Polizei-News für MSP , Region Mainfranken , Unterfranken und Rhön , 12.04.2017

Durch Grillen Feldscheune in Brand gesetzt – Kripo ermittelt Verursacher – Vorsicht vor Funkenflug

HEINRICHSTHAL, LKR. ASCHAFFENBURG. Nachdem Ende März eine Scheune samt dem darin gelagerten Heu komplett niedergebrannt war, hatte die Aschaffenburger Kripo die Ermittlungen hinsichtlich der Brandursache übernommen. Mittlerweile steht fest, dass Jugendliche, die an der Scheune gegrillt hatten, das Feuer verursacht haben. Der Sachschaden wird mit insgesamt auf 25.000 Euro geschätzt.

 

Wie bereits berichtet, war dem Geschädigten und weiteren Zeugen zunächst Brandgeruch und Rauch aufgefallen, der aus der Heuscheune drang. Obwohl die rasch verständigte Feuerwehr sich bemühte, die Flammen schnellstmöglich ab zu löschen, brannte die Scheune komplett nieder und auch eine angrenzende Scheune samt landwirtschaftlichen Gerätschaften nahm Schaden.

In der Folge hatte die Kriminalpolizei Aschaffenburg die Ermittlungen übernommen. Mittlerweile steht fest, dass es sich um fahrlässige Brandstiftung handelt. Zwei Jugendliche, die im Bereich der Scheune gegrillt hatten, haben eigenen Angaben nach die Kontrolle über die Flammen verloren und so hatte sich durch eine Windböe und Funkenflug offenbar das Feuer auf die Heuballen und die gesamte Scheune ausgebreitet. Die Jugendlichen hatten noch versucht, das Feuer zu löschen und die Feuerwehr verständigt. Die Erziehungsberechtigten werden nun für den nicht unerheblichen Schaden haften.

Das Polizeipräsidium Unterfranken bittet aus gegebenem Anlass darum, mit offenem Feuer grundsätzlich verantwortungsvoll und achtsam umzugehen, gerade bei der aktuellen Trockenheit. Durch Wind und Funkenflug können sich auch kleinere Feuer schnell ausbreiten und großen Schaden verursachen. Deshalb möchten wir nochmals in Erinnerung bringen, wie gefährlich das Grillen oder auch offenes Feuer generell im Bereich von Waldgebieten, Scheunen oder alten Gebäuden ist. Zudem sind Feuer in Waldgebieten seit diesem Jahr generell und nicht mehr nur in bestimmten Monaten verboten.

Anscheinswaffen – Eine häufig unterschätzte Gefahr

UNTERFRANKEN / Oberaurach, LKR. HASSBERGE. Nach dem großen Polizeieinsatz in Oberaurach am vergangenen Samstag warnt die Polizei Unterfranken erneut eindringlich vor dem Tragen sogenannter Anscheinswaffen. Den Einsatz hatte ein 47-Jähriger ausgelöst, indem er in seiner Wohnung mit einer Softair-Waffe hantiert und dabei auch aus dem Fenster gezielt hatte. Ein Nachbar sah dies, hielt das Gewehr für eine echte Waffe und verständigte die Polizei.

Fenster schließen
Zum Vergrößern bitte klicken Maschinenpistolen Von welcher Waffe droht Lebensgefahr? Vergleich von Anscheinswaffe (links) und echter Maschinenpistole (rechts) mit Blick auf die Mündung.

„Die Gefahr, die beim Zeigen solcher Waffen entstehen kann, wird häufig unterschätzt“, erläutert Leitender Polizeidirektor Johannes Hemm vom Polizeipräsidium Unterfranken. „Diese Waffen sind oft so detailgetreu gefertigt, dass sie nur aus direkter Nähe von echten zu unterscheiden sind – von Laien oft gar nicht“, so Hemm. Auch wenn mit sogenannten „Softair-Waffen“ nur Kunststoffkugeln mittels Federdruck verschossen werden können, kann das täuschend echte Aussehen Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Sie fühlen sich bedroht und verständigen die Polizei. Die eingesetzten Beamten stehen dann vor demselben Problem: Stehen sie einer echten Waffe gegenüber oder einem Imitat? Da es sich bei Schusswaffen um Distanzwaffen handelt, kommen sie in der Regel dem potentiellen Schützen nicht nahe genug um dies zweifelsfrei beurteilen zu können. Eine echte Waffe würde eine akute Bedrohung von Leib oder Leben bedeuten.

Fenster schließen
Softair-Ausführung einer Maschinenpistole. Die echte Ausführung dieser Waffe gehört zur Ausstattung der bayerischen Polizei; Fotos: Polizei

„Wird die Waffe gegen die Polizeibeamten oder andere Personen gerichtet, müssen die Kollegen von einer echten Gefahr ausgehen“ erläutert Hemm. Zur Abwehr dieser Gefahr steht jedem Polizeibeamten auch der Einsatz der eigenen Schusswaffe zur Verfügung. Eine Option, die nicht rückgängig gemacht werden kann!

Und auch, wenn der Polizeieinsatz, wie in Oberaurach, ohne den Einsatz der Schusswaffe bewältigt werden kann, können dem Tatverdächtigen empfindliche Konsequenzen drohen. In einem Strafverfahren werden Verstöße gegen das Waffengesetz und weitere Straftaten wie Bedrohung, Nötigung oder Körperverletzung geprüft. Weiterhin kann auch die Übernahme der Einsatzkosten auf ihn zukommen. Je nach Dauer des Einsatzes und der eingesetzten Kräfte können sich diese Kosten auf mehrere tausend Euro belaufen.

Motorradfahrer flüchtet vor Polizei und stürzt

BAD KISSINGEN. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch war eine Bad Kissinger Polizeistreife eigentlich auf dem Weg zu einem Alarm, als ihnen in der Kasernenstraße ein unbeleuchtetes Motorrad auffiel.

Der Fahrer des Motorrads gab beim Erblicken der Streife sofort Vollgas und flüchtete in Richtung Erhardstraße. Dort bog er in die Zollerstraße ab und versuchte am Ende der Straße über einen Fußweg den Streifenwagen abzuhängen. Dabei übersah er die dort befindlichen Stufen, stieß gegen ein verschlossenes Metalltor und stürzte schwer. Wie durch ein Wunder wurde der Mann dabei nur leicht verletzt und setzte seine Flucht zu Fuß fort. Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf und konnten den 18-Jährigen dann am Ostring stellen, wo sich dieser widerstandslos festnehmen ließ.

Die Gründe für den Fluchtversuch waren schnell gefunden: Der 18-Jährige war nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis, das Motorrad war nicht zugelassen und das Kennzeichen gefälscht. Weiterhin führte der Flüchtige Marihuana und ein Kampfmesser mit sich. Da bei ihm auch noch drogentypische Auffälligkeiten festgestellt wurden, wurde durch den zuständigen Staatsanwalt eine Blutentnahme angeordnet und im Krankenhaus durchgeführt. Eine Untersuchung dort ergab, dass der Motorradfahrer lediglich Schürfwunden an der Hand und leichte Prellungen erlitten hat. Am Motorrad und am Metalltor entstand ebenfalls nur leichter Sachschaden. Ein Polizeibeamter zog sich bei der Verfolgung ebenfalls leichte Verletzungen zu, blieb jedoch weiter dienstfähig.

Gegen den 18-Jährigen wird nun wegen Vergehen nach dem Strafgesetzbuch, dem Straßenverkehrsgesetz, dem Pflichtversicherungsgesetz, dem Betäubungsmittelgesetz und dem Waffengesetz ermittelt.

Nach Brand eines Aufsitzrasenmähers – 80-Jähriger verstorben

BAD KISSINGEN. Ein 80-Jähriger, der am ersten Aprilwochenende im Zuge eines Aufsitzrasenmäherbrandes schwere Verletzungen erlitten hatte, ist in einer Spezialklinik an den Folgen seiner Verbrennungen gestorben. Die Kripo Schweinfurt führt die Ermittlungen.

Wie bereits berichtet, hatte der Senior am 01. April wohl seinen Aufsitzrasenmäher auf Funktion getestet und anschließend im Anbau seines Gartenhauses untergestellt. Wenig später hatte er einen lauten Knall aus dem Anbau wahrgenommen und nachgeschaut. Beim Öffnen der Türe war es zu einer Verpuffung gekommen, aufgrund dieser der Rentner schwer verletzt wurde.

Rettungsdienst und Notarzt kümmerten sich um den 80-Jährigen. Letztlich wurde er von einem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Dort erlag er am Sonntag seinen schweren Verletzungen.

Die Kripo Schweinfurt hat die Ermittlungen zur Ursache für den Brandfall übernommen. Deren Feststellungen zur Folge ist das Feuer am Rasenmäher ausgebrochen. Der exakte Grund dafür konnte polizeilicherseits bis dato nicht festgestellt werden.

Audiodatei

Tätliche Auseinandersetzung – 19-Jähriger in Gewahrsam

KITZINGEN. Nach einer tätlichen Auseinandersetzung am Dienstagabend zwischen zwei Bewohnern einer Asylbewerberunterkunft im Steigweg hat die Polizei einen 19-Jährigen in Gewahrsam genommen. Die Kitzinger Polizei ermittelt wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung.

 

Dem Sachstand nach waren der 19- und der 25-Jährige gegen 18.45 Uhr wegen einer Nichtigkeit zunächst verbal in Streit geraten. In der Folge kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung, bei der auch ein Stein und ein Küchenmesser im Spiel gewesen sein sollen. Am Ende waren beide leicht verletzt. Einer ärztlichen Behandlung bedurfte es allerdings nicht.

Die Polizei nahm den 19-Jährigen in Sicherheitsgewahrsam. Er verbrachte die Nacht in einer Haftzelle. Gegen beide laufen jetzt strafrechtliche Ermittlungsverfahren.

Mann wird von rollendem Auto überfahren – schwere Kopfverletzungen

MÖMBRIS, LKR. ASCHAFFENBURG. Einen Schädelbruch erlitt ein 61-jähriger Mann auf einem Werkstattgelände in der Krombacher Straße im Ortsteil Königshofen.

Am Dienstag gegen 11.15 Uhr stellte er seinen Pkw auf dem Hof der Autowerkstatt ab und wollte die Motorhaube des Mercedes öffnen. Fälschlicherweise betätigte er jedoch einen Hebel, der die Handbremse löste. Aufgrund des Gefälles rollte das Fahrzeug rückwärts und erfasste den Mann, der hinter der geöffneten Fahrertüre stand. Der Pkw überrollte diesen und touchierte noch zwei weitere Pkws, bis er an einer Hausmauer zum Stehen kam.

Nach erster medizinischer Behandlung vor Ort, wurde der Verletzte mit dem Rettungshubschrauber ins Klinikum Aschaffenburg geflogen. Es entstand ein Sachschaden von circa 3.500 Euro.

PP Unterfranken