Stadtverwaltung Wertheim : Neues Zuhause für Turmfalken geschaffen – Ausgleichsmaßnahme für Projekt am Reinhardshof

Da musste ein Profi-Kletterer ran: In der Baumkrone befestigte er einen Nistkasten für Turmfalken. Foto: Stadt Wertheim

Neuer Wohnraum wurde am Mittwochvormittag im Stadtteil Reinhardshof geschaffen – die Mieter sind in diesem Fall allerdings geflügelt und gefiedert. Zwei Nistkästen dienen künftig als geräumige Brutplätze für Turmfalken. Die Holzkästen, gebaut in einer Werkstätte von Menschen mit Behinderungen, wurden als ökologischer Ausgleich für das im Gewerbe- und Industriegebiet Reinhardshof neu entstandene Boardinghouse geschaffen.

Die beiden Nistkästen hat die Stadtverwaltung – hier Alexandra Thielen von der Abteilung Umweltschutz – in einer Werkstätte von Menschen mit Behinderung fertigen lassen. Foto: Stadt Werthei

„Artenschutzbelange haben ein großes Gewicht bei allen baulichen Planungs- und Zulassungsverfahren“, erklärt Alexandra Thielen von der Abteilung Umweltschutz der Stadtverwaltung, die das Projekt betreut. Um die Einhaltung der Artenschutz-Bestimmungen zu gewährleisten, müsse man prüfen, ob durch ein Vorhaben geschützte Tiere oder Pflanzen geschädigt werden. Im Vorfeld des Bauvorhabens „Wohnen auf Zeit“ hatten Gutachter in einer speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung festgestellt, dass Turmfalken in einer Fichte im Baufeld brüteten. Mit einer adäquaten Ersatzmaßnahme sollte deshalb die Lebensstätte nach der Brutzeit der Vögel erhalten werden.

„Wir haben lange nach geeigneten Standorten gesucht“, berichtet Alexandra Thielen. Denn der Turmfalke mag seine Brutplätze, wie der Name es schon nahelegt, am liebsten hochgelegen. Mithilfe eines Hubwagens wurde deshalb ein Nistkasten an der Südseite des Stadtwerke-Heizwerks Reinhardshof in der Willy-Brandt-Straße befestigt. Als Standort für ein weiteres Zuhause wählten die Fachleute eine Buche im Nordosten der Wohnanlage Boardinghouse aus. Hier war aber kein Durchkommen für großes Gerät wie einen Hubwagen. Deshalb begab sich baumschonend ein Profi-Baumkletterer in luftige Höhe und befestigte mit Gurten den zweiten Nistkasten in etwa neun Metern Höhe.

 

Quelle : Wertheim.de

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