Verletzte Kuh sich selbst überlassen: PETA erstattet Strafanzeige gegen Landwirt aus Straubenhardt

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Straubenhardt / Stuttgart, 4. August 2022 – Wegen Vernachlässigung einer verletzten Kuh und somit wegen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz erstattete PETA gestern Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen einen Landwirt aus Straubenhardt.Vergangene Woche informierten Whistleblower die Tierschutzorganisation über eine Kuh, die inmitten ihrer Exkremente etwa drei Wochen lang größtenteils unversorgt sich selbst überlassen wurde. Aufnahmen zeigen das Tier mit Wunden an den Vorderbeinen, worin sich bereits Fliegenlarven ausbreiteten. Unverzüglich meldete PETA dem Veterinäramt Enzkreis die Missstände. Die Behörde kontrollierte den Mastbetrieb zeitnah und veranlasste, dass die Kuh eingeschläfert wird. Zudem wurden weitere Maßnahmen auf dem Hof ergriffen. Die Tierschutzorganisation fordert eine empfindliche Strafe sowie ein Tierhalteverbot für den Verantwortlichen.

„Eine offensichtlich verletzte und schwache Kuh, die schutzlos in ihren Ausscheidungen liegen muss, sich selbst zu überlassen, bis sich sogar Fliegenmaden in ihren Wunden ausbreiten, ist ein grober Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Ein solcher Mensch sollte keine Tiere halten dürfen“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin bei PETA Deutschland. „Wer Leid in der Fleisch- und Milchindustrie ablehnt, lebt vegan.“

Einer Augenzeugin zufolge versuchte die Kuh vergeblich immer wieder aufzustehen, wobei sie sich vermutlich die Abschürfungen und Wunden an den Beinen zuzog. Menschen aus der Nachbarschaft kamen dem Tier wiederholt zu Hilfe und versorgten es mit Wasser und etwas Nahrung. Die Beobachterin berichtete PETA zudem, dass am Tag nach der Kontrolle des Betriebs durch das Veterinäramt ein weiteres sehr abgemagertes Rind von einem Tierarzt notgetötet werden musste.

Hintergrundinformationen:
Ein Fall wie dieser ist keine Ausnahme in der ausbeuterischen Fleisch- und Milchindustrie, die unsere Mitgeschöpfe als Wirtschaftsgüter sieht und bewertet. Geschwächte und kranke Rinder werden oftmals sich selbst überlassen, um Kosten einzusparen, wenn Tiere eigentlich behandelt oder einschläfert werden müssten. Immer wieder werden Aufnahmen von vernachlässigten Tieren oder anderen Misshandlungen in landwirtschaftlichen Betrieben veröffentlicht. PETA erinnert daran, dass das Tierleid in dieser Branche teils auch von der Gesetzgebung legalisiert ist: Allein in Deutschland werden jährlich über 720 Millionen Landlebewesen wegen ihres Fleisches in enge Ställe eingesperrt und im Schlachthaus getötet. Kälbern werden die Hörner ausgebrannt, Ferkeln die Ringelschwänze abgeschnitten und Puten die empfindlichen Schnäbel gekürzt, um sie den Haltungsbedingungen anzupassen. „Verstöße gegen das Tierschutzgesetz – angefangen bei Qualzuchten bis hin zur nicht vorschriftsmäßigen Betäubung im Schlachthaus – sind sowohl in großen als auch in kleinen Betrieben an der Tagesordnung“, so Kainz. Ganz gleich, ob „bio“ oder konventionelle Haltung: 100 Prozent der Tiere werden getötet oder sterben in den Betrieben, lange bevor sie ihre natürliche Lebenserwartung erreichen. PETA appelliert daher an alle Menschen, auf pflanzliche Lebensmittel zurückzugreifen, statt die systematische Ausbeutung in der Fleisch-, Milch- und Eierindustrie durch den Kauf dieser Produkte zu unterstützen.

PETAs Motto lautet in Teilen: Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Weltanschauung, die den Menschen als allen anderen Lebewesen überlegen einstuft.

[1] Deutscher Bundestag (2018): Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Carina Konrad, Dr. Gero Clemens Hocker, Frank Sitta, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP. Vollzug von Tier- und Verbraucherschutzrecht. Online abrufbar unter: https://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/031/1903195.pdf. (4.08.2022).

Verletzte Kuh mit Wunde am Bein auf einem Mastbetrieb in Straubenhardt. Zum Aufstehen zu schwach, liegt sie in ihren Ausscheidungen. / © PETA Deutschland e. V.

Die Fotos können hier heruntergeladen und für die Berichterstattung verwendet werden.

Weitere Informationen:
PETA.de/Themen/Rinderhaltung
PETA.de/Themen/Downer-Kühe
PETA.de/Themen/Kühe

Pressekontakt:
Britta Nolte, +49 30 6832 6660-29, [email protected]

Quelle : PETA.de

https://wertheimerportal.de/faktencheck-tauben-sind-keine-ratten-der-luefte/

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