VIER PFOTEN: Überproduktion ist Folge kurzsichtiger EU-Agrarpolitik

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Billigpreise bei Milch und Schweinefleisch: Tiere, Umwelt, Landwirte und Konsumenten die Leidtragenden

 

Hamburg, 31. August 2015 – Die derzeitigen Billigpreise bei Milch und Schweinefleisch sind laut der international tätigen Tierschutzstiftung VIER PFOTEN Folge einer kurzsichtigen europäischen Agrarpolitik und nicht nur für Landwirte, sondern vor allem auch für Tiere, Umwelt und Konsumenten ein großer Schaden.

 

Dr. Martina Stephany (33), Kampagnenleiterin von VIER PFOTEN:
„Nachdem seit Jahrzehnten Subventionen für intensiv wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe vergeben werden, ist es nicht verwunderlich, dass es nun durch die Überproduktion zu großen Problemen gekommen ist. Das Schlimme dabei ist, dass diese verfehlte Politik auf dem Rücken der Tiere, deren Bedingungen unter der intensiven Produktion extrem schlecht sind, ausgetragen wird. Gleichzeitig werden Landwirte nicht fair entlohnt, die Umwelt leidet unter einer falschen Bodenbewirtschaftung, und die Konsumenten kaufen qualitativ immer schlechtere Nahrungsmittel.“

 

Eine Lösung sieht VIER PFOTEN auf politischer Ebene in einer völligen Umstrukturierung der rein auf wirtschaftliche Maximierung ausgelegten EU-Landwirtschaftsstrategie.

 

Dr. Stephany:
„Die EU darf nicht, so wie jetzt, einfach nur der Verwalter eines riesigen Landwirtschaftsbudgets sein. Die einzelnen Mitgliedsstaaten, die diese Politik ja schließlich lange mitgetragen haben, sind gefordert, gemeinsam eine nachhaltige Landwirtschaft aufzubauen. Es muss eine Struktur geschaffen werden, in der die Arbeit von Landwirten, die Umwelt und auch die Bedürfnisse von Tieren sowie von Konsumenten ihren entsprechenden Stellenwert haben.“

 

VIER PFOTEN appelliert an die Verbraucher, sich bewusster zu ernähren und vor allem den Konsum von Fleisch zu reduzieren.

 

Dr. Stephany:
„Wenn alle weniger Fleisch und tierische Produkte essen, dafür aber auf bessere Haltungsbedingungen der Tiere achten und damit auch bereit sind, einen höheren Preis zu zahlen, leisten wir schon einen sehr wertvollen Beitrag. Einerseits helfen wir den Tieren, andererseits aber auch der Umwelt, den Landwirten und unserer eigenen Gesundheit.“