Weihnachtsausstellung im Wertheimer Glasmuseum

Auf dem Bild: Versilbern einer Christbaumspitze. Foto: Glasmuseum Wertheim

Historischer und moderner Christbaumschmuck

Die Heilige Familie mit Maria, Josef und dem Jesuskind, Kaiserin Sissi und der Gartenzwerg – sie alle sind bald als funkelnder Figurenschmuck in einer weihnachtlichen Ausstellung in Wertheim zu sehen. Das Glasmuseum zeigt den historischen und modernen Christbaumschmuck aus Glas von Samstag, 28. November, bis Mittwoch, 6. Januar. Die Eröffnung findet statt am Samstag, 28. November, um 16 Uhr im Glasmuseum statt.

Wie das Glasmuseum mitteilt, erstreckt sich die Sammlung in der „Historischen Weihnachtsglasbläserei“ auf zwölf Vitrinen. Die Ausstellung mit der über 100 Jahre alten Christbaumschmuck-Sammlung aus Thüringen und Gablonz/Böhmen erinnert an die Herkunft der Wertheimer Laborglasindustrie aus Thüringen. Infolge von Hungersnöten verarbeiteten dort gegen Ende des 18. Jahrhunderts Thüringer Glasbläser auf der Suche nach neuen Erwerbsquellen erstmals Glasröhren und Glasstäbe „vor der Lampe“. Aus der anfänglichen Herstellung von Perlen, Früchten und Hohlglastieren für die Modeschmuck- und Spielzeugindustrie entwickelte sich bald eine florierende Christbaumschmuckindustrie (ab 1848). Durch den Bau einer Gasanstalt in Lauscha (1867) und völlig neuen Fertigungsmethoden führte das zu einer gigantischen Formenvielfalt.

Von Beginn an prägte das Nebeneinander von christlichen und volkstümlichen Motiven das Bild des gläsernen Baumschmucks und lässt den Besucher erahnen, was die Menschen damals und heute bewegt. Zu den ältesten Figuren am Weihnachtsbaum gehören Figuren wie der Heilige Nikolaus als Gabenbringer für die Kinder oder der Schneemann, der die kalte Winterzeit symbolisiert.

Auf dem Bild: Nikoläuse um 2013, Foto: Glasmuseum Wertheim
Auf dem Bild: Nikoläuse um 2013, Foto: Glasmuseum Wertheim

Noch spärlich bemalt und „gezuckert“ sind sie auch die ältesten weihnachtlichen Exponate im Glasmuseum (um 1880 bis 1900). Zwerge als hilfreiche Hausgeister, Schornsteinfeger als Glückssymbol, Puppenköpfe als Spielzeug für Kinder hängen neben Engeln, den himmlischen Boten. Märchenfiguren wie Max und Moritz oder Pinocchio, Kaiserin Sissi, König Ludwig oder Mozart in den heute üblichen kräftigen Farben entführen Kinder und Erwachsene für kurze Zeit in eine heile Wunsch- und Traumwelt an Weihnachten, oft begleitet von gläsernen Tieren und Früchten.

Nachvollziehbar werden die Vorlieben und Moden der unterschiedlichen Epochen durch die zehn im Licht funkelnden echten Weihnachtsbäume. Bunt, üppig und luxuriös präsentiert sich unter anderem der vier Meter hohe „Thüringer Baum“ mit seinen 500 Glas-Figuren (ab 1870 bis heute). Im „Gründerzeit“-Baum zeigt sich die Vorliebe für Formschmuck aus Leonischem Draht, modisch in Pastelltönen und mit Engelshaar geschmückt steht der „50er Jahre-Baum“ und platzsparend der umgekehrt aufgehängte Christbaum in der „historischen Weihnachtsglasbläserei“.

In der Museumswerkstatt lädt der Museumsglasbläser die Besucher ein, ihre eigene Christbaumkugel vor der heißen Flamme zu blasen. Das Versilbern von gläsernem Christbaumschmuck zeigen unsere Museumsmitarbeiterinnen an den Advent-Samstagen, jeweils von 14 bis 16 Uhr. Im Weihnachtsbasar des Glasmuseums können die Besucher “nostalgischen” und zeitgenössischen Christbaumschmuck aus Glas erwerben und unterstützen somit unsere Museumswerkstatt für den täglichen Sauerstoffbedarf.

Auf dem Bild: Gablonzer Christbaumschmuck, Böhmen um 1930-40. Foto: Glasmuseum Wertheim
Auf dem Bild: Gablonzer Christbaumschmuck, Böhmen um 1930-40. Foto: Glasmuseum Wertheim

Die Eröffnung der Weihnachtsausstellung findet statt am Samstag, 28. November, um 16 Uhr im Glasmuseum mit Weihnachtspunsch der Familien Petzold und Zveplan. Für die musikalische Umrahmung sorgt das Blechbläserquintett „Werdenfelser Land“ unter der Leitung von Manfred Lutz mit Sonja Martinez, Bruno Beier, Rainer Lange und Michael Lamott. Außerdem zeigen die Museumsmitarbeiterinnen das Versilbern von gläsernem Christbaumschmuck. Der Eintritt zur Eröffnung ist frei.

Stadtverwaltung Wertheim