Verletzte Schlange gefunden – PETA setzt 500 Euro Belohnung für Hinweise aus und erstattet


Tierrechtsorganisation fordert generelles Haltungsverbot von Exoten in Privathaushalten

 
Berlin / Stuttgart, 2. Oktober 2018 – Suche nach ehemaligem Halter: Am 10. September entdeckte ein Anwohner auf einem Treppenabsatz zu einem Innenhof der Hochkirchstraße in Berlin-Schöneberg eine verletzte exotische Schlange. Das Tier wurde in einem Karton zur Polizei transportiert und dort von einem Schlangenexperten abgeholt. Bei dem Reptil handelt es sich um einen Erdnatter-Hybrid. Der Tierhalter ließ sich bislang nicht ermitteln. In der Regel handelt es sich bei solchen Funden um Tiere, die von einem überforderten Halter ausgesetzt wurden.
 

PETA setzt Belohnung aus und erstattet Strafanzeige

Um den Schlangenhalter, der das verletzte Tier mutmaßlich „entsorgt“ hat,  zu finden, setzt die Tierrechtsorganisation PETA nun eine Belohnung in Höhe von 500 Euro für Hinweise, die zu seiner Verurteilung führen, aus. Zeugen können sich telefonisch unter 01520-7373341 oder per E-Mail bei PETA melden – auch anonym. Außerdem erstattete die Tierrechtsorganisation Strafanzeige gegen Unbekannt bei der Staatsanwaltschaft Berlin.
 
„Das Aussetzen von Tieren ist eine Straftat. Inwieweit der ehemalige Halter auch für die Verletzungen der Schlange verantwortlich ist, müssen die Ermittlungen zeigen“, sagt Peter Höffken, Fachreferent bei PETA. „Immer wieder werden Tiere von verantwortungslosen Menschen wie Wegwerfware behandelt. Häufig sind es Reptilien aus dem Internet von Reptilienbörsen, deren Halter sich nicht ausreichend mit den Bedürfnissen der anspruchsvollen Lebewesen auseinandergesetzt haben, so dass ihnen dann Aufwand, Kosten und – im wahrsten Sinne – die Tiere selbst über den Kopf wachsen.“
 

PETA fordert generelles Haltungsverbot von Exoten in Privathaushalten

Eine artgerechte Haltung von Reptilien ist in Gefangenschaft nicht möglich. Zudem ist die Versorgung nicht nur extrem kostspielig, sie erfordert auch ein umfangreiches Wissen. Ein Großteil der in Deutschland gehaltenen Exoten stirbt frühzeitig, weil die Tiere nicht ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten werden.
 
Eine international übergreifende PETA-Recherche offenbarte erstmals Einblicke in den skrupellosen Handel mit Reptilien, die für den deutschen Heimtiermarkt bestimmt sind. Ermittler der Tierrechtsorganisation dokumentierten massenhaft tote, verletzte oder jahrelang in Plastikboxen eingesperrte Tiere bei deutschen Großhändlern und deren internationalen Zulieferern. Sterberaten von bis zu 70 % werden im Handel bereits einkalkuliert. [1]
Auf Börsen werden die „Exoten“ wie Ramschware verhökert und häufig in kleinen Plastikboxen oder strukturlosen Glaskästen an jeden Interessenten verkauft. Außerdem können die Exoten zur Gefahr für Menschen werden, da sie häufig Salmonellen in sich tragen.
 
PETA weist darauf hin, dass das Aussetzen von Tieren verboten ist und einen Straftatbestand darstellt – das gilt ebenso für die nicht artgerechte Unterbringung und Versorgung, sowie die bewusste Unterlassung notwendiger Hilfeleistung. Wer ein Tier findet und nicht sachkundig ist, sollte es nicht anfassen und umgehend die Polizei, Feuerwehr oder den örtlichen Tierschutzverein kontaktieren.
 
[1] Toland, Elaine/Warwick, Clifford/ Arena, Phillip: Pet Hate, in: The Biologist, Vol. 59 No. 3, 2012.
 
Weitere Informationen:
PETA.de/Whistleblower
PETA.de/Tierqual
PETA.de/Reptilien
PETA.de/Reptilienhandel
 
Kontakt:
Katharina Wicke, +49 711 860591-535, KatharinaW@peta.de



Quelle : PETA.de

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