Stadtverwaltung Wertheim : Historischer Verein kauft Wertheim-Bild für Museum an – Erfreuliches Ende einer spannenden „Kunst-Geschichte“

Übergabe des Gemäldes mit (von links) dem Vorsitzenden des Historischen Vereins, Dr. Frank Kleinhagenbrock, Museumsleiterin Stefanie Arz und Bettina Winkler, Leiterin der Geschäftsstelle des Vereins. Foto: Monika Schaupp

Historischen Verein Wertheim

Auch wenn die Kultur derzeit scheinbar brachliegt und die Museen geschlossen sind, so geht die Arbeit hinter den Kulissen doch weiter. Mit der Übergabe eines Wertheim-Gemäldes fand nun eine spannende „Kunst-Geschichte“ ein erfreuliches Ende. Der Historische Verein übergab an das Grafschaftsmuseum ein Ölgemälde. Das Werk eines anonymen Künstlers zeigt eine Ansicht der Stadt von Westen.

 

Gut ein Jahr ist seit einem Kaufangebot vergangen. Vorangegangen war die Suche nach einem Sponsor, der glücklicherweise mit dem Historischen Verein Wertheim schnell gefunden war. Durch die Vermittlung von Dr. Ludwig Braun konnten sich die Beteiligten schließlich auch preislich einigen und das Gemälde für das Grafschaftsmuseum ankaufen. Die Übergabe erfolgte nun im Archivverbund Main-Tauber im Kloster Bronnbach, wo sich auch die Geschäftsstelle des Historischen Vereins Wertheim mit ihrer Leiterin Bettina Winkler befindet.

 

Der Vereinsvorsitzende Dr. Frank Kleinhagenbrock übergab das Gemälde an Museumsleiterin Stefanie Arz. Diese freut sich über das neue Objekt, das in der zukünftigen Burgabteilung einen würdigen Platz finden soll.

 

Diese Wertheim-Ansicht eines unbekannten Künstlers hat der Historische Verein erworben. Foto: Kurt Bauer

Das Gemälde, das im vergangenen Jahr im Kunsthandel auftauchte, stammt von einem anonymen Künstler. Bereits im November 2019 hatte Museumsmitarbeiterin Dr. Constanze Neuendorf mit der Recherche zu dem mit „R“ unterzeichnenden Künstler begonnen. Eine Zuordnung gelang bisher nicht, obwohl das Bild von einem eventuell aus Würzburg stammenden Künstler geschaffen wurde. Auch die auf dem Bild befindliche Datierung, die auf eine Entstehungszeit im Juni 1873 verweist, führte nicht weiter.

 

Allerdings ist das Motiv bestens bekannt. Eine bis ins Detail fast identische Darstellung befindet sich auf einem Stich in der Museumssammlung, der in der im 19. Jahrhundert populären Zeitschrift „Die Gartenlaube“ 1863 erschienen ist. Diese Grafik, bezeichnet „nach der Natur gezeichnet von Winkler“, ist gut zehn Jahre älter als das Gemälde und entstand etwa zeitgleich mit einer sehr ähnlichen Ansicht Wertheims von Theodor Verhas, der 1863 die Gegend in zahlreichen Darstellungen zeichnerisch festhielt. Auch von diesem Heidelberger Künstler (1811 bis 1872) befindet sich ein großes Konvolut an Zeichnungen und Aquarellen in der Wertheimer Museumssammlung. Das auf Leinwand gemalte Bild des unbekannten Künstlers ist nun eine erfreuliche Ergänzung der Gemäldesammlung, in der eine gemalte Ansicht aus dieser Perspektive bislang fehlte.

 

Zu sehen sein wird das Gemälde in der künftigen Burgabteilung des Grafschaftsmuseums neben Grabungsfunden zusammen mit weiteren Ansichten von Stadt und Burg.

Quelle : Wertheim.de

Bildergalerie Abrissparty Tauberbrücke Wertheim + Video , 12.03.2016