Reiseanbieter trip.me ohne Elefantenreiten nach Gesprächen mit PETA


Berlin / Stuttgart, 6. November 2018 – Nach mehreren persönlichen Gesprächen mit PETA entschied trip.me, Elefantenreiten ab sofort nicht mehr anzubieten. Die Tierrechtsorganisation konnte die Berliner Internetplattform für Individualreisen davon überzeugen, dass dieser Schritt zum Schutz von Mensch und Tier notwendig ist.

„Wir sind begeistert, dass nun auch trip.me dazu beiträgt, das grausame Elefantenreiten in die Geschichtsbücher zu verbannen“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Viele Menschen wissen noch immer nicht, dass der vermeintlich harmlose Urlaubsspaß einen traurigen und gefährlichen Hintergrund hat.“
 
„Für trip.me ist es wichtig, dass wir jedem Reisenden ein besonderes Erlebnis verschaffen“, sagt Edgar Fluijt, Marketingleiter von trip.me. „Dabei legen wir großen Wert darauf, dass weder die Umwelt, die Menschen vor Ort noch die Tiere geschädigt werden. Wir stehen mit all unseren lokalen Destinationsexperten in stetigem Kontakt und haben uns darauf geeinigt, keine Touren mit Elefantenreiten anzubieten.“

Vermeintliche „Attraktionen“ mit Elefanten bergen erhebliche Gefahren
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht da, um uns zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation verweist darauf, dass jedes Jahr zahlreiche Touristen beim Elefantentrekking und ähnlichen Aktivitäten in Asien und Afrika getötet oder schwer verletzt werden, wenn sich der über Jahre angestaute Frust der Elefanten in einem wütenden Angriff entlädt. So wurde im November 2017 ein deutscher Tourist auf der thailändischen Urlaubsinsel Ko Chang bei einem Ritt von einem Elefanten getötet. Allein in Thailand starben zwischen 2010 und 2016 mindestens 17 Personen bei Unfällen mit von Menschen gehaltenen Elefanten; 21 Menschen wurden schwer verletzt [1]. Auch gesundheitliche Risiken sind nicht auszuschließen, etwa eine Tuberkulose-Infektion. Einem im April veröffentlichten Bericht des Animal Welfare Board of India (AWBI) zufolge wurden etwa zehn Prozent der bei der Touristenattraktion Amber Fort eingesetzten Elefanten positiv auf Tuberkulose getestet.

Sensible Tiere brutal misshandelt
Um Elefanten für den Tourismus nutzen zu können, wird ihr Wille brutal gebrochen. PETA liegen schockierende Videoaufnahmen aus Thailand vor. Diese zeigen die grausame Unterwerfungsprozedur der Tiere mit dem Elefantenhaken. Mit Stöcken, die mit spitzen Metallhaken besetzt sind, schlagen die Verantwortlichen den Tieren auf ihre empfindlichsten Körperteile, damit sie gefügig bleiben. Werden Elefanten tagsüber oder nachts nicht zur Unterhaltung der Urlauber missbraucht, müssen sie in der Regel stundenlang angebunden an einer kurzen Kette stehen.

Weil die Nachfrage nach jungen und weiblichen Elefanten für den Tourismus steigt, fangen Wilderer die letzten der vom Aussterben bedrohten Säugetiere aus Wäldern und Nationalparks Südostasiens ein. Viele der in Thailand im Tourismus eingesetzten Elefanten werden illegal in Nationalparks des Nachbarlandes Myanmar gefangen und über die Grenze geschmuggelt [2].
 
trip.me schließt sich mit der Entscheidung zahlreichen namhaften Reiseunternehmen wie TUI, DER Touristik, FTI, Tripadvisor und Thomas Cook an – diese Unternehmen haben bereits zugesagt, Elefantenreiten aus dem Angebot zu nehmen. Der Deutsche Reiseverband rät seinen Mitgliedern seit 2016, das Elefantenreiten und sämtliche Aktivitäten, bei denen Touristen in direkten Kontakt mit Elefanten kommen, wie etwa das Baden mit den Dickhäutern, nicht mehr anzubieten. In der Natur leben Elefanten in großen stabilen Sozialverbänden, die täglich bis zu 80 Kilometer wandern. Wie Menschen empfinden die intelligenten Tiere Freude, Trauer und Angst.

[1] World Animal Protection (2017): “Taken for a ride?. Online unter: www.worldanimalprotection.org.uk/sites/default/files/uk_files/animals_in_the_wild/taken-for-a-ride-report.pdf. Letzter Zugriff: 21.12.2017.
[2] TRAFFIC Southeast Asia (2009). Daniel Stiles: The elephant and ivory trade in Thailand. Petaling Jaya, Selangor, Malaysia.

Weitere Informationen:
PETA.de/Elefantenreiten
www.trip.me/de
 
Kontakt:
Judith Stich, +49 30 6832666-04, JudithS@peta.de



Quelle : PETA.de

Bilder / Video Französischer Markt Wertheim 20.-22.05.2016 – Live Musik und Kulinarisches