Stadtverwaltung Wertheim : Neue Kennzeichnung enttarnt alte Heizkessel

Über die Effizienz bestehender Heizungsanlagen kann seit 1. Januar ein neues Energielabel informieren. Ab 2017 wird es deutschlandweit zur Pflicht. Foto: Energieagentur Main-Tauber-Kreis

Seit 1. Januar weißt ein Energieetikett auf Effizienz hin

Bald können Heizkessel, die seit mehr als 15 Jahren in Betrieb sind, ihr Alter nicht mehr dauerhaft verbergen: Wie die Energieagentur Main-Tauber-Kreis mitteilt, kennzeichnet ein neues Energieetikett in Deutschland nach und nach die Bestandsgeräte. Die Verwendung des Labels ist seit dem 1. Januar 2016 möglich und wird ab 2017 sogar Pflicht. „Wie beim EU-Energielabel weist die Farbe Rot auf ein ineffizientes Gerät hin“, erklärt der Agenturleiter Frank Künzig.

Die Einteilung reicht von E bis A++ und ist farblich entsprechend von Rot bis Grün abgestuft. Die Kategorien E bis C bezeichnen ineffiziente und veraltete Anlagen wie zum Beispiel mit Öl  oder Gas betriebene Niedertemperatur- und Standardkessel. Mit grüner Farbe oder der Bezeichnung A++ dürfen sich besonders effiziente Kessel schmücken sowie Anlagen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

„Die neuen Labels gelten ausschließlich für Deutschland und sind nicht mit den europaweit gültigen EU-Labels identisch“, erklärt Frank Künzig. Letztere klassifizieren bereits seit September neue Heizungsanlagen und Warmwasserbereiter. „Die neuen Label geben dennoch einen deutlichen Hinweis auf die Effizienz der Anlage“, sagt Künzig weiter.

Nutzen kann die Klassifizierung beispielsweise bei einem geplanten Immobilienkauf. Die Interessenten erfahren bei der Hausbesichtigung ehrlich und ungefragt das Alter der Anlage. Vor allem soll das Etikett jedoch Hausbesitzern und -besitzerinnen den Effizienzstatus ihrer Heizung vor Augen führen und zum Austausch anregen. „Ein mehr als 15 Jahre altes Gerät ist energetisch in den meisten Fällen nicht mehr fit für die Zukunft“, sagt der Experte. Er empfiehlt, in diesem Zusammenhang immer eine professionelle Gebäudeenergieberatung in Anspruch zu nehmen. Denn der Verbrauch an Heizenergie hänge nicht nur von der Effizienz des Wärmeerzeugers, sondern auch vom energetischen Zustand des Hauses ab.

Anbringen dürfen das kostenlose Label seit Jahresbeginn Schornsteinfeger, Heizungsinstallateure und entsprechend qualifizierte Energieberater; ab 2017 wird die Etikettierung dann bundesweit zur Pflicht. Realistisch ist, dass sich bis zum Jahr 2022 deutschlandweit rund 13 Millionen alte Heizkessel in den Ruhestand verabschieden werden. Sie sollten gegen neue, hocheffiziente Anlagen ausgetauscht oder durch den Anschluss an ein Nah- oder Fernwärmenetz ersetzt werden. Deutsche Heizungsanlagen bringen es durchschnittlich auf ein Alter von 17,6 Jahren. Etwa 35 Prozent sind sogar älter als 20 Jahre. Aktuell werden in der Statistik zwei Drittel der eingebauten Geräte den ineffizienten Bereichen C bis E zugerechnet.

Auskünfte und Termine zu kostenlosen Energieberatungen und kostengünstigen Heiz-Checks gibt es bei der Energieagentur Main-Tauber-Kreis unter der Telefonnummer 09341/82-5813 oder bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg unter der kostenfreien Servicenummer 0800/809 802 400.