Verfahren wegen Tierquälerei bei Circus Moreno gegen Bußgeld eingestellt: PETA fordert Halteverbot


Berlin / Stuttgart, 11. April 2019 – Zirkusdirektor Ramon Sperlich und seine Ehefrau mussten sich wegen Tierquälerei vor dem Amtsgericht Tiergarten in Berlin verantworten (Aktenzeichen: 260 Ds 77/17). Während eines Gastspiels in Berlin-Spandau im Juni 2015 stellte das Veterinäramt bei Circus Moreno unter anderem Verhaltensstörungen bei einem Hengst und bei mehreren Tieren stark vernachlässigte Hufe fest, wodurch sich bereits Fehlstellungen des Bewegungsapparats entwickelt hatten. Im August 2015 ging auch PETA gegen den Zirkus vor und erstattete Strafanzeige. Gegen den Bußgeldbescheid legte der Zirkus Widerspruch ein, der in der vergangenen Woche verhandelt wurde. Das Gericht stellte das Verfahren nun gemäß Paragraf 153a StPO nur gegen die Zahlung eines Bußgelds in Höhe von insgesamt 1.000 Euro ein. Die Tierschutzorganisation fordert ein Tierhalteverbot für Circus Moreno, da das Unternehmen wiederholt Tiere leiden ließ.
 
„Wir begrüßen das Bußgeld für die Zirkusbetreiber. Genau wie Wildtiere werden auch viele domestizierte Tiere gezwungen, unnatürliche ‚Kunststücke‘ in der Manege aufzuführen, dafür quer durchs Land gekarrt und häufig unter mangelhaften Bedingungen gehalten“, so Biologin Dr. Yvonne Würz, Fachreferentin für Tiere in der Unterhaltungsbranche bei PETA. „Um weiteres Tierleid zu verhindern, müssen Zirkusse gänzlich tierfrei werden. Erfolgreiche zukunftsorientierte Zirkusunternehmen beweisen bereits, dass das wunderbar funktioniert.“
 
Zahlreiche behördlich festgestellte Mängel bei Circus Moreno
Das Veterinäramt stellte bei einem Alpaka, den Lamas, Ziegen und den Hunden fest, dass die Huf- und Klauen- beziehungsweise Krallenpflege seit Monaten überfällig war; bei den Kamelen wurde sie sogar mehr als ein Jahr vernachlässigt. Bei einem Kamel diagnostizierte die Behörde die Milbenerkrankung Räude. Das Freigehege für die Kamele baute der Zirkus trotz mehrmaliger Ermahnung vonseiten des Veterinäramts erst nach acht Tagen auf – auch in anderen Städten mussten die Behörden die Verantwortlichen immer wieder dazu auffordern. Circus Moreno führte schon im Mai 2015 eine hochtragende Ponystute und später ihr säugendes Fohlen mit, obwohl die Zirkusleitlinien des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft dies ausdrücklich untersagen. Berliner Tierschützer kauften die beiden Tiere frei, um ihnen weiteres Leid zu ersparen.
 
Tierleid in Zirkusbetrieben ist systembedingt
Immer häufiger muss PETA die Veterinärämter auffordern, die Tierschutzrichtlinien auch in Zirkusbetrieben durchzusetzen, die keine Wildtiere mitführen. Die Tierschutzorganisation weist darauf hin, dass die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod führen. Deutschland sollte in dieser Hinsicht dem Beispiel anderer Staaten folgen: Neben Griechenland, Malta und Zypern, die die Haltung von Tieren in Zirkusbetrieben bereits komplett verboten haben, kündigte 2017 auch Italien ein Verbot an, das schrittweise umgesetzt werden soll.
 
PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht da, um uns zu unterhalten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein: eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Tierverbot-Zirkus
PETA.de/Zirkus
 
Kontakt:
Carolin von Schmude, +49 711 860591-528, CarolinVS@peta.de



Quelle : PETA.de

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