Pflege bleibt Dauerherausforderung / bpa diskutiert mit Thüringer Bundestagskandidaten | Pressemitteilung bpa

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Erfurt (ots) – Die Landesgruppe Thüringen des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa)hatte für den heutigen 29. August 2017 Kandidatinnen und Kandidaten der im Bundestag vertretenden Parteien nach Erfurt eingeladen. Gemeinsam mit dem bpa-Präsidenten Bernd Meurer diskutierten Manfred Grund (CDU), Martina Renner (Die Linke) und Roberto Kobelt (Bündnis90/Die Grünen) – Carsten Schneider (SPD) musste krankheitsbedingt absagen – über die jeweiligen Vorhaben ihrer Parteien und die Wahlprüfsteine des bpa zum Thema Altenpflege. Mindestens 3,5 Millionen Menschen bedürfen im Jahr 2030 zu Hause oder im Heim der Pflege. Die Zahl der benötigten Heimplätze steigt um 160.000. Dafür werden zusätzlich 500.000 Pflegekräfte benötigt. Über 100 Milliarden Euro müssen bis dahin in die Pflegeinfrastruktur investiert werden.

Die Vorsitzende des bpa Thüringen, Margit Benkenstein, hob die Initiativen der schwarz-roten Bundesregierung in ihrer Begrüßung hervor: “Drei Pflegestärkungsgesetze, die Entbürokratisierung der Dokumentation, die Entlastung von pflegenden Angehörigen oder die Besserstellung von Demenzerkrankten zeigen, dass die Bundesregierung das Thema Pflege in der vergangenen Legislaturperiode im Blick hatte. Doch Pflege bleibt eine Dauerherausforderung. Vor allem die Entscheidung, eine generalistische Ausbildung einzuführen, stellt die Branche vor große Schwierigkeiten.” Die Bundesregierung hat beschlossen, die Altenpflege-, Kranken- und Kinderkrankenpflegeausbildungen zusammenzulegen, ohne die Ausführungsbestimmungen zu klären.

Alle Parteien haben sich in ihren Wahlprogrammen mehr oder weniger intensiv zum Thema Zukunft der Pflege geäußert. SPD, Grüne und Linke wollen, dass alle Berufsgruppen in die Pflegeversicherung einzahlen und pflegende Angehörige stärker entlastet werden. bpa-Präsident Bernd Meurer gibt zu bedenken: “Eine Entlastung der Beitragszahler macht die Pflege nicht automatisch günstiger oder sorgt für mehr und besser bezahlte Pflegekräfte. Es braucht die Bereitschaft der Pflegekassen, die Pflegesätze zu erhöhen. Erst das versetzt die Einrichtungen in die Lage, ihr Personal besser bezahlen zu können und damit den Altenpflegeberuf attraktiver zu machen.”

Seit Einführung der Pflegeversicherung 1995 haben private Unternehmen ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen aufgebaut. Diese meist mittelständischen Familienunternehmen machen heute über die Hälfte aller Anbieter aus. “Deshalb ist die Forderung nach einer Abschaffung dieser erfolgreichen privaten Einrichtungen vor dem Hintergrund stark steigender Zahlen von Pflegebedürftigen nicht nachvollziehbar”, kritisierte Margit Benkenstein die Pläne der Linken.

Der bpa appellierte an die Parteien, sich für einheitliche Rahmenbedingungen in den 16 Bundesländern starkzumachen. Von der Ausbildung über die Möglichkeiten der Leistungsabrechnung bis hin zum Heimbaurecht auf Länderebene existieren überall unterschiedliche Regelungen, die teilweise gravierend voneinander abweichen. “Zur Entbürokratisierung gehört auch die Harmonisierung von Regelungen”, so bpa Präsident Bernd Meurer.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) bildet mit mehr als 10.000 aktiven Mitgliedseinrichtungen (davon über 220 in Thüringen) die größte Interessenvertretung privater Anbieter sozialer Dienstleistungen in Deutschland. Einrichtungen der ambulanten und (teil-)stationären Pflege, der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendhilfe in privater Trägerschaft sind im bpa organisiert. Die Mitglieder des bpa tragen die Verantwortung für rund 305.000 Arbeitsplätze und circa 23.000 Ausbildungsplätze (siehe www.youngpropflege.de oder auch www.facebook.com/Youngpropflege). Das investierte Kapital liegt bei etwa 24,2 Milliarden Euro.

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Für Rückfragen: Thomas Engemann, bpa-Landesbeauftragter, Tel.:
0361/653 86 88, www.bpa.de

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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011