Polizei News für MSP , Region Mainfranken , Unterfranken und Rhön , 10.06.2016

DominikSchraudolf / Pixabay Polizei

„Planenschlitzer“ entlang der A 3 aktiv – Mehr als 30 Lkw betroffen – Tatverdächtiger festgenommen

Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg vom 10.06.2016

BAYERISCHER UNTERMAIN. In der Nacht zum Donnerstag hat ein zunächst Unbekannter auf mehreren Parkplätzen entlang der A 3 die Planen von insgesamt 32 Lastwagen aufgeschlitzt. Auf seiner Suche nach lohnenswertem Diebesgut blieb der Täter offenbar erfolglos. Im Zuge der Fahndung nahm die Polizei einen Tatverdächtigen vorläufig fest. Er befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft.

Am frühen Donnerstagmorgen, gegen 01.15 Uhr, wurde ein Lkw-Fahrer auf dem Parkplatz Strietwald Nord auf einen Verdächtigen aufmerksam, der sich offenbar an der Plane des Lastwagens zu schaffen machte. Der Täter bemerkte den Zeugen offensichtlich und flüchtete daraufhin zu Fuß. Kurze Zeit später konnte der Lkw-Fahrer noch einen davonfahrenden Kleintransporter erkennen. Der Zeuge vermutete, dass der „Planenschlitzer“ damit seine Flucht fortgesetzt hatte.

Nachdem die Mitteilung über den versuchten Diebstahl bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken eingegangen war, machten sich Beamte der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach sofort auf den Weg, fahndeten nach dem mutmaßlichen Fluchtfahrzeug und überprüften die Rastplätze entlang der A3 nach möglichen weiteren Geschädigten. Letztendlich stellte sich heraus, dass auf den Parkplätzen Strietwald, Mainhausen, Kohlsberg und Satoreiche die Planen von insgesamt 32 Lkw beschädigt waren. Die Sachschadenshöhe dürfte sich nach ersten Schätzungen insgesamt auf über 30.000 Euro belaufen. Entwendet wurde nach bisherigen Erkenntnissen nichts.

Im Zuge der Fahndung stellte eine zivile Streifenbesatzung das mutmaßliche Fluchtfahrzeug auf dem Parkplatz Mainhausen fest. Bei dem Versuch einer Polizistin, das Fahrzeug anzuhalten, gab der Fahrer jedoch Gas und entzog sich der Kontrolle. Die Beamtin musste hierbei zur Seite springen, um nicht von dem Fahrzeug erfasst zu werden. Nach einer Verfolgungsfahrt über die A 3 und die A 45 gelang es schließlich, das Fahrzeug im Bereich der Anschlussstelle Alzenau Mitte mit mehreren Streifenbesatzungen anzuhalten und den 31-jährigen Osteuropäer am Steuer vorläufig festzunehmen. Bei der Anhalte- und Festnahmeaktion waren Unterstützungskräfte umliegender Polizeidienststellen, auch aus dem benachbarten Hessen, beteiligt.

Bei einer Durchsuchung des Kleintransporters stellten die Beamten ein Teppichmesser sicher, welches als Tatwerkzeug in Betracht kommt. Der Tatverdächtige im Alter von 31 Jahren wurde zur Polizeidienststelle gebracht. In der Folge übernahm die Kriminalpolizei Würzburg zuständigkeitshalber die weiteren Ermittlungen, die in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg geführt werden.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der Tatverdächtige am Freitag der Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Aschaffenburg vorgeführt. Diese erließ Haftbefehl wegen des dringenden Verdachts des versuchten besonders schweren Diebstahls und Sachbeschädigung in 32 Fällen sowie wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Der 31-Jährige wurde inzwischen in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

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Mutmaßliches Diebesgut entdeckt – Rechtmäßige Eigentümer gesucht!

ASCHAFFENBURG. Im Rahmen umfangreicher und wochenlanger Ermittlungen zu Fahrraddiebstählen und Einbrüchen in Keller und Garagen im Stadtgebiet hat die Polizeiinspektion Aschaffenburg bei einem Tatverdächtigen mutmaßliches, umfangreiches Diebesgut sichergestellt. Die rechtmäßigen Eigentümer der Gegenstände sind zum Teil noch unbekannt.

Es handelt sich bei den aufgefunden Gegenständen um zahlreiche Fahrradteile, wie Rahmen, Gabeln, Sattelstützen, Bremsen, Steckschutzbleche, Werkzeugtaschen und insbesondere eine größere Anzahl von Fahrradstecklichtern. Weiterhin wurden zahlreiche Elektrowerkzeuge wie Bohrmaschinen, Akkuschrauber, Stichsägen, Heißluftpistolen, Schleifbock und eine große Menge an mechanischem Handwerkzeug wie Werkzeugkästen, Schraubenzieher, Gabelschlüsselsätze, Inbusschlüsselsätze, Zangen, Hämmer, Teppichmesser und Ähnliches sichergestellt. Neben Werkzeug und Fahrradteilen wurden auch ein Hercules Kompressor, Koffer, Festplatten, eine Mercedes Kühltasche, Schreckschusswaffen und eine große Anzahl von Messern und Taschenmessern aufgefunden.

Ein Teil der Gegenstände konnte Straftaten, welche in den vergangenen 8 Monaten im Stadtgebiet Aschaffenburg angezeigt wurden, zugeordnet werden. Viele Beuteteile konnten aber bisher nicht untergebracht werden.

Geschädigte, die eventuell noch keine Anzeige erstattet haben, können sich schon jetzt bei der Polizeiinspektion Aschaffenburg unter Tel. 06021/857-2230 melden.

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Foto : Polizei

Eventuellen Geschädigten wird es zudem ermöglicht, die sichergestellten Gegenstände

am Samstag, den 18.06.16, von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr, in den Räumlichkeiten der Polizeiinspektion Aschaffenburg, Lorbeerweg 1,in Augenschein zu nehmen.

Patient greift Sanitäter an und verletzt ihn schwer

ELSENFELD, LKR. MILTENBERG. Ein offenbar psychisch Belasteter aus dem Landkreis Miltenberg hat am Donnerstagnachmittag einen Sanitäter attackiert, der ihm Hilfe leisten wollte. Der Rettungsassistent wurde dabei schwer verletzt und musste zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.

Die dreiköpfige Besatzung eines Rettungswagens des Bayerischen Roten Kreuzes war gegen 15:00 Uhr zu einem Notfall in der Dammsfeldstraße alarmiert worden. Hier sollte der Beifahrer eines PKWs medizinische Hilfe benötigen. Er sei sehr aufgebracht. Bei der vorausgegangenen Fahrt hatte er der Fahrerin bereits mehrfach versucht, ins Lenkrad zu greifen. Nach einer ersten Untersuchung bat das Rettungsteam den Patienten, der sich zwischenzeitlich wieder beruhigt hatte, zur weiteren Behandlung mit in den Rettungswagen zu kommen.

Auf dem Weg dorthin griff der Mann plötzlich und unvermittelt den Rettungsassistenten an und schlug und trat nach ihm. Den beiden anderen Sanitätern gelang es schließlich den Angreifer wegzuziehen. Der Mann lief daraufhin davon, sodass sich die Rettungsdienstmitarbeiter um ihren verletzten Kollegen kümmern konnten. Dieser hatte durch den Angriff offenbar mehrere Knochenbrüche erlitten.

Noch während der Behandlung kam der Angreifer zurück zur Einsatzstelle – jetzt wieder völlig ruhig und kooperativ. Zwei zwischenzeitlich eingetroffene Polizeistreifen nahmen ihn in Empfang. Hintergrund für die Tat ist nach aktuellem Ermittlungsstand wohl eine schubweise verlaufende, psychische Erkrankung. Der Mann wurde daher zur Behandlung in eine Fachklinik gebracht. Die Polizeiinspektion Obernburg ermittelt wegen Körperverletzung und wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr.

Ein weiterer Rettungswagen und ein Notarzt brachten den verletzten Sanitäter in ein Krankenhaus, wo er operiert wurde. Mittlerweile ist er auf dem Wege der Besserung.

PP Unterfranken