Statistisches Bundesamt: Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe im März 2022: +0,6 % zum Vormonat

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Offene Aufträge auf Höchststand: Reichweite des Auftragsbestands steigt auf 8,0 Monate

Pressemitteilung Nr. 207 vom 18. Mai 2022

Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe, März 2022
+0,6 % real zum Vormonat (kalender- und saisonbereinigt)
+20,7 % real zum Vorjahresmonat (kalenderbereinigt) 

Reichweite des Auftragsbestands
8,0 Monate 

WIESBADEN – Der reale (preisbereinigte) Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im März 2022 kalender- und saisonbereinigt 0,6 % höher als im Februar 2022. Im Vergleich zum Vorjahresmonat März 2021 war der Auftragsbestand im März 2022 kalenderbereinigt 20,7 % höher.

Die offenen Aufträge aus dem Inland erhöhten sich im März 2022 gegenüber Februar 2022 um 1,2 % und die offenen Aufträge aus dem Ausland um 0,3 %. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern fiel der Auftragsbestand um 0,2 %. Bei den Herstellern von Investitionsgütern stieg er um 0,7 %. Im Bereich der Konsumgüter lag der Auftragsbestand 2,3 % höher als im Vormonat. 

Wie in den Monaten zuvor war auch im März 2022 in vielen Branchen das Auftragseingangsvolumen höher als das Umsatzvolumen. Der Nachfrageüberhang dürfte auf die anhaltend hohe Knappheit an Vorprodukten zurückzuführen sein. Infolge anhaltender Einschränkungen durch die Corona-Krise und des Kriegs in der Ukraine haben viele Unternehmen wegen gestörter Lieferketten nach wie vor Probleme beim Abarbeiten ihrer Aufträge. Laut dem ifo Institut für Wirtschaftsforschung klagten im März 2022 gut 80 % der befragten Industrieunternehmen über Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Das waren fast so viele wie im Dezember 2021, als der Anteil mit knapp 82 % auf einen neuen Höchststand gestiegen war. 

Reichweite des Auftragsbestands auf 8,0 Monate gestiegen 

Die (nicht kalender- und saisonbereinigte) Reichweite des Auftragsbestands im Verarbeitenden Gewerbe ist seit Juli 2021 stetig gestiegen. Im März 2022 betrug sie 8,0 Monate (Februar 2022: 7,9 Monate) und erreichte damit einen neuen Höchststand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2015. Bei den Herstellern von Investitionsgütern betrug die Reichweite 11,8 Monate (Februar 2022: 11,4 Monate), bei Vorleistungsgütern lag sie wie in den Vormonaten bei 4,0 Monaten und bei Konsumgütern betrug die Reichweite ebenfalls wie im Vormonat 3,5 Monate. 

Die Reichweite gibt an, wie viele Monate die Betriebe bei gleichbleibendem Umsatz ohne neue Auftragseingänge theoretisch produzieren müssten, um die vorhandenen Aufträge abzuarbeiten. Sie wird als Quotient aus aktuellem Auftragsbestand und mittlerem Umsatz der vergangenen zwölf Monate im betreffenden Wirtschaftszweig berechnet. 

Methodische Hinweise:

In allen Meldungen zu Konjunkturindikatoren sind die unterschiedlichen Vergleichszeiträume zu beachten. Im Fokus der Konjunkturbeobachtung steht der Vergleich zum Vormonat/Vorquartal. Hieraus lässt sich die kurzfristige konjunkturelle Entwicklung ablesen. Der kalenderbereinigte Vorjahresvergleich dient einem längerfristigen Niveauvergleich und ist von saisonalen Schwankungen und Kalendereffekten unabhängig. In der Corona-Krise und im Zuge des Kriegs in der Ukraine kann es durch die zeitweise starken Rückgänge und Anstiege zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen im Vormonats-/Vorquartalsvergleich und Vorjahresvergleich kommen. 

Der Auftragsbestand umfasst die Summe der Auftragseingänge am Ende des Berichtsmonats, die bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Umsätzen geführt haben und die nicht storniert wurden. Die Daten zum Auftragsbestand basieren auf den Volumenindizes des Auftragsbestands im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes, saison- und kalenderbereinigt mit dem Verfahren X13 JDemetra+. Der Auftragsbestand wird in der Gliederung der „Klassifikation der Wirtschaftszweige, Ausgabe 2008 (WZ 2008)“ erfasst und ausgewertet. Dabei wird der Auftragsbestand wie der Auftragseingang nur in ausgewählten Wirtschaftszweigen des Verarbeitenden Gewerbes erhoben. 

Weitere Informationen:

Die Ergebnisse zum Auftragsbestand im Verarbeitenden Gewerbe – auch aufgeschlüsselt nach Branchen – sind neben weiteren Indikatoren zur Einordnung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auch auf der Sonderseite „Corona-Statistiken“ (www.destatis.de/corona) im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes verfügbar. 

Ergebnisse in tiefer Gliederung können in der Datenbank GENESIS-Online abgerufen werden (42155-0004 Auftragsbestandsindizes und 42113-0001 Reichweiten des Auftragsbestandes).

Quelle : destatis.de

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