Stadtverwaltung Wertheim : Viele Biotonnen werden falsch befüllt

Anlieferung von „Bioabfall“ aus dem Main-Tauber-Kreis im Kompostwerk Würzburg: Zahlreiche Plastiktüten sorgen dafür, dass eine Verarbeitung zu Kompost unmöglich ist. Foto: Kompostwerk Würzburg

AWMT vergibt jetzt gelbe und rote Karten

Der Bioabfall im Main-Tauber-Kreis ist ein echtes Sorgenkind geworden. Das, was das Kompostwerk Würzburg tagtäglich aus den Biotonnen aussortieren muss, eignet sich wenig zur Kompostierung. Nun werden falsch befüllte Biotonnen mit gelben oder roten Karten gekennzeichnet und ggf. nicht mehr geleert, kündigen der Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes Main-Tauber-Kreis (AWMT), Dr. Walter Scheckenbach, und der technische Leiter des Kompostwerkes Würzburg, Karl Dormann, an.

In die Biotonne gehören, wie der Name schon sagt, Bioabfälle. Dazu zählen Garten- und Grünabfälle, Küchenabfälle oder sonstige organischen Stoffe wie beispielsweise Kaffeesatz, Brot oder Papiertüten. Nicht in die Biotonne gehören Restabfälle, Kunststoffe oder gar Glas.

Schaut man sich den Biomüll an, der derzeit im Kompostwerk Würzburg weiter verarbeitet wird, so findet man leere Glasflaschen, Windeln und sogar Kleidung, aber vor allem Kunststoffe. „Viele Bürger werfen verdorbene Lebensmittel mitsamt der Verpackung in den Bioabfall. Richtig wäre es, die verdorbene Ware aus der Verpackung zu nehmen, diese über den Bioabfall und die Verpackung über den Gelben Sack zu entsorgen“, erläutert Dr. Scheckenbach. Es werden immer häufiger die abwegigsten Abfälle in der Biotonne entsorgt. So finden sich im Bioabfall auch schon einmal eine Leuchte, ein Bettvorleger, ein Hundekorb oder ein Motorradhelm – alles Gegenstände, die offenkundig nicht kompostiert werden können. Der Anteil an so genannten Störstoffen im Bioabfall hat in den vergangenen Jahren immer weiter zugenommen. Die Störstoffe belaufen sich derzeit auf bis zu 20 Prozent. Dies verursacht bei der Behandlung des Bioabfalls erheblichen zusätzlichen Aufwand und Kosten.

Auch die so genannten kompostierbaren Biofolientüten sind ein großes Problem für die Bioabfallverarbeitung. Diese Beutel sind ungeeignet für die Kompostierung. Im Kompostwerk verfault der darin enthaltene Bioabfall statt zu kompostieren. Deshalb sollte man Bioabfälle in Papiertüten geben oder in Zeitungspapier einwickeln. Das ist erlaubt. Ist der Biomüll sehr verunreinigt, kann er nicht mehr weiter verarbeitet werden und landet als Restmüll in der Verbrennungsanlage. Das ist teurer als die Verarbeitung zum Kompost und kann letztlich zu höheren Gebühren für alle Bürgerinnen und Bürger führen. Deshalb ist es umso wichtiger, Abfälle sorgfältig zu sortieren.

Das Kompostwerk Würzburg stellt aus Bioabfällen hochwertigen Kompost her. Damit dieser mit dem RAL-Gütezeichen zertifiziert und in Teilen auch für den Biolandbau zugelassen werden kann, darf er keine Verunreinigungen enthalten. „Um Bioabfälle hochwertig und kostengünstig weiter verarbeiten zu können, brauchen wir saubere Bioabfälle, und da sind wir auf die Mithilfe aller Bürgerinnen und Bürger angewiesen“, erklärt der technische Leiter Karl Dormann.

Um die negative Entwicklung zu stoppen und ein Umdenken bei den Kunden zu bewirken, wird der AWMT zukünftig den Inhalt der Biotonnen stichprobenartig kontrollieren. Finden sich zu viele Fehlwürfe in einer Tonne, wird eine rote Karte an dem Behälter angebracht und dieser nicht geleert. Gleichzeitig wird die Tonne registriert. Der jeweilige Haushalt kann dann beispielsweise einen vom AWMT angebotenen Abfallsack mit 60 Litern Füllraum zum Preis von vier Euro kaufen und den Inhalt der beanstandeten Biotonne darin umfüllen. Dieser wird dann im Rahmen der Restmüllabfuhr abgeholt. Anschließend kann die registrierte Biotonne wieder korrekt befüllt und zur Abfuhr bereitgestellt werden.

Werden bei der Kontrolle einer Tonne nur einzelne Störstoffe vorgefunden, wird der Behälter mit einer gelben Karte gekennzeichnet. Diese Tonne wird zwar geleert, der Benutzer wird aber durch den Aufkleber darauf hingewiesen, dass er sein Sortierverhalten verbessern muss. Außerdem wird auch hier die Tonne registriert.

Ergibt die Kontrolle keine Beanstandungen, wird die Tonne nicht gekennzeichnet und ganz normal geleert.

Mit der Kennzeichnung falsch befüllter Tonnen möchte der AWMT dem Bürger signalisieren, dass er seine Abfälle besser trennen soll. „Mit ein wenig gutem Willen ist das sorgfältige Trennen ganz einfach, und man tut etwas Gutes für die Umwelt“, schließt Betriebsleiter Dr. Walter Scheckenbach.