Ungerecht, nicht artgerecht – Gorilla kommuniziert in berührendem Video

Monkey Gorilla Animal Furry  - Greenarrow1986 / Pixabay
Greenarrow1986 / Pixabay - Gorilla Symbolbild

Berlin / Stuttgart, 4. September 2020 – Ungerecht, nicht artgerecht: Potenziellen Besuchern des Berliner Zoos wird seit Dienstag ein emotionaler Spot auf Social-Media-Kanälen angezeigt. Das Video zeigt die wundersame Begegnung eines einfühlsamen Jungen mit einem Gorilla in einem Zoo. Was wie ein typischer Tag im Zoo beginnt, ändert sich dramatisch, als sich die Blicke der beiden treffen. Mithilfe eines Walkmans zeigt der Silberrücken dem Jungen eindrücklich, wie Freiheit klingt und was er von seiner Gefangenschaft hält.
Mit dem Spot der schwedischen CGI-Spezialisten (Computer Generated Imagery) von FableFX erinnert PETA daran, dass die nächsten Verwandten des Menschen noch immer zur Unterhaltung in Zoos eingesperrt werden. Dabei ist ihre Gefangenhaltung vergleichbar mit der lebenslangen Inhaftierung eines Menschen. Der Berliner Zoo – in dem Orang-Utans, Gorillas, Schimpansen und Bonobos gefangen gehalten werden – steht exemplarisch für eine Vielzahl von zoologischen Einrichtungen, in denen Menschenaffen und andere Tiere unter völlig unangemessenen Bedingungen leben müssen. Im Rahmen der Kampagne „Menschenaffen raus aus Zoos“ fordert die Tierrechtsorganisation, die Haltungen durch ein Nachzucht- und Importverbot auslaufen zu lassen. Zudem appelliert PETA an alle Menschen, Zoos und Tierparks niemals mit dem Kauf einer Eintrittskarte zu unterstützen.

„Die Zoo-Gefangenschaft von Menschenaffen muss enden. Jedes Lebewesen hat ein ureigenes Recht auf Freiheit verdient. Unsere nächsten Verwandten in Zoogehege einzusperren, ist Tierquälerei“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, PETAs Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche. „Zum Artenschutz oder zur Wissensvermittlung über die Natur trägt ein Affengehege ebenfalls nichts bei – Besucher lernen höchstens, wie sich ein verhaltensgestörtes Tier verhält. Der Spot wird hoffentlich viele Menschen dazu bringen, unseren Umgang mit Tieren zu überdenken.“

Tiere aufgrund des immensen Leids mit Psychopharmaka ruhiggestellt
Die Ansprüche von Menschenaffen sind so komplex, dass ihnen kein Zoo einen artgerechten Lebensraum bieten kann. Studien zufolge leiden die Tiere in Zoos häufig unter schweren Verhaltensstörungen. [1-3] Ihr psychisches Leid äußert sich durch Selbstverstümmelung, extreme Zurückgezogenheit, permanentes Hin- und Herschaukeln des Oberkörpers bis hin zum Verzehr der eigenen Exkremente. Zum Teil verabreichen Zoos den Tieren sogar Psychopharmaka, damit sie die lebenslange Gefangenschaft überhaupt ertragen. Daher appelliert die Tierrechtsorganisation mit einer Petition an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), die Gefangenhaltung und Zurschaustellung der sensiblen Tiere schnellstmöglich auslaufen zu lassen.

https://youtu.be/xGob9MtTiRw

 

 

PETA weist darauf hin, dass immer mehr Menschen bewusst ist, dass die Gefangenschaft in Zoos grundsätzlich mit Leid für die Tiere verbunden ist. Laut einer von der Organisation in Auftrag gegebenen INSA-Meinungsumfrage vom April 2020 befürwortet mit 41 Prozent die relative Mehrheit der Befragten ein Ende der Zucht und Haltung von Menschenaffen in deutschen Zoos.

PETA plädiert für echten Artenschutz
Deutsche Zoos können keine Auswilderungen bei Menschenaffen vorweisen – die Tiere können Verhaltensweisen, die für ein Überleben in der Natur notwendig sind, in Gefangenschaft nicht oder nur schwer erlernen. Trotzdem investieren zoologische Einrichtungen Millionen Euro an Steuergeldern in teure Nachzuchtprogramme und kostenintensive Bauprojekte. Durch Maßnahmen zum Erhalt des natürlichen Lebensraums der Tiere hingegen könnten weitaus mehr Menschenaffen geschützt werden.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Akers, J. & Schildkraut, D. (1985). Regurgitation/Reingestion and coprophagy in captive gorillas. Zoo Biology – ZOO BIOL. 4. 99-109. Online abrufbar unter: https://doi.org/10.1002/zoo.1430040203.
[2] Birkett, Lucy/P., Newton-Fisher/Nicholas E. (2011): How Abnormal Is the Behaviour of Captive, Zoo-Living Chimpanzees? PLoS ONE 6(6): e20101. Online abrufbar unter: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0020101.
[3] Jacobson S.L. et al. (2016): Characterizing abnormal behavior in a large population of zoo-housed chimpanzees: prevalence and potential influencing factors. PeerJ 4:e2225. Online abrufbar unter: https://doi.org/10.7717/peerj.2225.

Weitere Informationen:
PETA.de/Spot-Gorilla
PETA.de/Menschenaffen
PETA.de/Themen/Zoo

Quelle : PETA.de

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