vbm steht zu Tarifbindung – aber mit flexiblen Tarifverträgen – Brossardt: „Tarifverträge brauchen Antworten für kommende Herausforderungen“ | Pressemitteilung VBM – Verband der Bayerischen Metall


München (ots) – Anlässlich der Kundgebungen der Gewerkschaften zum 01. Mai und der
generellen Diskussion um die Tarifbindung erklärte der
Hauptgeschäftsführer des vbm – Verband der Bayerischen Metall- und
Elektro-Industrie e. V., Bertram Brossardt: „Wir stehen zur
Tarifbindung, im Gegensatz zu den Gewerkschaften machen wir uns aber
Sorgen um die Zukunftsfähigkeit des Flächentarifvertrages. Im Fokus
muss die standortfördernde Tarifpolitik mit Weitblick stehen. Die
Tarifverträge sind insgesamt auf Mindestbedingungen zurückzuführen,
Überregulierungen müssen abgebaut und der Handlungsspielraum für
flexible und betriebsspezifische Lösungen gestärkt werden. Dazu
gehört die effektive Weiterentwicklung des Flächentarifvertrages
genauso wie die Berücksichtigung der heterogenen wirtschaftlichen
Lage der Unternehmen durch Differenzierungsklauseln“, erklärt vbm
Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt und fügt hinzu: „Wir dürfen
den Flächentarifvertrag nicht überfrachten und die gleichen Fehler
wie in der Vergangenheit machen. Das hatte zu einer Tariferosion
geführt.“ Dem Ruf zum Tarifzwang über eine Ausweitung der
Allgemeinverbindlichkeit erteilt Brossardt eine klare Absage: „Wir
werben für eine hohe Tarifbindung. Tarifbindung ist aber kein
Selbstzweck und liegt in den Händen der Tarifpartner. Der Ruf der
Gewerkschaften nach staatlicher Regulierung ist hier völlig fehl am
Platz.“

Laut vbm sind in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie seit
Jahresbeginn 12 Unternehmen mit rund 5.800 Beschäftigten aus der
Tarifbindung ausgeschieden. Im Gegenzug sind aber keine Unternehmen
neu dazugekommen. „Die Ablehnung der Tarifverträge durch diese
Unternehmen ist das Ergebnis des Tarifabschlusses im Februar und
überbordender Forderungen“, kommentiert Brossardt. Seit 2007 liegen
die direkte Tarifbindung und die indirekte, d.h. die Orientierung am
Flächentarifvertrag, durchgängig bei fast 80 Prozent der Arbeitnehmer
der bayerischen M+E Industrie. „Der bayme – Bayerischer
Unternehmensverband Metall- und Elektro e. V. bietet seinen
Mitgliedern, die in Ausübung ihrer negativen Koalitionsfreiheit keine
Tarifbindung wünschen, die nötige Flexibilität, um im internationalen
Wettbewerb zu bestehen. Mit Tarifbindung ist das leider keine
Selbstverständlichkeit mehr“, betont Brossardt.

Der vbm stellt sich damit auch gegen die Aussage von Reiner Hoffmann,
1. Vorsitzender des DGB, dass „gute und anständig bezahlte Arbeit nur
mit Tarifverträgen“ möglich sei. „Der große Anteil von Unternehmen,
die sich am Flächentarifvertrag orientieren, belegt das eindrücklich.
Die direkte Tarifbindung können wir dauerhaft nur stärken und
erhalten, wenn die Tarifverträge wettbewerbsfähiger und flexibler
werden und Antworten auf die kommenden Herausforderungen, wie die
Digitalisierung, enthalten“, betont Brossardt.

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Tel. 089-551 78-399,
E-Mail: tobias.kochta@ibw-bayern.de

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Bilder „Wir sind Wertheim“ , am Marktplatz ,11.September.2011