Wertheim-Reinhardshof : Lea-Leiter Göbel – „Was machbar ist, das machen wir“

Auf dem Bild v.l.: Stadtteilbeiratsvorsitzender Walter Ploch und Lea-Leiter Mirco Göbel bei der Stadtteilbeiratssitzung Reinhardshof am Dienstag, 15. März

Lea-Leiter Göbel berichtet im Stadtteilbeirat

 

Ist es ein gutes Zeichen, dass es diesmal in der Diskussion über die Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (Lea) hauptsächlich um das Thema „Verkehr“ ging? Die ganz große Aufregung, wie sie noch vor wenigen Wochen in der gemeinsamen Sitzung der Stadtteilbeiräte Wartberg und Reinhardshof spürbar war (wir berichteten), scheint sich, vorerst zumindest, gelegt zu haben. Ängste und Befürchtungen wurden am Dienstagabend, bei der Zusammenkunft des Stadtteilbeirates Reinhardshof im Begegnungscafé „Kunterbunt“, aus den Reihen der Zuhörerinnen und Zuhörer nicht geäußert.

Das mag auch an der Belegung der Einrichtung liegen, sie liegt derzeit deutlich niedriger ist als noch Anfang des Jahres. 300 Menschen wohnen aktuell in der Lea, informierte Leiter Mirco Göbel. Er konzentrierte seinen Bericht auf die Frage, was sich seit der letzten Sitzung am 18. Februar getan hat. Vor allem bedankte er sich über die vielen Kontakte und Gespräche in der Zwischenzeit. „Wir freuen uns, wenn Sie mit Ihren Fragen direkt auf uns zukommen.“ Man bereite gerade einen Flyer zur Verteilung in der Bürgerschaft vor, auf dem die Kontaktdaten aller Ansprechpartner für unterschiedliche Zuständigkeiten stehen.

Das Sicherheitsbedürfnis der Anwohner habe vor vier Wochen im Mittelpunkt gestanden, erinnerte Göbel. Dazu „müssen viele in die Pflicht genommen werden.“ Von Seiten der Erstaufnahmeeinrichtung wolle man da tätig werden, wo dies möglich sei. Dazu müsse man aber wissen, wo es Probleme gebe, erinnerte er an die Aufforderung, Schwierigkeiten zu melden. Göbel freute sich über die „sehr rege Teilnahme und das ehrliche Interesse“ an den Führungen durch die Lea, die immer freitags angeboten werden.

Wie schon im Rotkreuzladen geschehen, wolle man auch in und rund um die Einkaufsmärkte gemeinnützig tätige Flüchtlinge als Vermittler oder Dolmetscher einsetzen und damit „die Schwelle für möglicherweise schlechtes Benehmen hochsetzen“. Damit habe man gute Erfahrungen gemacht, die Rückmeldungen seien positiv. Göbel wies auf die am Zaun der Erstaufnahmeeinrichtung installierte Videoüberwachung hin, die „das Sicherheitsgefühl auf beiden Seiten verstärken“ könne. Bei den von den Kleingärtnern geschilderten Problemen wegen der räumlichen Nähe zwischen Gartenanlage und der Lea wolle man versuchen, mit einem Sichtschutz Abhilfe zu schaffen. „Was machbar ist, das machen wir.“ So sei zum Beispiel aus Lärmschutzgründen eine durch Fußballtore flankierte Freifläche innerhalb des Campus verlegt worden. „Eine einfache Sache – ich muss es nur wissen.“

„Klasse“ sei die Aktion „Saubere Landschaft“ gewesen, fand nicht nur Mirco Göbel. Für eine Wiederholung müsse man gar nicht warten, bis diese wieder offiziell im Kalender stehe. „Wir haben alle paar Wochen neue Leute auf dem Campus. Die wollen etwas tun.“ Als eine große Bereicherung lobte Göbel das neu eröffnete Begegnungscafé „Kunterbunt“. Zum Spielplatz innerhalb der Lea betonte er nochmals, dass dafür keine Steuergelder verwendet wurden, sondern die Kosten in vollem Umfang von der Stiftung „Ein Herz für Kinder“ finanziert wurden.

Stadtteilbeiratsvorsitzender Walter Ploch sah den Stadtteil Reinhardshof gut versorgt mit Spielflächen für Kinder. Verstärkt nachdenken müsse man über mehr Angebote für Jugendliche. Ploch sprach dann die Verkehrs- und Parksituation rund um die Erstaufnahmeeinrichtung an. Die letzte Verkehrsschau habe im August stattgefunden, also bevor die Lea ihren Betrieb aufgenommen hat. Aus den zwischenzeitlich gewonnenen Erfahrungen müsse man lernen. Das griff unter anderem Klaus Kohn auf, er sprach sich für Tempo 30 in Wohngebieten aus. Er fürchtete um die Sicherheit der Flüchtlinge, von denen viele auf der Straße liefen. Walter Ploch kündigte abschließend an, dass Verkehrsfragen Schwerpunkt einer der nächsten Stadtteilbeiratssitzungen sein werden.

Stadtverwaltung Wertheim