Verbraucherzentrale : Stichprobe zur Anlage von Vermögenswirksamen Leistungen in Banksparplänen

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Stichprobe zur Anlage von Vermögenswirksamen Leistungen in Banksparplänen: Totalverweigerer und Renditekracher

Millionen Arbeitnehmer haben Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (vL). Doch wer die Euros in einem sicheren Banksparplan anlegen will, trifft häufig auf Probleme. Das zeigt eine Stichprobe der Verbraucherzentrale NRW bei zwölf Banken und Sparkassen. Das ist ärgerlich, weil das Produkt nicht nur sicher ist, sondern auch eine sehr gute Rendite bringen kann.

Viele Betriebe und Unternehmen spendieren ihren Mitarbeitern Vermögenswirksame Leistungen. Von 6,65 Euro bis 40 Euro im Monat reicht der Zuschuss zum Gehalt. Das Geld fließt meist in einen Banksparplan, Aktienfonds oder Bausparvertrag, der erst nach sieben Jahre ausbezahlt wird. Für Geringverdiener winkt obendrein bei einigen Anlageformen eine staatliche Zulage.

Problem nur. Millionen Arbeitnehmer, etwa Angestellte und Beamte, erhalten lediglich 6,65 Euro im Monat. Wer den Betrag nicht aus eigener Tasche aufstocken kann oder will, für den eignet sich in der Regel nur ein Bank-

sparplan.

Wie Geldinstitute auf den Wunsch nach der langjährigen Dauer-Minianlage reagieren, wollte die Verbraucherzentrale NRW wissen. Dazu wurde bei einer Stichprobe ein Dutzend Banken zu ihren vL-Sparplan-Angeboten befragt.

Die erste Überraschung: Nur sechs der zwölf Geldinstitute boten überhaupt einen Abschluss an. Stadtsparkasse Düsseldorf, Deutsche Bank, Targo Bank, Commerzbank, Comdirect und Postbank verzichteten in ihrem Produkt-Portfolio auf den wichtigen Stein im Vermögensaufbau.

Am kleinen Monatsbeitrag von 6,65 Euro störten sich zwei weitere Banken: Die Ethikbank verlangte mindestens 10 Euro pro Monat, die GLS-Bank sogar 25 Euro. Da mag es Kleinsparer trösten, dass beide Institute ohnehin nicht zu den Renditeraketen zählten. So ließen sich mit dem Sparplan der GLS-Bank gerade mal 0,35 Prozent erzielen, während die Ethikbank mikroskopische 0,01 Prozent zu bieten hatte.

Damit blieben mit Kölner Bank, Degussa Bank, ING-Diba und PSD-Bank Rhein-Ruhr noch vier von den zwölf befragten Anbietern im Rennen. Die Überraschung dabei: die große Spanne bei den Konditionen. So bot die Kölner Bank zwar lediglich einen variablen Grundzins von 0,05 Prozent, versprach am Ende jedoch, einen Bonus von sechs Prozent auf die Einzahlungen drauf zu satteln – das ergab immerhin 1,49 Prozent Rendite.

Deutlich darunter lag das Angebot der ING-DiBa mit einem Festzins ohne Bonus von 1,0 Prozent. Noch etwas weniger gibt es bei der PSD Bank Rhein-Ruhr: Sie stockte die variable Grundverzinsung (0,10 Prozent) um einen Endbonus von 3,5 Prozent auf – damit betrug die Rendite 0,95 Prozent.

Den Spitzenplatz belegte die Degussa Bank. Sie schoss die variablen Mini-Zinsen von 0,05 Prozent dank eines 14-Prozent-Bonus auf eine stolze Rendite von 3,3 Prozent.

Übrigens: Ein Risiko gehen Sparer bei allen Banken in der Stichprobe nicht ein. Denn die Guthaben sind bis zu einer Höhe von mindestens 100.000 Euro pro Anleger von der deutschen Einlagensicherung abgedeckt.
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