Wertheim / Main-Tauber-Kreis : Coronakrise – Bürgschaftsbank und L-Bank bieten schnelle und unbürokratische Förderung

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Am Freitag, 13. März, haben das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesfinanzministerium gemeinsam das Maßnahmenpaket zur Absicherung der Auswirkungen des Corona-Virus als Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen vorgestellt. Der Bund und das Land haben damit unmittelbar die Fördermöglichkeiten über die Bürgschaftsbank erweitert und verbessert.

KfW-Corona-Hilfe

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, mit dem Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützt werden. Hierbei kommt der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) die Aufgabe zu, die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu erleichtern. Bestehende Programme für Liquiditätshilfen werden erheblich ausgeweitet, um den Zugang zu günstigen Krediten zu gewährleisten. Die Zugangsbedingungen und Konditionen werden verbessert. Über die Hausbank können Unternehmen Kredite und Bürgschaften bei der staatlichen KfW beantragen. Weiterführende Informationen und Unterlagen sind unter https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html und https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/index-2.html abrufbar.

Kurzarbeitergeld 

Die Bundesregierung hat erleichterte Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld eingeführt. Neu ist, dass der Anspruch auf Kurzarbeitergeld bereits besteht, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben. Die anfallenden Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden zu 100 Prozent erstattet. Zudem kann das Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer beantragt werden. Auf den Aufbau negativer Arbeitszeitsalden kann verzichtet werden. Informationen zum Kurzarbeitergeld gibt es unter https://www.arbeitsagentur.de/unternehmen/finanziell/kurzarbeitergeld-bei-entgeltausfall.

Steuerliche Liquiditätshilfen für Unternehmen

Um die Liquidität bei Unternehmen zu verbessern, werden die Möglichkeiten zur Stundung von Steuerzahlungen, zur Senkung von Vorauszahlungen und im Bereich der Vollstreckung verbessert. Zur Abstimmung der Voraussetzungen wird die telefonische Rücksprache mit dem jeweils zuständigen Finanzamt empfohlen.

Förderkredite der L-Bank

Die L-Bank besitzt mit dem Liquiditätskredit ein bestens etabliertes Förderangebot, das den Erfordernissen in der Corona-Krise in besonderer Weise gerecht wird. So können Unternehmen mit (in der Regel) bis zu 500 Mitarbeitern ihre vorübergehenden Liquiditätsengpässe zu günstigsten Zinsen, mit einem flexiblen Laufzeitangebot zwischen vier und zehn Jahren und einem Regeldarlehensbetrag von bis zu fünf Millionen Euro decken. Im Einzelfall sind auch höhere Beträge denkbar. Besonders vorteilhaft ist hier die Möglichkeit einer vorzeitigen kostenfreien Rückzahlung, sofern die Krisenbewältigung früher gelingt. Alternativ könnten auch die Betriebsmittelvarianten in der Gründungs- oder Wachstumsfinanzierung genutzt werden, allerdings mit standardisierter fünfjähriger Laufzeit und ohne die vorzeitige kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeit.

Ferner können Unternehmen, die für ihre Mitarbeiter Qualifizierungsmaßnahmen einleiten, drei- bis fünfjährige Darlehen der Weiterbildungsfinanzierung 4.0 in pauschaler Höhe (20.000 Euro pro zu qualifizierendem Beschäftigten) nutzen. Alle Förderkredite der L-Bank können mit Kombi-Bürgschaften der Bürgschaftsbank flankiert werden.

Für bestehende Förderkredite, deren Tilgungsbelastungen aufgrund der Corona-Krise vorübergehend nicht mehr leistbar sind, bietet die L-Bank eine bis zu 12-monatige Tilgungsaussetzung unter Anpassung der restlichen Tilgungsraten unter Beibehaltung der vertraglichen Zinsvereinbarung sowie der Gesamtlaufzeit an. Anträge hierzu können ab sofort formlos an die L-Bank gerichtet werden.

Weitere Informationen können bei der L-Bank über die Homepage www.l-bank.de, Hotline Wirtschaftsförderung 0711/122-2345 sowie per E-Mail an wirtschaftsfoerderung@l-bank.deabgerufen werden.

Bürgschaftsbank Baden-Württemberg

Die Bürgschaftsbank Baden-Württemberg hat die Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Millionen Euro (bisher 1,25 Millionen Euro) verdoppelt und die Bürgschaftsquote für Betriebsmittel auf 80 Prozent erhöht. Zudem wurde die Rückbürgschaft des Bundes um zehn Prozentpunkte erhöht, damit verringert sich das Risiko der Bürgschaftsbank auf 25 Prozent. Um Entscheidungen zu beschleunigen, wurde zudem eine Eigenkompetenz mit einem Bürgschaftsbetrag bis 250.000 Euro festgelegt, so dass innerhalb weniger Tage entschieden werden kann.

Mit diesen Maßnahmen können Unternehmen, die über ein grundsätzlich funktionierendes Geschäftsmodell verfügen, stabilisiert werden. Dabei wird auf die Kapitaldienstfähigkeit vor Ausbruch der Krise abgestellt (Gesamtjahr 2019). Die Maßnahmen unterstützen branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die Freien Berufe und werden von der Bürgschaftsbank ab sofortumgesetzt.

Unter der Telefonnummer 0711/1645-6 sowie per E-Mail an ermoeglicher@buergschaftsbank.denimmt die Bürgschaftsbank Anfragen entgegen.

Bürgschaften der L-Bank

Wenn eine Hausbank auf Grund fehlender Sicherheiten nicht in der Lage ist, einem betroffenen Unternehmen einen Liquiditätskredit bzw. Betriebsmittelkredit zur zeitlichen Überbrückung zu gewähren, kann die L-Bank im Einzelfall bis zu 80 Prozent des Risikos abnehmen.

Die L-Bank übernimmt Bürgschaften über 2,5 bis fünf Millionen Euro. Neben dem standardisierten Kombi-Programm werden zusätzlich Individualbürgschaften angeboten. Die Landesbürgschaft – Bürgschaften über fünf Millionen Euro – wird durch die L-Bank abgewickelt.

Fragen zu Bürgschaften können an die Hotline 0711/122-2999 oder per E-Mail an buergschaften@l-bank.degerichtet werden.

Die Antragstellung aller Liquiditätshilfen erfolgt über die Hausbank.

Bund

In der nächsten Woche wollen Bundesregierung, Bundestag und Bundesrat ein Paket mit Notmaßnahmen auf den Weg bringen.

Dabei geht es unter anderem um eine Verordnung zum Kurzarbeitergeld, den geplanten Nothilfefonds für Selbstständige und eine Lockerung des Insolvenzrechts. Angesichts von Existenznöten bei Solo-Selbstständigen und Kleinstfirmen plant die Bundesregierung ein Hilfspaket von über 40 Milliarden Euro.

Existenzgefährdete Solo-Selbstständige und Kleinstbetriebe sollen auch mit einem erleichterten Zugang zu Hartz-IV-Zahlungen unterstützt werden.

Für Besitzer kleiner Läden, Freiberufler und Selbstständige ohne Beschäftigte wurden schnelle Hilfen in Aussicht gestellt. Es solle für diesen Personenkreis „Expressbürgschaften“ geben, die binnen drei Tagen gewährt werden könnten.

Land

Neben den bestehenden Förderinstrumenten mit den bewährten Programmen der L-Bank und der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg plant das Land einen branchenoffenen Härtefallfond.

Mit dem Fond sollen Selbstständige und mittelständische Unternehmen bis 50 Beschäftigte mit direkten Zuschüssen bei der Deckung ihres dringenden und kurzfristigen Finanzbedarfs unterstützt werden. Dabei sollen je nach Einzelfall Mittel in Höhe bis zu 15.000 Euro fließen. Ab Ende kommender Woche wurde in Aussicht gestellt, dass Anträge gestellt werden könnten.

Bei der L-Bank soll ein Beteiligungsfond für kleine und mittlere Unternehmen eingerichtet werden. Damit sollen in Not geratene, systemrelevante Unternehmen unterstützt werden.

Zudem soll das Beratungsangebot ausgeweitet werden.

Infos bei der Wirtschaftsförderung

Die Wirtschaftsförderung des Main-Tauber-Kreises wird sofort informieren, sobald weitere Details und die Antragswege bekannt gegeben sind. Ergänzende Informationen gibt es beim Landratsamt Main-Taubert-Kreis, Wirtschaftsförderung, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5809, Fax: 09341/828-5809, E-Mail wirtschaftsfoerderung@main-tauber-kreis.de.

Quelle : Main-Tauber-Kreis.de

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