Stadtverwaltung Wertheim: „Wir wollen den Menschen Halt und Sicherheit geben“ – OB zur Unterstützung von Senioren bei Corona-Impfung

Die Stadt bietet Senioren gemeinsam mit Familienzentrum und Seniorenbeirat Unterstützung bei der Corona-Schutzimpfung an. Foto: Stadt Wertheim

In einem persönlichen Schreiben von Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez erhalten die rund 1.500 Seniorinnen und Senioren der Stadt, die 80 Jahre oder älter sind, in den nächsten Tagen Informationen über die Corona-Schutzimpfung. Wie können sie einen Impftermin reservieren, wie kommen sie zum Impfzentrum und vor allem: Wo erhalten sie bei Fragen und Problemen Unterstützung? Dies alles will die Stadt in einer für die älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger verständlichen Sprache erläutern. Das kündigte der Oberbürgermeister am Mittwoch in der ersten digitalen Pressekonferenz der Stadt Wertheim an.

Er sei „froh und dankbar, dass es gelungen ist, in so kurzer Zeit gleich mehrere Impfstoffe zu entwickeln. Die Wissenschaft hat hier wirklich Großartiges geleistet“, lobte Herrera Torrez. Nicht zufrieden zeigte er sich aber mit dem bisherigen Verlauf der Impfkampagne. Dabei äußerte der OB Verständnis dafür, dass es noch Zeit und Geduld brauche, bis allen ein Impfangebot gemacht werden könne, die dies wollten. Dass es zunächst eine Priorisierung geben müsse, sei nachvollziehbar.

Deutliche Kritik übte der Oberbürgermeister aber an der Information der Impfberechtigten durch die Landesregierung. „In anderen Bundesländern ist das deutlich besser und schneller gelaufen. Es ist mir nicht erklärlich, warum Baden-Württemberg da so lange gezögert hat.“ Auch sei die Vereinbarung eines Impftermins sehr kompliziert, „gerade für die Generation, die nicht mit dem Internet aufgewachsen ist“. Und schließlich habe sich seine frühe Kritik am Standort des Kreisimpfzentrums als richtig erwiesen, so Herrera Torrez. Das zeige sich an zahlreichen Reaktionen nicht nur aus Wertheim, sondern auch aus Freudenberg und anderen Gemeinden. Viele Menschen im nördlichen Main-Tauber-Kreis fühlten sich abgehängt. „Viele Probleme waren absehbar“, fasste der OB zusammen, aber sie auf zuständiger Ebene nicht oder nicht früh genug angegangen worden.

Deshalb habe die Stadtverwaltung die Verantwortung übernommen zu überlegen, wie man den Menschen Hilfe, Halt und Sicherheit geben könne. „Ich halte es für ganz wichtig und zentral in so einer Zeit, dass die Heimatstadt hier ein Ankerpunkt ist.“ Auch der Seniorenbeirat der Stadt unter der Leitung von Jürgen Küchler habe Impulse gegeben. Und schließlich habe das von Alex Schuck geleitete und vom Diakonischen Werk getragene Familienzentrum Unterstützung angeboten. „Das ist großartig, dass es Menschen gibt, die bereit sind zu helfen“, freute sich der Oberbürgermeister.

So wird nun in Kürze ein persönliches Schreiben des OB an alle über 80-jährigen Bürgerinnen und Bürger mit allen Informationen zur Corona-Schutzimpfung und den Kontaktdaten von Familienzentrum und Seniorenbeirat gehen. Den Versand hat die Verwaltung am Mittwoch angehalten, weil das Land am Vorabend eine Änderung des Impfanmeldesystems angekündigt hat. Sobald die Stadt dazu konkrete Informationen hat, wird das Schreiben aktualisiert und verschickt.

Seniorenbeiratsvorsitzender Küchler begrüßte diese Initiative. Er habe die Sorge, dass es gerade bei den Älteren viele gebe, die befürchteten, vergessen zu werden. „Unser Ziel ist es, diesen Menschen die Angst zu nehmen, durch das Raster zu fallen.“ Alex Schuck informierte, dass das Familienzentrum an vier Vormittagen pro Woche als Anlaufstelle für Fragen und Hilfestellungen rund um die Corona-Schutzimpfung präsent sei. Schuck zeigte sich optimistisch. „Wir haben in Wertheim Erfahrung mit dem Meistern großer Aufgaben, zusammen mit der Stadt“, sagte er. Das Familienzentrum wolle bei seiner Unterstützung nicht nur die technische und organisatorische, sondern auch die menschliche Komponente berücksichtigen.

Laut Oberbürgermeister Herrera Torrez soll das Angebot zunächst einmal für vier Wochen aufrechterhalten werden. Das Bürger-Service-Zentrum des Rathauses, Familienzentrum und Seniorenarbeit arbeiteten in dieser Zeit Hand in Hand. Danach wolle man die Erfahrungen auswerten. Gegebenenfalls werde man es auch fortsetzen, wenn dann die nächste Altersgruppe zum Impfen anstehe.

Quelle : Wertheim.de

Bildergalerie Abrissparty Tauberbrücke Wertheim + Video , 12.03.2016

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*