Wertheim: Sicher mit Nahwärme auch durch den tiefsten Winter – Nassigs Anwohner und Stadtwerke ziehen positive Bilanz

Die Solaranlage auf dem Dach der Heizzentrale in Nassig liefert zusätzlich thermische Energie. Foto: Stadt Wertheim

Als „Beitrag zum tatsächlichen Klimaschutz“ bezeichnet Oberbürgermeister Markus Herrera Torrez das Nahwärmekonzept der Stadtwerke Wertheim. Bei der Erschließung von Neubaugebieten oder größeren Bauprojekten, prüft der Energieversorger immer wieder die Möglichkeit, nachhaltige Konzepte umzusetzen. Sehr gut gelungen ist dies beispielsweise beim Neubau der Wildbachhalle in Nassig. „Das Nahwärmekonzept mit regenerativer Energie, in diesem Fall mit Pelletsheizung, ist eine Erfolgsgeschichte“, sind sich der Oberbürgermeister, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, und Geschäftsführer Thomas Beier einig. Schließlich würden damit jährlich 133,8 Tonnen CO2 eingespart.

Als sich 2017 der Neubau der Wildbachhalle abzeichnete, haben die Stadtwerke eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen, die vom Land Baden-Württemberg gefördert wurde, berichtet der für das Projekt zuständige Mitarbeiter Richard Diehm. Auf Basis der Ausarbeitung gab der Aufsichtsrat im Dezember 2017 grünes Licht für die „Nahwärmeversorgung Gassenhäuser“, wie das Projekt bezeichnet wird. Im August 2018 wurde mit dem Bau begonnen und Ende November die aus Holzelementen erstellte Heizzentrale aufgestellt.

Auch der neue Umkleide- und Duschtrakt an der Wildbachhalle wird mit Nahwärme geheizt. Foto: Stadt Wertheim

„Die Heizzentrale mit zwei Pelletkesseln mit einer Wärmeleistung von jeweils 110 Kilowatt und drei Schichtenpufferspeichern mit jeweils 5.000 Liter sowie die Verlegung von rund 400 Meter Versorgungsleitungen wurde im Januar 2019 abgeschlossen“, erklärte Diehm. Mit Wärme versorgt werden aktuell der neu errichtete Umkleide- und Duschtrakt sowie das Vereinsheim des SV Nassig, das Feuerwehrhaus und fünf Wohnhäuser im Umfeld. „Auch die im Rohbau errichtete Wildbachhalle wird inzwischen beheizt, so dass der Innenausbau auch im Winter fortgeführt werden kann“, sagt der Projektleiter.

„Im Mai 2019 haben wir angefangen zu heizen“, erklärt Lothar Grundei, der die Anlage bei den Stadtwerken betreut. „Im letzten Jahr, in dem die Heizung durchgängig gelaufen ist, habe wir rund 57 Tonnen Pellets verbraucht und knapp 234.500 Kilowattstunden Wärme abgegeben.“ Die Solaranlage auf dem Dach der Heizzentrale habe zudem 29.370 Kilowattstunden thermische Energie zugeliefert. Befragt nach den Störungen, die vor den aktuellen Geschehnissen in Nürnberg sicher sehr interessant ist, meint Grundei: „Natürlich gibt es immer wieder Kleinigkeiten, die passieren, aber keine die unsere Abnehmer betroffen haben.“

Die Befragung der Nutzer nach ihrer Zufriedenheit hat durchweg positive Resonanz ergeben, wie Thomas Beier erklärt. Die Kunden betonen die Vorteile des „Rundum-Sorglos-Pakets“ der Stadtwerke. Es habe keine Probleme gegeben, sei immer warm gewesen und man brauche weder einen Installateur noch einen Schornsteinfeger, fasst der Geschäftsführer zusammen, was die Abnehmer als Vorteile nennen. „Zudem entfallen die Anschaffungskosten für eine neue Heizung und durch den Anschluss an das Nahwärmenetz kann man viel Platz gewinnen, so dass aus dem Heiz- ein Hobbykeller werden kann“, nennt er weitere positive Seiten der Nahwärmeversorgung.

Auch André Hörner, Kommandant der Nassiger Feuerwehr, lobt das neuartige Wärmecontracting-Modell: „Wir können uns jetzt im Warmen umziehen und die Einsatzkleidung ist nicht mehr so klamm wie früher.“ Die Kameraden seien sehr zufrieden mit dem Nahwärmenetz und die daraus entstandene Heizung habe die Feuerwehr ein bisschen attraktiver gemacht, sagt der Abteilungskommandant.

Quelle : Wertheim.de

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