Sonnenschutzmittel Test : Viele Mittel sind „gut“, nur zwei versagten

Bild:Lidl / Cien Sun Sonnenmilch ClassicSonnenschutzfaktor 30

Egal, ob klassische Milch, Pumpspray oder Aerosol: Die meisten der geprüften Produkte schützen „gut“ vor schädlichen ultravioletten Sonnenstrahlen und halten die Haut feucht. Doch ein Vergleich lohnt sich, denn die Preisunterschiede sind groß. Die Stiftung Warentest hat 19 Sonnenschutzmittel mit den Sonnenschutzfaktoren 30 und 50 untersucht. Die Preise reichen von 1,16 bis 19,90 Euro pro 100 ml. Zwei Produkte sind „mangelhaft“, zwei schneiden mit der Note „Befriedigend“ ab.

 

Die beiden vergleichsweise teuren Produkte von Eco und Tiroler Nussöl für 19,90 Euro und 15,30 Euro pro 100 ml schneiden „mangelhaft“ ab. Die Eco-Sonnenlotion erreicht nicht den geforderten UVA-Schutz. UVA-Strahlen können die frühzeitige Hautalterung und Falten fördern. Langfristig können UVA- und UVB-Strahlen zu Hautkrebs führen. Tiroler Nussöl fiel beim Konservierungsbelastungstest durch. Dabei prüfen die Tester, wie gut die Produkte mit Keimen fertig werden.

Je nach Hauttyp können Verbraucher den für sich passenden Sonnenschutzfaktor wählen. Doch ein hauttypgerechter Faktor allein reicht nicht aus. Um rundum geschützt zu sein, sollten Groß und Klein Sonnenschutzmittel großzügig auftragen und regelmäßig nachcremen, vor allem nach jedem Baden und bei starkem Schwitzen. Das gilt auch für die als wasserfest gekennzeichneten Produkte.

 

Drei Fragen an Alina Reichardt, Redakteurin test

  • Was bedeutet Sonnenschutzfaktor 30 oder 50?

Der Sonnenschutzfaktor gibt an, um wie viel Mal sich die Eigenschutzzeit der Haut verlängert, wenn sie mit einem Sonnenschutzmittel eingecremt ist. Rötet sich die Haut ungeschützt nach fünf Minuten in der Sonne, könnte Faktor 30 die Schutzzeit etwa um das 30-Fache, auf 150 Minuten, ausdehnen. Die individuelle Eigenschutzzeit der Haut lässt sich jedoch schwer schätzen. Viele tragen zudem nicht genug Sonnenschutzmittel auf – so wird der angegebene Sonnenschutzfaktor nicht erreicht. Die errechnete Zeitspanne sollte daher nicht ausgereizt werden. Nach spätestens zwei Drittel der Zeit tut Schatten gut.

  • Wer braucht einen hohen Schutz?

Kinder. Die Haut baut ihre UV-Schutzmechanismen bis etwa zum 15. Lebensjahr auf, vorher verbrennt sie schneller. Hut, Sonnenbrille und dicht gewebte Kleidung können schützen. Babys sollten der Sonne nicht direkt ausgesetzt werden.

Hellhäutige. Hautärzte unterscheiden sechs Hauttypen. Die ersten beiden haben helle bis sehr helle Haut, die ungeschützt schnell verbrennt. Der keltische Hauttyp (Typ 1) hat meist hellblondes ࿬bis rotes Haar, der nordische (Typ 2) oft blondes, teils braunes Haar. Beide haben oft helle Augen und Sommersprossen. Wer seinen Typ nicht kennt, kann ihn vom Hautarzt bestimmen lassen.

Wassersportler. Noch in einem Meter Wassertiefe haben UVB-Strahlen 50 Prozent ihrer Intensität, UVA-Strahlen 80. Schnorchler, Surfer und Taucher bekommen sie meist über Stunden direkt ab.

Kranke. Immungeschwächte und Organtransplantierte, die immundämpfende Mittel nehmen, brauchen einen hohen Sonnenschutz. Gleiches gilt für Patienten, die bereits unter Hautkrebs oder einer Vorstufe davon leiden.

Urlauber. Reisefreudige Deutsche zieht es oft in den Süden. Je näher das Traumziel am Äquator liegt, desto intensiver die UV-Strahlung und umso größer das Sonnenbrandrisiko.

  • Wie viel muss ich auftragen?

Ein 1,80 Meter großer Mann sollte etwa 40 Milliliter für den ganzen Körper verwenden – das sind rund 3 Esslöffel Sonnenmilch. Bei Sprays empfehlen Experten, sich zweimal einzusprühen, um die Haut ausreichend zu schützen: einmal den gesamten Körper besprühen, verreiben und die Prozedur nach wenigen Minuten wiederholen.

 

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