Vernachlässigte Tiere und langsamer Tod bei US-Vertragslabor mit Verbindung zu Bayer

tiburi / Pixabay

Stuttgart / Whippany, New Jersey, 21. Juni 2017 – Mit einem Brief appelliert PETA US an die in Whippany ansässige Bayer-USA-Niederlassung: Das Unternehmen soll überdenken, ob es künftig wirklich weiterhin Tierversuche von Liberty Research, Inc. durchführen lassen möchte. Der Appell beruft sich auf eine Augenzeugenermittlung von PETA US in einem Vertragslabor in Barton, New York. Dort entstandene Video- und Bildaufnahmen zeigen, dass Hunden und Katzen eine angemessene medizinische Pflege verwehrt blieb, man die Tiere auf langsame und mit Stress verbundene Weise tötete und sie nicht von anderen notleidenden Tieren trennte, die sie verletzten. Die Verbindungen des Vertragslabors reichen bis nach Europa. Eine Petition von PETA Deutschland richtet sich daher insbesondere an die deutschen und europäischen Vertragspartner des Labors.

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Liberty Research testet tiermedizinische Produkte an Hunden und Katzen. Jüngst wurden Tieren dabei Medikamente und Viren injiziert; anschließend wurden sie getötet oder in weiteren Tests eingesetzt. Die Augenzeugenermittlung von PETA US deckte horrende Fahrlässigkeiten beim Umgang mit den Tieren auf. Ein Mitarbeiter bohrte in die Schädel von 30 Hunden, von denen einige nicht ausreichend betäubt waren und während des Vorgangs winselten. Dann injizierte er das Staupevirus in ihr Gehirn. Außerdem wurden Hunden riesige Dosen Opioid injiziert, obwohl es für diese Substanzen bereits bestens etablierte tierfreie Testmethoden gibt.

„Diese Hunde und Katzen sind genau wie die Vierbeiner, mit denen wir unser Zuhause teilen. Liberty Research sollte geschlossen werden, weil das Unternehmen Tiere wie Laborinstrumente behandelt, die man nach Verwendung einfach entsorgen kann“, so Dr. Emily Trunnell, Research Associate bei PETA US. „PETA US appelliert an Bayer und die anderen Kunden von Liberty, sich unsere Beweise anzusehen und dann zu entscheiden, ob sie dieses Albtraumlabor weiterhin finanzieren möchten.“

Katzen wurden in dem Labor in extrem überfüllten, kahlen Räumen in fensterlosen Gebäuden gehalten. Ein Kater namens Jade war kurzzeitig durch Krampfanfälle gelähmt, wurde jedoch fast vier Wochen lang nicht behandelt. Erst dann verabreichte ihm ein Mitarbeiter eine tödliche Injektion ins Herz. Doch auch zu diesem Zeitpunkt war Jade noch in der Lage, die Schmerzen wahrzunehmen. Andere Mitarbeiter brauchten über sieben Minuten und vier Injektionen, um einen nach Luft japsenden, blutigen Hund zu töten, der bei vollem Bewusstsein war.

Neben Bayer gehören Merial, Novartis, Merck USA, Zoetis und andere veterinärmedizinisch orientierte Pharmafirmen zu den aktuellen Kunden von Liberty Research. Zu diesem Kundenkreis gehören darüber hinaus das US-Kriegsveteranenministerium, das US-Landwirtschaftsministerium sowie Bildungseinrichtungen wie die Michigan State University und die Universitäten von Pittsburgh, Florida und Louisville. Auch die Uni Zürich bezog in mindestens zwei Fällen Katzen von Liberty Research für Tierversuche.

Weitere Informationen
PETA.de/vertragslabor-usa
PETA.de/Tierversuche

 

Quelle : PETA.de