Wertheim / Region: Corona-Pandemie Allgemeinverfügung des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis Gesundheitsamt – u..a. Sperrstunde – Geltung ab 22.10.2020

 

 

 

Nach dem Stufenkonzept der Landesregierung („Landeskonzept zum Umgang mit einer zweiten SARS-CoV-2Infektionswelle) geht ab einer 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfizierten pro 100.000 Einwohnern eines Landkreises das Infektionsgeschehen mit einem starken Anstieg der Infektionszahlen mit zumeist diffusen, häufig nicht mehr nachvollziehbaren Infektionsketten einher.

 

Im Landkreis Main-Tauber-Kreis sind die Fallzahlen in den vergangenen Tagen so stark angestiegen, dass die 7Tages-Inzidenz innerhalb von 4 Tagen von 35,61 (13.10.2020) auf über 53,03 (17.10.2020) gestiegen ist, sodass mittlerweile die Eingriffsstufe erreicht wurde. Nach heutigem Stand (22.10.2020) liegt die 7-Tage-Inzidenz bei 81,06 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Es ist davon auszugehen, dass die Zahl der Infizierten weiterhin exponentiell ansteigen wird.

 

Es besteht somit nicht mehr nur die Gefahr einer Ansteckung durch Personen aus den Risikogebieten, vielmehr liegt jetzt ein erhöhtes regionales Risiko vor, sich mit dem Corona-Virus anzustecken. Die dynamische Entwicklung ist im Landkreis Main-Tauber-Kreis hauptsächlich auf Zusammenkünfte in geschlossenen Räumen, beispielsweise im Rahmen von Feiern im Familien- und Freundeskreis, zurückzuführen. Somit geht grundsätzlich mit einer Ansammlung von einer Vielzahl von Menschen auf geringem Raum auch gleichzeitig ein erhöhtes Infektionsrisiko einher. Da bei zahlreichen Personen die Erkrankung mit milden oder gar ohne Symptome verläuft und Infizierte auch schon bis zu 48 Stunden vor den ersten Symptomen ansteckend sind, sind Veranstaltungen mit engen Kontakten oder zu vielen Menschen besonders gefährlich. Dies gilt umso mehr, wenn kein Abstand zu anderen Personen gehalten wird. Aus diesem Grund sind weitere, strengere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, die über die Regelungen der CoronaVO hinausgehen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

 

Das Robert-Koch-Institut (RKI) als konzeptionierende Stelle im Sinne des § 4 IfSG empfiehlt als geeignete Gegenmaßnahmen zuvorderst die Einhaltung geeigneter Hygienemaßnahmen, Kontaktreduktion und den Schutz besonders vulnerabler Personengruppen (vor allem älterer oder vorerkrankter Personen). Das RKI gibt derzeit als hauptsächlichen Übertragungsweg des SARS-CoV-2 die Tröpfcheninfektion an. Auch Schmierinfektionen sind möglich. Die Inkubationszeit beträgt laut RKI 14 Tage. Es ist nach den vorliegenden Erkenntnissen möglich, dass Personen das Virus in sich tragen und bereits ausscheiden (die Personen also infektiös sind), noch bevor erste Symptome auftreten. Es gibt daher Fälle, in welchen die betreffende Person (insbesondere bei Kindern) mangels Symptome keine Kenntnis von ihrer Erkrankung hat.

 

Im Zusammenhang damit empfiehlt das RKI das generelle Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in bestimmten Situationen im öffentlichen Raum als einen weiteren Baustein, um Risikogruppen zu schützen und den

Infektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. Diese Empfehlung beruht auf Untersuchungen, die belegen, dass ein relevanter Anteil von Übertragungen von SARS-CoV2 unbemerkt erfolgt, d.h. zu einem Zeitpunkt vor dem Auftreten der ersten Krankheitszeichen. Ein Impfstoff oder die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung des Virus SARS-CoV-2 existieren derzeit noch nicht.

 

Um die Verbreitung der Infektionskrankheit wirkungsvoll zu verhindern, müssen strengere Maßnahmen angeordnet werden, um das Ansteckungsrisiko möglichst zu minimieren. Andernfalls droht die Gefahr, dass die Strukturen der Gesundheitsversorgung durch den gleichzeitig starken Anstieg an Patienten mit ähnlichem Behandlungsbedarf überlastet werden.

 

2. Rechtliche Würdigung