Stadtverwaltung Wertheim : Corona bestimmt das Leben in den Partnerstädten – Situationsberichte aus Italien, England und Ungarn

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bestimmen auch den Alltag in Wertheims Partnerstädten. Foto: Stadt Wertheim

Die Corona-Pandemie hält ganz Europa in Atem. Auch in Wertheims Partnerstädten bestimmt sie den Alltag. Anfang April hat Klaus von Lindern, Vorstandsmitglied der Internationalen Partnerschaftsvereinigung (IPW), erstmals Situationsberichte aus Frankreich, England, Ungarn und Italien zusammengetragen. Jetzt haben ihm die Freunde aus Gubbio, Godmanchester und Szentendre eine Aktualisierung übermittelt. Nach der harten Shutdown-Phase sind Italien und Ungarn zu Lockerungen übergegangen. Weiterhin dramatisch klingt der Bericht aus England.

Gubbio, Italien

Laura Zampagli berichtet aus ihrer Heimatstadt in Umbrien: „Heute, am 15. Juni, hat Phase 3 in Italien begonnen. Theater, Kinos, Konzertsäle, Wellnesszentren, Kultur- und Unterhaltungszentren und -clubs, Spielzimmer, Sommercamps für Kinder, Berufsbildungszentren – all diese sind jetzt wieder geöffnet, unter Beachtung aller vom Gesundheitsministerium erlassenen Sicherheitsmaßnahmen. In unserer Region gab es seit fast zwei Wochen keine neuen Infektionsfälle mehr, daher scheinen die Dinge gut zu laufen.

Aber was wir jetzt brauchen, ist schönes Wetter. Tatsächlich hat es seit über einer Woche jeden Tag stark geregnet, es ist kalt und feucht! Schlechtes Wetter ist natürlich ein weiteres Hindernis für den Neustart des Tourismus, der für die Wirtschaft unserer Region und für alle Outdoor-Aktivitäten, die jetzt wiederbeginnen können, so wichtig ist.“

Godmanchester, England

Aus Godmanchester erinnert Bürgermeister Dick Taplin daran, dass in England Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie viel später als in anderen europäischen Ländern angeordnet wurden. Er zitiert Lockdown-Vorschriften: „Jeder muss sich sozial distanzieren, also mindestens 2 Meter Abstand halten von Personen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören. Und wir müssen da Gesichtsmasken tragen, wo wir nicht Abstand halten können – zum Beispiel in Geschäften.

Die Zahl der Todesopfer und neuen Infektionen sinkt jetzt, und nach und nach dürfen einige Unternehmen wieder öffnen. Etwa die Hälfte der Grundschulkinder können wieder in die Schule, aber es scheint klar zu sein, dass vor September für weitere Schüler kein Unterricht möglich ist. Dies ist sehr hart für diejenigen, die Prüfungen usw. ablegen müssen. Die Geschäfte werden nächste Woche (ab 22. Juni) wieder öffnen, aber Einrichtungen wie Restaurants, Cafés und Pubs bleiben geschlossen.

Die Regierung führte ein Furlough-System (ein Urlaubssystem) ein: Sie zahlt 80 Prozent der Löhne der Arbeitnehmer, die nicht zur Arbeit gehen können (bis zu einer Obergrenze von 2.500 Pfund monatlich). Das hat dazu beigetragen, dass viele der am niedrigsten bezahlten Arbeitnehmer für den Moment geschützt sind. Dieses System läuft jedoch aus, die Unternehmen müssen jetzt Arbeitnehmer entlassen. Wir stehen vor einer großen Rezession, und das lässt niemanden unberührt.  Neben der steigenden Arbeitslosigkeit mussten auch ältere Bürger, die auf Ersparnisse oder Dividendeneinkommen angewiesen sind, feststellen, dass der Wert ihrer Pensionen bereits um 25 Prozent gesunken ist. Auch die Haus- und Grundstückspreise fallen, was diejenigen mit Hypotheken trifft.“

Doch wie in Wertheim, so sind auch in Godmanchester die Menschen trotz Abstandsregeln in ihrer Hilfsbereitschaft näher zusammengerückt sind. So berichtet Dick: „Positiv ist, dass sich viele Gemeinschaften bilden, um die Schwächsten zu unterstützen. Hier in Godmanchester haben wir eine Foodbank (eine Art Tafelladen), eine Timebank, wo Leute Zeit für Aufgaben für andere zur Verfügung stellen. Jetzt gibt es auch eine Unterstützungsgruppe mit einem Koordinator in jeder Straße – manchmal mehrere.

Ihre Aufgabe ist es, mit den Anwohnern in ihrer Straße in Kontakt zu bleiben und beim Einkaufen zu helfen, Medikamente zu besorgen oder einfach von Zeit zu Zeit einen freundlichen Anruf zu machen. In den letzten zehn Wochen haben über 500 Freiwillige mehr als 1.600 Aufgaben für ihre Nachbarn erledigt. Viele Menschen – meine Frau eingeschlossen – haben Schutzausrüstung (Masken, OP-Kleidung usw.) für lokale Krankenhäuser gefertigt. Wir hoffen, dass dieser bürgerliche Sinn auch nach der Pandemie anhält. Wichtig ist: Wir brauchen jetzt einen wirksamen Impfstoff, damit wir wieder mit einem gewissen Maß an Vertrauen ins Leben gehen können.“

Szentendre, Ungarn

Helyes Imre aus Szentendre, Stadtrat für internationale Beziehungen, schreibt in seinem Bericht: „Vor Tagen wurden die meisten Kontaktregeln erheblich gelockert. Kindergärten und Restaurants sind jetzt geöffnet, Spielplätze können wieder besucht werden. Die Schulen werden erst im September wieder öffnen. Freibäder können mit einigen Einschränkungen betrieben werden. Während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln müssen Menschen ständig Mund und Nase bedecken. Die tägliche Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Personen ist mit 15 bis 25 Fällen auf nationaler Ebene nach wie vor sehr gering. Die Grenzübergänge zu den Nachbarländern werden wieder geöffnet. Flugreisen beginnen wieder langsam.“

Quelle : Wertheim.de

Bildergalerie Abrissparty Tauberbrücke Wertheim + Video , 12.03.2016