Stadt Wertheim erwirbt das Areal Schweizer Stuben – Gemeinderat beschließt Ausübung des Vorkaufsrechts

Filetstück

 

Die Stadt erwirbt die ehemalige Hotelanlage Schweizer Stuben, um auf dem 3,6 Hektar großen Areal ein Wohngebiet zu entwickeln. Foto: Stadt Wertheim

Die Stadt Wertheim übt das Vorkaufsrecht für die ehemalige Hotelanlage Schweizer Stuben in Bettingen aus. „Wir wollen die Flächen selbst in die Hand nehmen und bestimmen, was dort passiert“, formulierte Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez das Ziel. Der Gemeinderat stimmte dem Vorhaben am Montag nach ausführlicher Beratung mit großer Mehrheit zu. Der Kaufpreis für das 3,6 Hektar große Areal beträgt 1,7 Mio. Euro. Das Areal soll Wohngebiet werden. Die Stadt plant die abschnittweise Erschließung für Ein- und Zweifamilienhäuser sowie für Geschosswohnungsbau.

Die Hotelanlage mit Restaurants, Tennishalle und Schwimmbad war 1971 vom Industriellen Adalbert Schmitt gegründet worden und erlangte mit ihrer Sternegastronomie bundesweite Bekanntheit. 2002 mussten die Schweizer Stuben Insolvenz anmelden. Seit etwa 15 Jahren liegt das Areal brach. Mehrfach hat der Eigentümer gewechselt, „aber so richtig geschehen ist nichts,“ beschrieb OB Markus Herrera Torrez die Entwicklung. Den jüngsten Verkauf nutzt nun die Stadt, das „in weiser Voraussicht“ im Mai 2019 beschlossene Vorkaufsrecht auszuüben.

Dem Gemeinderatsbeschluss waren Vorberatungen in zwei Ausschusssitzungen vorangegangen. Die Argumente für die Ausübung des Vorkaufsrechts waren dort eingehend abgewogen worden. Ergebnis war jeweils ein positiver Empfehlungsbeschluss. Auch der Ortschaftsrat Bettingen hatte sich einstimmig dafür ausgesprochen. Er beobachtet den seit Jahren währenden Stillstand mit zweifacher Sorge, wie Ortsvorsteher Ralf Tschöp vor dem Gemeinderat ausführte: Entweder man habe keinen Einfluss darauf, „welche haarsträubenden Projekte Investoren für das Gelände entwickeln.“ Oder „das einmalige Filetstück“ diene der Grundstücksspekulation und liege weiterhin brach.

„Es handelt sich hier um eine echte Konversion,“ betonte OB Herrera Torrez. „Wir wandeln ein bereits versiegeltes Gelände zur Wohnbaufläche um.“ Diese sinnvolle Nutzung käme sowohl Wertheimern wie auch Neubürgern zugute.  Der Standort sei prädestiniert, habe doch die Wohnungsmarktuntersuchung aus dem Jahr 2017 Wertheim-Ost als Schwerpunkt der Wohnbauentwicklung empfohlen. Die Nachfrage nach Wohnbauflächen in Wertheim-Ost ist groß. Das gilt besonders für Bettingen mit seiner Nähe zur Autobahn. Die idyllische Lage des Areals Schweizer Stuben am Main und die Nachbarschaft zum boomenden Gewerbegebiet „Almosenberg“ sind weitere Pluspunkte.

Für das künftige Wohngebiet hat die Verwaltung in einer Risikoabschätzung berechnet, dass die Aufwendungen – also Kaufpreis, Abbruch- und Erschließungskosten – refinanziert werden können. Der errechnete voraussichtliche Grundstückspreis von 183 Euro in einem ersten Erschließungsabschnitt ist in dieser besonderen Lage marktfähig, so die Einschätzung. Der Erwerb des Geländes und die Entwicklungskosten werden – wie bei Baugebieten üblich – nicht im städtischen Haushalt, sondern in einer Außenfinanzierung abgewickelt. Dazu hat das Regierungspräsidium bereits grünes Licht gegeben. Das Areal soll Zug um Zug in einem für Bettingen verträglichen Tempo entwickelt werden und könnte im Endausbau für einen Zuwachs von rund 200 Einwohnern sorgen.

Noch ist das Areal im Bebauungsplan als „Sondergebiet Hotel“ ausgewiesen. Die Bauleitplanung für die Ausweisung als Wohngebiet ist bereits eingeleitet. Als nächsten Schritt kündigt OB Herrera Torrez eine Bürgerversammlung in Bettingen nach der Sommerpause an. Dann folge der Einstieg in den Planungsprozess, ebenfalls unter Beteiligung der Bürgerschaft.

Quelle : Wertheim.de

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