Wertheim : Betreuungsangebot wächst mit Zahl der Kinder – Planung für das Kindergartenjahr 2017/18

Frühkindliche Bildung und Betreuung haben in Wertheim einen hohen Stellenwert. Foto: Stadt Wertheim

Betreuungsangebot wächst mit Zahl der Kinder

Planung für das Kindergartenjahr 2017/18

 

Die Stadt Wertheim erhält als familienfreundliche Kommune ihr dezentrales Kinderbetreuungssystem mit 23 Einrichtungen aufrecht, die Betreuungsangebote werden weiterhin am Bedarf der Familien ausgerichtet. Dies hat der Gemeinderat nach Beratung der Kindertagesstätten-Bedarfsplanung beschlossen. Im Kindergartenjahr 2017/18 wird es insgesamt 989 Plätze geben, 61 mehr als im aktuellen Jahr. Die höhere Platzzahl entspricht den steigenden Kinderzahlen sowohl aufgrund der Geburtenentwicklung wie auch aufgrund von Zuzügen.

Längst ist es für Eltern selbstverständlich geworden, dass ihre Kinder spätestens ab dem dritten Lebensjahr eine Kindertageseinrichtung besuchen. Die Quote liegt in Wertheim bei fast 100 Prozent. Aber auch der Bedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren hat in Wertheim mit 40 Prozent ein hohes Niveau erreicht. Diese Quote wird nach Einschätzung der Verwaltung in den nächsten Jahren noch leicht steigen. Indikator dafür ist die sehr geringe Arbeitslosenquote und der Wunsch junger Mütter, nach der Elternzeit bald wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Welches Betreuungsangebot an welchem Standort für wie viele Kinder benötigt wird, erfährt die Stadtverwaltung, die für die Bedarfsplanung zuständig ist, von den Eltern selbst. Seit 2014 arbeitet Wertheim mit dem zentralen Anmeldeverfahren „Platz da!?“. Damit können Eltern ihre individuellen Betreuungswünsche online übermitteln. Pro Jahr koordiniert die Verwaltung über diese Plattform bis zu 300 Anfragen.

Einen Betreuungsanspruch haben die Eltern in Baden-Württemberg, wenn sie ihren Bedarf sechs Monate vor dem gewünschten Aufnahmedatum gemeldet haben. In Wertheim werden Platzanfragen hingegen schon ab 13 Monaten vorher bearbeitet und mit einer Platzzusage durch die Kindertageseinrichtung abgeschlossen. Landesweit ist diese großzügige Regelung die große Ausnahme. Ihr Vorteil liegt in der Planungssicherheit für Eltern einerseits und für die Kindergartenträger andererseits.

Für das Kindergartenjahr 2017/18 wurde durch Auswertung der „Platz da!?“-Anmeldungen ersichtlich, dass die Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter drei Jahren weiterhin steigt, ebenso die Nachfrage nach Ganztagsplätzen. Für sechs Einrichtungen sieht deshalb die vom Gemeinderat beschlossene Bedarfsplanung Gruppenerweiterungen oder Ausweitungen der aktuellen Betreuungsform vor. Betroffen sind die Standorte Hofgarten, Bestenheid (katholisch), Dertingen (Naturkindergarten), Dörlesberg, Nassig und Mondfeld.

Die Gesamtplatzzahl erhöht sich dadurch um 61 auf 989. Davon sind 706 Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren (plus 33) und 193 Plätze (plus sechs) für Kinder unter drei Jahren. Hinzu kommen 27 Plätze in der Kindertagespflege. Die Zahl der Gruppen in den insgesamt 23 Einrichtungen erhöht sich um zwei auf 53.

Diese Angebotserweiterungen haben nicht nur personelle Auswirkungen; der zusätzliche Personalbedarf addiert sich auf etwa fünf zusätzliche Stellen. Auch die Kosten der Kinderbetreuung steigen weiter an. 2017 sieht der städtische Haushalt für die Finanzierung der Kindertagesstätten rund 5,7 Mio Euro vor. Davon entfallen 4,6 Mio auf die 18 Einrichtungen in kirchlicher oder privater Trägerschaft und 1,1 Mio auf die fünf kommunalen Einrichtungen.

Die kommunale Einrichtung in Bettingen ist eine von 23 Kindertagesstätten im Stadtgebiet. Foto: Stadt Wertheim
Die kommunale Einrichtung in Bettingen ist eine von 23 Kindertagesstätten im Stadtgebiet. Foto: Stadt Wertheim

Sollten die Kinderzahlen weiter steigen, darauf machte die Verwaltung bei Vorlage der Bedarfsplanung 2017/18 aufmerksam, werden einige Einrichtungen an ihre Kapazitätsgrenze stoßen. Konkret genannt wurden die Kernstadt sowie die Stadtteile Hofgarten, Wartberg und Reinhardshof. Das bedeutet, dass nicht mehr alle Elternwünsche, die sechs Monate vor dem Aufnahmetermin gemeldet werden, in der Betreuungseinrichtung vor Ort erfüllt werden können. Um für solche Engpässe gewappnet zu sein, kündigte die Verwaltung an, gemeinsam mit den kirchlichen Kindergartenträgern ein stadtteilübergreifendes Gesamtkonzept zu erarbeiten.

Weitere Informationen zum Kinderbetreuungsangebot in Wertheim gibt es im Internet unter www.wertheim.de. Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung ist Uwe Schlör-Kempf, Telefon 09342/301-310, E-Mail: uwe.schloer-kempf@wertheim.de.

Stadtverwaltung Wertheim