Stadtverwaltung Wertheim : Wenn der Krieg verloren geht.. – Vortrag am 22. Januar im Archiv Bronnbach

Die zerstörte Mainbrücke unterhalb der Wertheimer Burg. Quelle: Stadtarchiv Wertheim

Der Archivverbund Main-Tauber und der Historische Verein starten am Mittwoch, 22. Januar, um 19.30 Uhr in ihr Veranstaltungsjahr 2020. Das Programm wird einen deutlichen Schwerpunkt auf der NS-Zeit und dabei vor allem auf dem Ende des Zweiten Weltkriegs haben. Anlässe hierfür sind die Erinnerung an das Kriegsende vor 75 Jahren sowie die Bemühungen in der Stadt Wertheim, eine Gedenkstätte für die Ereignisse der Kar- und Ostertage 1945 zu errichten. Zum Auftakt spricht unter dem Titel „Wenn der Krieg verloren geht…“ der Historiker Dr. Daniel Karch über das Ende des Zweiten Weltkriegs in Tauber- und Mainfranken. Der Eintritt ist frei.

Als auch Tauber- und Mainfranken in den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs zum Kriegsschauplatz wurde, war zwar militärisch längst klar, dass dieser Krieg „verloren geht“. Dennoch wurde von jedem Deutschen erwartet, dass er „jedes Opfer, das von ihm gefordert wird und werden muss, auf sich nimmt.“ Mit solch fanatischen Durchhalteparolen, mit Gewalt und einer zutiefst menschenverachtenden Einstellung steuerte die NS-Führung das Land in den Untergang.

Der Vortrag blickt auf die Endphase des einst so fern scheinenden Krieges, der spätestens seit Ende März 1945 für die Bewohner Tauber- und Mainfrankens immer gegenwärtigere Formen annahm. Bis zuletzt wehrte man sich auch hier noch (oft blindwütig) gegen die Niederlage. Obwohl der Krieg längst entschieden war, starben in keiner Phase so viele Soldaten wie in diesen letzten Monaten. Hinzu kamen die fast täglichen Luftangriffe, welche immense Verwüstungen nach sich zogen und zahlreiche zivile Opfer forderten, sowie der bis zuletzt schier unerbittliche Terror des NS-Regimes, Hunger und Not, Flucht und Vertreibung.

Dr. Daniel Karch wurde 1978 in München geboren. Er studierte Germanistik, Geschichte, Politik- und Sozialwissenschaften an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit Magister- und Staatsexamen 2005/06. Es schloss sich ein Promotionsstudium in Neuerer und Neuester Geschichte an. Seit 2008/09 ist er Gymnasiallehrer im staatlichen Schuldienst, derzeit Studienrat am Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium in Münnerstadt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Gewaltgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sowie filmischen Quellen in der historischen Forschung und dem Geschichtsunterricht.

Der Wertheimer Künstler Johannes Schwab hat im Auftrag der Stadt Wertheim ein Konzept zur Realisierung der Gedenkstätte in Wertheim entwickelt. Kernstück ist eine 5,5 m hohe Glas-Stele, die mit Bürgerengagement realisiert wird. Ein etwa 2 m hohes Modell dieser Stele wird an diesem Vortragsabend ausgestellt sein. Im Anschluss an den Vortrag wird der Künstler das Konzept der Gedenkstätte persönlich vorstellen.

Der Vortrag findet im Vortragssaal des Archivverbunds Main-Tauber in Bronnbach statt. Der Archivverbund liegt im oberen Wirtschaftshof des Klostergeländes hinter der Klosterkirche. Der Eintritt ist frei. Der Vortrag klingt mit einem Umtrunk sowie der Einladung zum persönlichen Gespräch mit dem Referenten und untereinander aus.

Quelle : Wertheim.de

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