquäler erfasst werden. So könnten mögliche Tatzusammenhänge aufgezeigt sowie Täterprofile erstellt werden. Behörden könnten effektiver überregional zusammenarbeiten. Pferdehalter würden über Gefahrenschwerpunkte informiert und gewarnt werden, um ihre Vierbeiner besser vor Angriffen schützen zu können. Die Überführung sadistischer Täter ist umso wichtiger, da sich Tierquäler unter Umständen später auch an Menschen vergehen.“

PETA registriert seit 2013 bundesweit Taten von „Pferderippern“ und stellt diese Informationen gerne den ermittelnden Behörden zur Verfügung. In der Region um Pfullingen wurden bereits 2015 Pferde von Unbekannten verletzt, beispielsweise in Tübingen-Lustnau sowie in Leinfelden-Echterdingen. Hier verletzte der Täter drei Stuten in einer Box eines Pferdehofes mit einem stumpfen Gegenstand im Genitalbereich. Auch in Überlingen gab es in den vergangenen Jahren mehrfach Übergriffe auf Pferde.

PETA setzt regelmäßig Belohnungen in Fällen von misshandelten Tieren aus, um bei der Ermittlung der Täter zu helfen. Mit Erfolg: Die Tierschutzorganisation zahlte vergangenes Jahr eine Belohnung von 1000 Euro an drei Pferdehalterinnen in Lorsch aus. Ihre Hinweise hatten einen Tierquäler, der im April 2016 eine Stute mit einem Dildo malträtierte, überführt. Auch zwei Frauen aus Dortmund haben bereits PETAs Belohnung erhalten, da sie im Februar 2017 einen Mann überführten, der mehrfach ihr Pony misshandelt hatte.

Vorsichtsmaßnahmen – Tipps für Pferdehalter
PETA rät Pferdehaltern zur besonderen Aufmerksamkeit, wenn ein „Pferderipper“ umgeht. Die Tiere sollten – sofern möglich – nachts nicht auf der Koppel stehen, sondern in einer sicheren, bestenfalls mit Videokameras ausgestatteten Stallung untergebracht werden. Alle Zugänge sollten gesichert und abgesperrt sein. Zudem sollten Kontrollgänge nach Möglichkeit zu unregelmäßigen Zeiten durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es dabei ratsam, diese mit mindestens zwei Personen auszuführen und Mobiltelefone bei sich zu tragen. Verdächtig erscheinende Personen in der Umgebung sollten unbedingt der nächsten Polizeidienststelle gemeldet werden, ebenso wie Personen, die bereits in der Vergangenheit durch ihr Verhalten aufgefallen sind.

Zusammenhang zwischen Gewalttaten an Menschen und Tieren
PETA warnt, dass insbesondere Taten, die von sogenannten „Pferderippern“ begangen werden, als Indikator für eine mögliche Vorstufe schwerer Sexual- oder Gewaltdelikte gelten. Zahlreiche Mörder vergingen sich zunächst an Tieren, bevor ihnen Menschen zum Opfer fielen. So ließ der als „Rhein-Ruhr-Ripper“ bekannte Serienmörder Frank Gust seine perversen Fantasien zunächst an Pferden, Schafen und Rindern aus, bevor er vier Frauen auf exakt dieselbe Weise tötete wie zuvor die Tiere.

Psychologen, Gesetzgeber und Gerichte sind sich mittlerweile einig, dass Vergehen an Tieren vermehrt Aufmerksamkeit verlangen. Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität des Saarlandes dazu: „Geschätzte 80 bis 90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.“ [1] Über den Zusammenhang von Tierquälerei und Gewalttaten klärt PETA in der Broschüre „Menschen, die Tiere quälen, belassen es selten dabei“ auf, die als Informationsquelle für Staatsanwälte, Richter, Polizeibeamte und Sozialarbeiter dient.

[1] Gespräch mit PETA Deutschland e.V., 2010.

Weitere Informationen:
PETA.de/Tierquaelereichronik
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Staatsanwalt

Quelle : PETA.de
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