Protestaktion des freiwilligen PETA-ZWEI-Streetteams gegen Tierquälerei bei Circus


Nürnberg / Stuttgart, 16. September 2018 – Der mit zahlreichen exotischen Tieren reisende Circus Voyage gastiert aktuell in Nürnberg. PETA erhebt wegen der mangelhaften Haltungsbedingungen der Tiere schwere Vorwürfe gegen den Zirkusbetrieb. Bei einem Gastspiel in Berlin im Mai 2017 dokumentierte die Veterinärbehörde zahlreiche Tierschutzmissstände. Um ein Zeichen gegen Tierquälerei im Zirkus zu setzen und die Stadtvertretung erneut aufzufordern, ein kommunales Zirkus-Wildtierverbot auf den Weg zu bringen, demonstriert das örtliche PETA-ZWEI-Streetteam am kommenden Freitag, 19. Oktober, ab 18:45 Uhr in der Nähe des Zirkuseingangs auf dem Volksfestplatz in Nürnberg. Mit Schildern und Flyern informiert das Streetteam Passanten über das Leid der Tiere in Zirkusbetrieben.
 
„Tradition rechtfertigt keine Tierquälerei“, so Jeannine Frasch im Namen des PETA-ZWEI-Streetteams Nürnberg. „Das Leiden der Tiere im Zirkus muss endlich ein Ende haben – auch in Nürnberg.“
 
Eine Kontrolle beim Gastspiel von Circus Voyage in Berlin wurde letztes Jahr von der Polizei begleitet, da das Veterinäramt bei vorherigen Begutachtungen mehrere gravierende Tierschutzverstöße in der Haltung der Elefanten, Giraffen, Pferde und Gänse festgestellt hatte und der Zirkus behördliche Nachkontrollen verweigerte. Die Sicherheit der Amtsveterinäre konnte einem Aktenvermerk zufolge selbst mit Polizeibegleitung nicht gewährleistet werden [1, 2].
 
Die Bundestierärztekammer bewertet insbesondere die Haltung großer Tiere wie Giraffen oder semi-aquatischer Tiere wie Nilpferde in reisenden Unternehmen kritisch [3]. Circus Voyage ist der letzte Zirkus in Deutschland, der noch Giraffen mitführt. Der hierfür erforderliche Großraumtransport ist mit hohen Anforderungen verbunden, um den aufrechten Stand der Tiere zu ermöglichen. Laut Tierschützern, die den Giraffentransport 2017 dokumentierten, müssen die Tiere bei Circus Voyage nach den bis zu vier Stunden langen Fahrten mitunter noch den ganzen Tag auf den Transportern ausharren [4]. Eine der Giraffen ist regelrecht mit Narben übersät, die eine Folge der ständigen Transporte sein können. PETA kritisiert zudem die mangelhafte Haltung von Flusspferd Jedi, der sein Dasein als Herdentier beim Circus Voyage allein in einem kleinen Wassertank fristen muss. Eine artgerechte Unterbringung von Tieren in Zirkussen ist systembedingt nicht möglich. Die schlechten Haltungsbedingungen führen zu gesundheitlichen Problemen und Stereotypien. In einem Video von 2017 ist beispielsweise ein Pferd mit deutlichen Verhaltensstörungen zu sehen.
 
2016 forderte der Bundesrat ein Verbot von Wildtieren wie Elefanten, Giraffen und Flusspferden im Zirkus und begründete in seinem Entschließungsantrag wissenschaftlich, warum diese Tierarten erheblichem Leid ausgesetzt sind – unabhängig vom jeweiligen Betrieb. 100 Städte und Kommunalvertretungen haben bereits ein kommunales Wildtierverbot beschlossen. Ein Gutachten aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg bestätigt, dass kommunale Wildtierverbote weiterhin zulässig sind – insbesondere, wenn auch der kommunalrechtlich relevante Aspekt der Gefahrenabwehr als wesentlicher Grund für das Verbot genannt wird. Jährlich mehrere Dutzend, teils gefährliche Ausbrüche von Tieren im Zirkus – auch bei Circus Voyage – bestätigen die Notwendigkeit einer weitergehenden Regelung.
 
PETAs Motto lautet in Teilen, dass Tiere nicht da sind, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Denn die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägten Dressuren führen zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod.
 

Details zur Aktion:

Datum: Freitag, 19. Oktober 2018
Uhrzeit: 18:45 – 19:30 Uhr
Wo: In der Nähe des Zirkuseingangs am Volksfestplatz, 90471 Nürnberg
Kontakt vor Ort: Jeannine Frasch (Den telefonischen Kontakt stellen wir auf Anfrage gerne her)
 

Vernarbtes Bein: Giraffenleid bei Circus Voyage / © PETA Deutschland e.V.
 
Das druckfähige Motiv kann hier heruntergeladen werden.
 
[1] Kurpjuweit, K. (2017): Circus Voyage in Berlin-Wedding. Hund beißt Amtstierarzt. In: Tagesspiegel Online. Online abrufbar unter: http://www.tagesspiegel.de/berlin/circus-voyage-in-berlin-wedding-hund-beisst-amtstierarzt-und-polizist/19858398.html. (13.09.2017).
[2] B. Z. Online (2017): Riesen-Zirkus um Zirkus-Tiere in Berlin. Online abrufbar unter: http://www.bz-berlin.de/allgemein/riesen-zirkus-um-zirkus-tiere. (13.09.2017).
[3] http://www.wir-sind-tierarzt.de/download/BTK-Stellungnahme_Zirkus.pdf 
[4] https://www.bmt-tierschutz-berlin.de/startseite/circusvoyage/.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Zirkus
PETA.de/VerbotWildtiereImZirkus
PETA.de/Zirkus-Voyage-Alois-Spindler
PETA.de/Wildtierdressur
 
Kontakt: 
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de



Quelle : PETA.de

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